Lisa Brennauer mit großen Schritten Richtung Rio

Lisa Brennauer

Der Saisoneinstand ist geglückt: Rad-Ass Lisa Brennauer aus Durach hat mit ihrem neuen Team “Canyon-SRAM” bei der 8. Rundfahrt in Katar ein Ausrufezeichen gesetzt. Ihre Teamkollegin Trixi Worrack (Cottbus) holte den Gesamtsieg und in der Mannschaftswertung hatten die Mädels von “Canyon-SRAM” ebenfalls die Nase vorn. “Besser könnte es nicht laufen”, sagte Brennauer, die als Allgäuer Medaillenhoffnung für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro gilt. Mehr über die Pläne der 27-Jährigen lest ihr hier.

Ihre Fingernägel strahlen pünktlich zum Saisonauftakt im passenden Glanz: in grün. Die Farbe der Hoffnung begleitet Lisa Brennauer (27) aus Durach derzeit bei ihrem ersten Renneinsatz in Katar. Für die dreifache Weltmeisterin im Mannschaftszeitfahren steht das wohl wichtigste Jahr ihrer Karriere an. Ihr Ziel sind die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro im Sommer. Dort will sie beim Straßenrennen (135 Kilometer) sowie im Zeitfahren (30 Kilometer) in die Entscheidung eingreifen. “Wenn alles so bleibt, wie es jetzt ist und ich hundertprozentig fit bin, habe ich das Potenzial, um Medaillen mitzufahren”, sagt die deutsche “Radsportlerin des Jahres 2014” im AZ-Interview. Dann klopft sie lächelnd auf den hölzernen Tisch eines Cafes in der Kemptener Innenstadt und beschwört das Glück mit einem “toi, toi, toi.”

Die Weltranglisten-Siebte weiß, dass die Saison kein Selbstläufer wird. Auf dem Weg nach Rio lauern auch Gefahren. Das hat der tragische Unfall von sechs Fahrern des deutschen Profi-Rennstalls Giant-Alpecin in Spanien schlagartig vor Augen geführt. Bei einer Trainingsfahrt der Radasse zwischen Valencia und Alicante, so berichten spanische Medien, fuhr eine englische Autofahrerin frontal in die Gruppe. Die Frau war demnach auf der falschen Straßenseite unterwegs. Starfahrer John Degenkolb erwischte es besonders hart. Ihm wurde in einer dreistündigen Not-OP ein verletzter Finger wieder angenäht. “Das war ein Schock für uns alle. Ich hoffe, dass alle Fahrer bald wieder auf den Beinen sind. Das Risiko ist in unserm Sport immer da”, sagt Brennauer.

Die Allgäuerin konzentriert sich seit zwei Jahren ausschließlich auf die Straßenrennen, die Königsklasse im Radsport. Als Bahnfahrerin verzeichnete sie zwar viele Erfolge und belegte bei den Olympischen Spielen 2012 in London Platz acht in der Mannschaftsverfolgung. Doch sie entschied sich bewusst für die Straße. “Der Bahnradsport war eine tolle Zeit. Aber beides zusammen geht nicht”, erklärt sie.

Mit den weiteren deutschen Top-Fahrerinnen will sie so viele Weltranglisten-Punkte wie möglich sammeln. Wenn Deutschland bis Rio in den Top 5 der Team-Weltrangliste steht, darf es beim Straßenrennen die Maximalzahl von vier Fahrerinnen einsetzen. Das wäre ein großer Vorteil: Im Quartett könnten die Deutschen effektiv zusammenarbeiten, sich Windschatten spenden oder Attacken anzetteln. “Wer die Nummer eins ist, für die gefahren wird, legen die Trainer vor Ort fest”, erklärt Brennauer. Obwohl sie derzeit die deutsche Nummer eins ist, muss sie sich für ihre Olympia-Nominierung in den nächsten Monaten mächtig ins Zeug legen und Punkte sammeln.

Dass sich das Rackern für Rio lohnt, weiß sie aus eigener Erfahrung: Im Vorjahr durfte sie mit dem deutschen Team unmittelbar nach der Rad-WM in den USA einige Tage in der Millionen-Metropole verbringen – und die ersten Ausfahrten auf dem Olympia-Kurs mit Start und Ziel an der Copacabana unternehmen. “Das war ein tolles Gefühl. Auch wenn natürlich keine Zuschauer am Straßenrand waren, hat es innerlich gebrodelt.”

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