Guter Morgen! Krugzeller beim 24-Stunden-Rennen in Kelheim

Roland Morgen

Mit diesem Ergebnis hätte Roland Morgen nicht gerechnet. Beim 24-Stunden-Rennen in Kelheim (Niederbayern) belegte der Krugzeller am Ende Platz 19 – mehr wert als diese Platzierung war dem 50-Jährigen aber, dass er bei seinen 36 Runden 590 Kilometer und 6500 Höhenmeter fuhr und die teils deutlich jüngere Konkurrenz hinter sich ließ. 172 Fahrer waren am Start. Tobias Giegerich von der Allgäuer Zeitung berichtet.


Für den Hobby-Radler, der seit 30 Jahren in die Pedale tritt, war es die dritte Teilnahme in Kelheim. Noch häufiger – elf Mal – hat er beim Ötztaler Radmarathon in Sölden/Österreich teilgenommen. Dort sammelte er 230 Kilometer und 5500 Höhenmeter. Dabei bestand vor sechs Jahren die Gefahr, sein Hobby aufgeben zu müssen. Morgen wurde nach einem Knorpelschaden im Knie operiert. “Ich habe mich aufgerafft und weitergemacht”, sagt Morgen, der als Buchbinder arbeitet. “Das Radeln tut dem Knie gut”. Und so machte der 50-Jährige nach den 24 Stunden in Niederbayern noch bei der Allgäu-Rundfahrt mit.

Morgen schwärmt von der Veranstaltung und dem 16,4 Kilometer langen Rundkurs mit 180 Höhenmetern pro Runde an der Donau spricht. Seit 1997 findet das Rennen statt. Neben dem sportlichen Charakter wird das Rennen genutzt, um Spenden für gemeinnützige Organisationen zu sammeln. Bisher kamen über 140 000 Euro zusammen.

“Das Event hat einen richtigen Volksfestcharakter”, sagt Morgen. Das liege vor allem daran, dass die Sportler im Zentrum von Kelheim durch ein offenes Festzelt radeln. “Außerdem feiern die Zuschauer die Nacht durch und feuern uns an”, erzählt Morgen. Am sogenannten “Col de Stausacker”, wo die Radler regelrecht hochgetrieben werden. “Da ist die ganze Zeit Halli-Galli.”

Mit dieser Motivation raste auch Morgen dort hinauf – “wie eine Nähmaschine”. Um das Knie zu schonen, fährt er Anstiege in niedrigen Gängen. Abgeguckt hat er sich diese Fahrweise von den Profis bei der Tour de France. “Ich muss mehr strampeln, dafür ist die Belastung für das Knie geringer.”

Ohne Helfer könnte der 50-Jährige allerdings nicht antreten. “Betreuer sind dabei unverzichtbar. Zum Glück haben sich meine Schwester und deren Freund um mich gekümmert und mit Getränken versorgt.”

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