Nebelhornberglauf: Schweizer Ueli Schnider zum Sieg verführt…

Ueli Schnider gewann den Nebelhornberglauf. Foto: Dominik Berchtold
Ueli Schnider gewann den Nebelhornberglauf. Foto: Dominik Berchtold

Mit dem Schweizer Ueli Schnider siegte heuer erstmals ein „Neuling“ beim Nebelhornberglauf in Oberstdorf. „Verführt“ zu diesem Härtetest hatte ihn seine Freundin, die DSV-Langläuferin Sophie Krehl aus Rettenberg, die den 26-jährigen Skilangläufer im Dienst der schweizerischen Grenzwache ins Oberallgäu geholt hatte.

„Eine gute Vorbereitung für den legendären Swiss Alpin, den ich demnächst laufen will“, sagt der selbst überraschte Sieger beim diesmal etwas verkürzten Nebelhornberglauf.

Schnider lief die „erste Etappe“ in einer Spitzengruppe bis zur Seealpe, wo er dann ein wenig mit dem Tempo spielte, um die Qualität der Gruppe zu testen. Da keiner richtig mitgehen wollte, habe er schließlich die Führung übernommen und bis ins Ziel verteidigt. „Ich hatte meinen Rhythmus gefunden und konnte die weitere Strecke locker durchlaufen, selbst den berüchtigten Latschenhang“, sagt Schnider. „Das ist schon einer der härtesten Bergläufe, die ich kennenlernen konnte.“

Foto: Dominik Berchtold
Foto: Dominik Berchtold

Die Konkurrenten, darunter Johannes Klein vom TSV Oberstdorf, folgten in deutlichem Abstand. „Aber es wäre schon interessant gewesen, wie das Rennen auf der Originalstrecke bis zum Gipfel verlaufen wäre“, meint der Sieger. Zehn bis zwölf Minuten schätzt er, hätte er noch auf seine Siegerzeit von 51:58,4 Minuten draufsatteln müssen.

„Endlich wieder ein Oberstdorfer auf dem Podest“, freute sich dagegen Hans-Peter Jokschat, Leiter der Sportstätten Oberstdorf über die Überraschung des Tages, die Klein beisteuerte. In 52:36,5 Minuten war er noch recht dicht an Schnider dran.

Foto: Dominik Berchtold
Foto: Dominik Berchtold

Wegen der Bauarbeiten im Bereich der Gipfelstation hatten die Verantwortlichen beim TSVO die Strecke für den „härtesten Berglauf in Deutschland“ verkürzt und das Ziel an der Station „Höfatsblick“ markiert. Eine Änderung, die nicht bei allen Teilnehmern auf Ablehnung stieß. Die schnellste Frau des Laufes, Vorjahressiegerin Monica Carl (LG Welfen), war nicht allein, als sie meinte, dass sie „ganz froh“ sei, dass schon nach gut acht Kilometer und 1000 Höhenmeter „Schluss“ war. „Das Rennen hat sich ganz schön gezogen…“, lautete ihr Kommentar nach 1:02:07 Stunde. Gerade einmal zwei Minuten „Luft“ hatte sie auf Martina Endreß vom SC Gunzesried, die überraschend als Zweite ins Ziel kam.

Perplex war dagegen Carlo Riolo vom TV Isny von der Änderung der Strecke. Der drahtige Pizza-Bäcker hatte schon wie gewohnt die Gipfelstation im Blick, als ihm die Helfer beim Zieleinlauf deutlich machten, dass er es schon geschafft hätte und er doch ins Ziel abbiegen solle. „Dass das Rennen verkürzt wurde, hatte ich gar nicht mitbekommen, sonst hätte ich mich rechtzeitig beeilt – und womöglich noch ein paar Plätze gut gemacht.“ Insgesamt hatten über 320 Athleten die knackige Strecke in Angriff genommen. (sp)

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