Bodenseequerung: Hamza macht sein Meisterstück!

Hamza Bakircioglu. Fotos: Carina Halder/www.bodenseequerung.de
Hamza Bakircioglu. Fotos: Carina Halder/www.bodenseequerung.de

Aller guten Ding sind … vier! Im vierten Anlauf hat Extremschwimmer Hamza Bakircioglu (44) aus Sonthofen den Bodensee der Länge nach auf 64  Kilometern durchquert. 30:44 Stunden war der Industriemeister nonstopp im Wasser unterwegs, um sein sportliches Meisterstück an Land zu ziehen. „Endlich habe ich den Bodensee bezwungen. Schon vorher war mir klar: Das wird mein letzter Versuch. Diesmal schwimme ich das Ding nach Hause“, jubelt der Deutsch-Türke. Im Ziel wurde er von seinem Bruder Yussuf und seiner Familie mit einer Sektdusche empfangen und konnte sein Glück kaum fassen. Der Fluch ist gebrochen, der Eintrag in die Geschichtsbücher gesichert.

Bakircioglu ist erst der dritte Mensch der die Riesen-Distanz von Bodman nach Bregenz nach den Strengen Regeln des Veranstalters „Bodenseequerung“ gemeistert hat. Diese besagen, dass der Schwimmer nur in Badehose, Badekappe und Schwimmbrille antritt – und das Wasser nicht verlassen darf. Nicht einmal das Begleitboot durfte Bakircioglu berühren. Zum Trinken wurde ihm beispielsweise eine gefüllte Getränkeflasche an einem Seil gereicht. An diese Vorschriften war der Allgäuer Extremschwimmer durch die fehlgeschlagenen Versuche bereits gewöhnt – genauso wie an die teils tückische Strömung und den Wellengang.

 

Foto: Carina Halder/www.bodenseequerung.de
Foto: Carina Halder/www.bodenseequerung.de

Dennoch begann das Abenteuer mit einer negativen Überraschung für ihn: Die Wassertemperatur betrug beim Start am Vormittag nur 16,3 Grad. „Das war schon ein echter Muntermacher! Die ersten beiden Stunden hat es mich schon mal gefröstelt. Doch dann wurde es zum Glück wärmer.“

Auf seinem stundenlangen Ritt durch die Wellen geisterte Bakircioglu vieles durch den Kopf: Beispielsweise die Unruhen in der Türkei, aus der seine Eltern stammen und in der seine Schwester lebt. Oder auch an den Beginn seiner Schwimmkarriere. Eine „Wasserratte“ war er schon seit früherer Kindheit. Doch so richtig erwischt mit der Kraul-Leidenschaft hat es ihn erst vor vier Jahren.

Beim damaligen 33,3-Stundenschwimmen in Kempten schwamm er 53 Kilometer und merkte: „Da geht noch mehr.“ Das hat er nun eindrucksvoll bewiesen.
Ein wenig Schulterschmerzen erinnerten ihn gestern an die Strapazen. Doch das kümmerte ihn nicht weiter. Im Gegenteil: „Eine Riesenlast ist von mir gefallen. Ich bin einfach nur glücklich.“

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