Grüntenstafette: Team Haschko hat die schnellsten Gipfelstürmer

Grüntenstafette
Fotos: Veranstalter

Dieses Rennen ging ja mal richtig steil! 112 Mannschaften beteiligten sich an der Grüntenstafette – das bedeutete beinahe einen neuen Teilnahmerekord. Die Veranstaltung, die beinahe vor dem Aus gestanden hat, ist also wieder mehr als in.  Vor allem beim Team „Sport Haschko“. Die Mannschaft mit Quirin Schmölz (Missen) und dem Ex-RSC-Kempten-Fahrer Frank Demuth verteidigte den Titel in
Rekordzeit von 1:53:14 Stunden. Die Veranstalter vom TSV Burgberg und dem Team um Hannes Blaschke freuten sich über 672 Sportler.

Von Ronnald Maior  

Als sich die letzten Wolken verzogen hatten, zündete der TSV Burgberg die Rauchbomben. Fast eine halbe Minute lang umzogen rote Rauchschwaden das Jägerdenkmal am Grünten. Als hätte es noch eines besonderen Anreißers bedurft, hatte sich der Sportverein ein optisches Schmankerl für die zwölfte Grüntenstafette einfallen lassen. Das farbenfrohe Feuerwerk markierte den Start zum Sturm auf den „Wächter des Allgäus“. Grüntenstafette

Und passend zu den spätsommerlichen Traumbedingungen lieferten 672 Athleten den Ausdauersport-Höhepunkt im Herbst – mit einem neuen Streckenrekord für die Stafette. Mit 112 Mannschaften schrammte der TSV sogar nur knapp am Teilnehmerrekord vorbei (117). Und das nach dem 2014 noch 80 Teams dabei waren – und die Stafette vor dem Aus stand. 200 Helfer sorgten heuer im Start- und Zielbereich am Flugplatz in Agathazell und an der Strecke für Top-Rahmenbedingungen. „Wir sind absolut glücklich, dass die Stafette mit so einem Kracher wieder da ist“, freute sich einer der Gründerväter, Max Uhlemayr, vom TSV Burgberg. „Das Aus hat offenbar neue Kräfte freigesetzt. Die Leute wollen, dass es die Stafette gibt.“ Und der 53-Jährige lebte den „Geist vom Grünten“ beispielhaft vor. Als OK-Chef über drei Stunden am Anschlag fand Uhlemayr dennoch während des Rennens Zeit, jedes einzelne der über ein Dutzend gestarteten Teams der Kinderstaffel beim Zieleinlauf abzuklatschen.

Grüntenstafette

Doch das Geschehen auf der Strecke sollten die großen Namen prägen, die die Stafette in ihrer zwölften Auflage an den Grünten gelockt hatte. Vom Start weg dominierten die Titelverteidiger von „Sport Haschko“ mehr oder weniger deutlich das Renngeschehen. Das Team um die Lauf-Asse Quirin Schmölz (Missen) und Luca Hilbert sowie Rennradler Frank Demuth übernahm früh die Spitze und setzte sich beispielsweise vor die Mitfavoriten von „2xU Cross Country“. Das Sextett mit dem Sonthofer Skilangläufer Sebastian Eisenlauer und Skitouren-Nationalkader-Athlet Philipp Schädler aus Bad Hindelang hielt lange gut mit und sollte letztlich auch auf Rang zwei einlaufen (Ergebnisse folgen). „Man hat schon an der Startliste gesehen, dass viele starke und schnelle Jungs dabei sind“, sagte Eisenlauer. Während Top-Läufer Helmut Schießl dem Anfangsgerangel mit einem Sturz beim Start „zum Opfer gefallen war“, lieferte sich Eisenlauer mit seinem Cousin, Triathlet Fabian Eisenlauer, ein Familienduell mit einem Augenzwinkern. Der zweieinhalb Jahre ältere Sebastian hatte im Crosslauf auf Rang zwei die Nase vor Fabian (Siebter).

Grüntenstafette

Sowohl auf der knackigen 9,8 Kilometer langen Berg-Passage auf dem Rennrad als auch beim Berglauf zum Gipfel, dem Alpinlauf oder auf dem Mountainbike konnte keiner den Titelverteidigern von „Sport Haschko“ gefährlich werden. Weder Rad-Profi Michael Schwarzmann (25) aus Kempten („Saukel b_faster“, am Ende Dritter) noch Kombinations-Weltmeister Johannes Rydzek („Team Nordic“, Elfter) oder das „Allgäu Outlet Raceteam“ mit den Baldaufs, Christian und Matthias (Achter). Die 2014-Sieger unterboten die Bestzeit um zwei Minuten und liefen in 1:53:14 Stunde im Fabelrekord ein.

Grüntenstafette

„Den Reiz der Stafette macht aus, dass überregional viele starke Leute dabei sind und man merkt, welchen großen Zuspruch das Rennen erfährt“, lobte Sebastian Eisenlauer. In die gleiche Kerbe schlug Rad-Profi Michael Schwarzmann, der heuer bei der prestigeträchtigen Vuelta in Spanien für Aufsehen gesorgt hatte, ergänzte: „Die Veranstaltung ist super – die Burgberger haben heuer sogar noch eine Schippe draufgelegt.“ Philipp Schädler traf den Nagel auf den Kopf. „Es ist der absolute Wahnsinn hier am Grünten. Einmalig, wie dieses Rennen ankommt“, sagte der 29-jährige Hindelanger, der auch bei seinem dritten Start hin und weg war. „Die Faszination macht aus, dass sich hier Athleten unterschiedlicher Sportarten – vom Profi bis zum Hobbysportler – miteinander messen. Und alle geben Vollgas.“

Tatsächlich war es eine außergewöhnliche Atmosphäre, die am, auf, und unter dem Grünten herrschte – und die mit all ihren Randgeschichten alle Beteiligte in ihren Bann gezogen hatte. Von den Titelverteidigern von „Sport Haschko“ bis zum Mixed-Team „PersonalTriathlonTraining 2“, das nach 3:12:54 Stunden als letzte Mannschaft einlief. Vollkommen platt, aber glücklich.

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