„Ultra-cooles Event“: Allgäu Panorama Marathon begeistert die Finisher

Fotos: Dominik Berchtold
Fotos: Dominik Berchtold

Den „Ultra“ ließen sich die Oberallgäuer Langstrecken-Spezialisten beim zehnten Allgäu Panorama Marathon im oberen Illertal nicht nehmen. Die Siege bei den „Kurzstrecken“ über die Halbmarathon- und Marathon-Distanz gingen zwar an „Gäste“, doch beim Ultra über die knappen 70 Kilometer mit insgesamt 3000 Höhenmetern schlugen die Lokalmatadore zu: Mit 7:10 Stunden kam Stefan Lang (Allgäu Outlet Raceteam) ins Ziel; Gitti Schiebel (TV Immenstadt) als „Ultrakönigin“ wurde in starken 7:29 Stunden auch noch Gesamtfünfte über die beinharte Langstrecke, die genau 200 Läufer bewältigten.


„Der macht einen Purzelbaum, wenn er als Sieger ins Ziel kommt“, meinte einer, der „den Paule“ kennt und im Ziel erwartete. Ganz so heftig brachte es „Paule“ Stefan Lang dann doch nicht, als er nach 7:10:14 Stunden die Ziellinie vor dem Freizeitbad Wonnemar in Sonthofen erreicht. Der Freude über den Coup in der Sommerhitze ließ der Ofterschwanger dennoch freien Lauf: „Geschafft!“, rief er. Ein Sieg beim Ultratrail will erarbeitet sein. Das wusste auch Stefan Lang. „Ich bin den Wettkampf recht vorsichtig angegangen. Bald bildete sich eine Spitzengruppe aus sieben Läufern.“ Der Ausreißversuch zweier Tempomacher scheiterte schnell – einer wurde bald „eingefangen“, der andere verlief sich und musste seinerseits eine Aufholjagd starten. Aus der verbliebenen Fünfergruppe setzte sich Lang ab und übernahm die Führung. „Aber ich wusste nicht, ob der Ausreißer nicht noch einmal angreifen würde.“

Lang wurde zum Gejagten, als es von Oberstdorf auf dem letzten Streckenabschnitt noch hinauf zu den Sonnenköpfen ging. „Der Stopselzieher“, sagte Lang. Hier sei er in der Tat am Limit gewesen. „Da brauchst du noch ganz schön Körner …“ Dazu komme das nervende Geklappere der Stöcke der Konkurrenten. „Du weißt ja nicht, ob sie dich nicht doch noch schnappen …“ Lang hatte Glück und „Körner“ für den Endspurt – fast zehn Kilometer bergab nach Sonthofen. Die „Körner“ reichten, dank einer guten Vorbereitung und eines gut eingeteilten Rennens, zur Tagesbestzeit.

Noch einen Tick glücklicher über ihren Sieg war die „Trailkönigin“ des 10. Allgäu Panorama Marathons, Gitti Schiebel. Ihre bestechende Form nutzte sie beim „Heimspiel“ im südlichen Oberallgäu perfekt aus: zehn Minuten schneller als bei ihren Sieg vor zwei Jahren, das persönliche Ziel, die 7:30er-Marke zu knacken, mit 7:29:56 Stunden erreicht – und Rang fünf in der Gesamtwertung. Die 40-Jährige dreht zurzeit, nach Babypause im Vorjahr, richtig auf. Erst vor Kurzem war sie beim Zugspitz-Ultratrail über 81 Kilometer Zweite geworden, den Immenstädter Gebirgsmarathon vor einer Woche hat sie gewonnen. Und im Oktober startet die Rettenbergerin bei der Ultra-WM in Portugal auf einem 85-Kilometer-Kurs.

Der Tagesbeste auf der Marathon-Strecke (gespickt mit 1500 Höhenmetern), Kay-Uwe Müller aus Ilshofen bei Schwäbisch-Hall ist schon eine Art Abo-Sieger beim „Allgäu Panorama„. Von den bisher zehn Wettkämpfen hat er die meisten mitgemacht und mehrmals die Marathonstrecke gewonnen. „Ich bin eher verhalten angegangen, hatte die Strecke trotz mehrfacher Teilnahme nicht mehr so ganz im Kopf und einen Anstieg nicht mehr im Plan“, so Müller nach dem Sieg in 3:11 Stunden; immerhin mit gut zehn Minuten Vorsprung vor dem Zweiten, Matthias Baur aus Aalen. Bester Allgäuer war überraschend der erst 20-jährige Marc Dürr aus Hindelang auf Rang acht.

Heidrun Besler vom SC Altstädten kam auf dieser Strecke in 3:50 Stunden nur knapp hinter Daniela Oemus (3:47 Stunden/SV Blau-Weiß Bürgel) ein. „Erst mal ein Bier“, wollte die drahtige 60-Jährige nach dem Hitzelauf. Mit dem Wunsch nach dieser Belohnung war sie allerdings keineswegs allein: der Ausschank für „Alkoholfreies“ war dicht umlagert von Aktiven nach dem Zieleinlauf. Auf der „Sprintstrecke“, dem Halbmarathon mit 502 „Finishern“, musste sich Stefan Stahl aus Wangen dem Österreicher Stephan Thurner vom SC Breitenwang (1:15 Stunden) knapp geschlagen geben.

Die Veranstalter mit Axel Reusch und Christian Feger zeigten sich begeistert vom anhaltenden Boom ihres Wettkampfes und freuten sich über 1200 Anmeldungen. (sp)

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