Martin Schädle ist Memmingens Sportler des Jahres

Martin Schädle

„Die Freude muss bleiben“, sagt Martin Schädle. Der Triathlet ist frischgekürter “Sportler des Jahres” der Stadt Memmingen.  Berufsbedingt  haben sich seine Prioritäten verschoben. Zeitmanagement ist für den Wahl-Freiburger besonders wichtig geworden. Unser AZ-Kollege Markus Brändle stellt Martin vor.

Von Markus Brändle

Memmingen Er hatte eigentlich nicht damit gerechnet, von der Stadt Memmingen erneut als „Sportler des Jahres“ gekürt zu werden, war er doch schon 2011 mit diesem Ehrentitel versehen worden. Gleichwohl sieht es Martin Schädle als „große Ehre“ an, so herausgestellt zu werden. Umso mehr, als der Ausdauersportler viel härter um seine Erfolge kämpfen muss als früher.

„Zeitmanagement wird noch wichtiger“, sagt der Triathlet, der im vergangenen Jahr bei den Amateuren Europameister im Cross-Triathlon wurde. Darüber hinaus belegte er bei der Triathlon-EM in Rimini Platz zwei über die Mitteldistanz in seiner Altersklasse (25-30). 2014 war er im Cross in seiner Altersklasse sogar Weltmeister geworden. Für dieses Jahr hat sich der 29-Jährige zum Ziel gesetzt, mehr Zeit mit seiner Freundin zu verbringen.

Nicht zuletzt will er die berufliche Anforderung als Projektleiter im Bereich Medizintechnik (bei der Firma Stryker in Freiburg) „noch besser“ mit dem erforderlichen Training in Einklang bringen. Was auch bedeutet, dass er auf einige reizvolle Wettkämpfe verzichten muss. Nicht drin ist deshalb heuer der WM-Cross-Triathlon in Australien, der im November stattfindet, ebensowenig die Triathlon-Europameisterschaft im September am Walchsee in Österreich.

Nicht nehmen lassen will sich Schädle aber die WM im Straßentriathlon über die olympische Distanz in Lissabon im Mai. Auch möchte er die Cross-Triathlon-EM in Zittau bestreiten, bei der Deutschen Triathlon-Meisterschaft über die Mitteldistanz in Heilbronn an den Start gehen und – last not least – zum vierten Mal den Unterallgäu-Triathlon in Ottobeuren gewinnen.

Eines hat Schädle bei allen sportlichen Ambitionen aber erkannt: „Das Allerwichtigste ist, dass die Freude bleibt.“ Keinesfalls versteht sich der zähe Ausdauerleister als Einzelkämpfer: Er ist Kapitän im „Quattro-Folio“-Team des TV Memmingen in der Zweiten Bundesliga. Auch trainiert er im Freiburger Hochschulsport eine erfolgreiche Ausdauer-Sportgruppe mit bis zu 40 Athleten. Zusätzlich hat Martin Schädle im vergangenen Jahr ein sportliches Integrationsprojekt für Flüchtlinge gegründet. Sein vorläufiges Fazit: „Das macht wahnsinnig Spaß.“ Über „sports4integration“ wird etwa allmonatlich ein Fußballturnier ausgetragen: in Zusammenarbeit mit Schädles Arbeitgeber und der Stadt Freiburg. Die Laufgruppe trifft sich jede Woche.

Als wir uns darüber unterhalten, muss Schädle kurz unterbrechen. Er habe gerade „eine Telefonkonferenz am Laufen“. Der Beruf fordert eben sein Recht. Manchmal aber lassen sich Sport und Job trefflich verbinden. Zuletzt im Dezember 2015, als Schädle beruflich für eine Woche in Florida war. Er hat dann einfach zwei Wochen Gran Canaria angehängt, um auszuspannen – und, logisch, um zu trainieren.

Ob er im Sommer auch in Immenstadt bei den Deutschen Triathlon-Meisterschaften an den Start gehen wird, weiß er noch nicht. Reizen würde es den Wahl-Freiburger schon. Das Schwimmen wird er dann wieder als notwendiges Übel ansehen, ehe er mit Radfahren und Laufen die beiden Disziplinen angeht, die ihm deutlich besser liegen. Die nötige Kraft tankt er im Winterhalbjahr beim Bouldern in der Halle. Ganz ohne Sport kann man sich Martin Schädle nicht vorstellen. Auch wenn sich die Prioritäten notwendigerweise etwas verschoben haben.Martin Schädle

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