Spannender Dreikampf beim Hauchenberglauf

Szene vom Start beim Hauchenberglauf. Foto: Eddie Nothelfer
Szene vom Start beim Hauchenberglauf. Foto: Eddie Nothelfer

Läuft Yossief Tekle auch dieses Jahr Streckenrekord? Oder macht ihm etwa Lokalmatador Quirin Schmölz oder der Vorjahreszweite Edwin Singer einen Strich durch die Rechnung? So lautete die spannende Frage beim Hauchenberglauf in Weitnau. Markus Klenk berichtet.

Als die große Digitaluhr im Ziel sich der 27-Minuten-Marke näherte, war zumindest eines klar: Keiner der drei Spitzenläufer würde die 6,8  Kilometer und 509 Höhenmeter in neuer Rekordzeit bewältigen. Kurz darauf aber brandete Beifall auf und Rekordhalter Tekle (LG Reischenau Zusamtal) lief in großen Schritten mit der Endzeit 28:50 Minuten durch den Zielkorridor, knapp dahinter liefen Schmölz (Sport Haschko Team; 29:30) und Singer (TV Erkheim; 29:59) durchs Ziel.

Dass alle drei Erstplatzierten unter dreißig Minuten geblieben sind, dürfte ein Novum sein am Hauchenberg, beleg für ein äußerst schnelles Rennen ist die Tatsache allemal. Der Zieleinlauf stand an diesem schwülheißen Samstagnachmittag dabei schon ab Kilometer zwei fest. Hatten die drei anfangs noch eine Gruppe mit Luca Hilbert (Sport Haschko) und Kim Abel (TV Schriesheim) gebildet, so war es mit dieser Gemeinsamkeit ab Kilometer zwei vorbei. Tekle zog davon, und für Quirin Schmölz hieß es dann nur noch: „Laufen, Laufen, Laufen und den Tekle zumindest im Blickfeld halten“. Edwin Singer indes tat alles um an den beiden Führenden dranzubleiben. Im Ziel erkannte er neidlos an, dass „der Quirin und der Youssief heute nicht zu schlagen waren, saustarke Leistung!“ Auch Sieger Tekle war nicht unzufrieden: „Ich gebe immer alles und es muss nicht immer ein Rekord sein – schöner Lauf und schöne Strecke, alles gut.“

Bei den Damen war auch dieses Jahr Vorjahressiegerin Nada Balcarczyk (LG Würm Athletik) das Maß aller Dinge. Noch vor Wochenfrist Platz sechs bei der Berglauf EM in Arco, davor die Viking Challenge in Norwegen und jetzt mal eben die Damenwertung am Hauchenberg in 35:34 gewonnen. Und wie passt der Hauchenberglauf in diese Reihe illustrer Laufveranstaltungen? Da waren sich Balcarczyk und die Damenzweite Tanja Edelmann (Sport Haschko; 36:53) einig: „Der Hauchenberglauf ist einfach ein superschöner Lauf in jeder Beziehung, und ideal als Vorbereitung auf den Hochgrat“. Der seit 1992 bestehende Streckenrekord (33:26) war für Balcarczyk kein Thema, wie Herrensieger Tekle hatte auch sie am Vormittag noch eine Trainingseinheit absolviert.

Die Teamwertung sicherte sich das Sport Haschko Team in der Besetzung Schmölz, Hilbert, Burghardt vor der LG Allgäu Kempten (Ringeisen, Schmid, Schreiber) und dem TV Weitnau (Maurus, Weilbach, Danner). Bei den Damen hatte ebenfalls das Sport-Haschko-Team mit Tanja Edelmann, Lisa Schmölz und Monika Reutlinger die Nase vorn, auf Platz zwei der TV Weitnau mit Nicole Simion, Conny Krieger und Franziska Weilbach.

Youssief Tekle – der nach wie vor nicht international starten darf, weil sein Asylverfahren nach zwei Jahren noch immer nicht abgeschlossen ist – hat also auch dieses Jahr das Feld mit 91 Finishern dominiert. Nicht allen Beteiligten scheint das zu gefallen, gab es doch im Vorfeld Stimmen, die sich kritisch zum Start des Mannes aus Eritrea äußerten, der als „Profi bei einer Amateurveranstaltung eigentlich nicht laufen dürfte“.

Beim TV Weitnau werden jedoch weder Antrittsprämien noch Siegerprämien gezahlt, Tekle war am Start, weil er als Titelverteidiger gerne wieder nach Weitnau gekommen ist. Der Zweitplatzierte Quirin Schmölz brachte mit viel Sportsgeist auf den Punkt, worum es beim Hauchenberglauf geht: „Der Youssief ist ein Bergläufer wie wir alle, und es ist immer wieder eine Herausforderung gegen ihn zu laufen.“ Am Hauchenberg wird Berglaufsport auf teils höchstem Niveau geboten, auch ohne Profis und Prämien.

 

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