Anne-Sophie beim Allgäu Vertical: Mit zitternden Knien ins Ziel – und dann einfach nur glücklich

Allgäu Vertical
Geschafft: Anne-Sophie wird im Ziel von Axel Reusch empfangen.

Auf was habe ich mich da nur eingelassen! Kurz vor dem Start beim Allgäu Vertical in Ofterschwang würde ich am liebsten meine Tourenski einpacken und wieder nach Hause fahren. Doch zum Glück kämpfe ich mich dann doch den Berg rauf und gehöre schließlich zu den 214 Finishern. Ich hab keine Sekunde bereut. Hier ist mein Bericht zum Bergauf-Rennen:

Es ist nicht nur der Blick auf die steile Piste, der mich vor dem Start an meinem Vorhaben zweifeln lässt.

Allgäu VerticalEs ist das Tempo, mit dem sich ein Großteil der anderen Athleten warm macht. Sie sprinten Teile der Strecke ganz locker Vollgas nach oben. Ich spare mir die Kräfte lieber: Für mich wird das Rennen schon genug Herausforderung werden.

Damit nicht genug: Veranstalter Axel Reusch hat mich von der Kurz- auf die Langstrecke umgemeldet. „Das schaffst Du schon“, sagte er lachend. „Nur nicht zu schnell angehen.“

Allgäu VerticalDoch das ist leichter gesagt als getan. Kaum fällt der Startschuss um 18 Uhr, stürmen wir im Pulk die Piste. Ein unglaubliches Gefühl. Man sieht nur so weit, wie das Licht der eigenen Stirnlampe reicht und nimmt die Geräuschkulisse besonders intensiv wahr: Überall Knirschen und Keuchen und das Klatschen der Zuschauer.

Der Puls ist auf 180. Anfangs kommt man sich wie in einer Nahkampfzone vor.  Doch schon bald entzerrt sich das Feld. Und damit wächst meine größte Sorge: Ich will hier nur eines – nicht Letzte werden! Dafür laufe ich mit meinen Ski so schnell ich kann.

An der oberen Liftstation angekommen, freue ich mich über die Anfeuerungsrufe der Zuschauer: „Gleich hast Du es geschafft.“ Ist nett gemeint, stimmt aber nicht ganz. Es geht einen weiteren Stich nach oben. Erst dann darf ich endlich abfellen – und mit den Skiern 250 Höhenmeter nach unten rasen.

Allgäu VerticalSo entgegengefiebert habe ich einer Abfahrt wohl noch selten. Kaum habe ich die Felle anschließend wieder an den Brettern, folgt der steilste Teil: Auf den letzten 100 Höhenmetern vor der Weltcup-Hütte zittern mir die Knie vor Anstrengung. Zum Glück muss da jeder Teilnehmer durch.

Und da vorne ist die Belohnung: Überglücklich und nach Luft ringend schiebe ich mich über die Ziellinie. Axel gratuliert mir und liefert die schönste Nachricht: „Du bist bei Weitem nicht Letzte.“ Platz 34 bei den Frauen wird es schließlich sein.

Doch das ist mir in diesem Moment egal. Ein bisschen Kraft habe ich noch. Für einen Luftsprung. Wer den Aufstieg beim Allgäu Vertical meistert, wächst selbst ein Stückchen mit.

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3 Gedanken zu „Anne-Sophie beim Allgäu Vertical: Mit zitternden Knien ins Ziel – und dann einfach nur glücklich“

  1. Toller Bericht Anne-Sophie und Respekt für Deine Leistung!! Ich finde es toll, dass Du solche Sachen (genau wie Tobias) ausprobierst um zu wissen, wie das ist!!
    Klasse!! 🙂

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