Allgäu Vertical-Siegerin Verena Krenslehner-Schmid: „Die Entwicklung ist wirklich enorm“

Verena Krenslehner-Schmid

Verena Krenslehner-SchmidBeim 3. Allgäu Vertical-Rennen hat Verena Krenslehner-Schmid in Rekordzeit gewonnen. Doch wo nimmt die 39-Jährige die Körner her – und wie sieht sie die Entwicklung im Skimo-Bereich? Wir haben im Mail-Interview nachgefragt und dabei überraschende Antworten von der Topsportlerin (Mountainbike und Skibergsteigen) aus Tirol erhalten. Weiteres Erkennungsmerkmal der Österreicherin: Sie schreibt, genau wie auf ihrer Hompage, am liebsten in Kleinbuchstaben. Für große Erfolge sorgt sie ja selbst 🙂

Herzlichen Glückwunsch zum erneuten Sieg beim Allgäu Vertical. Das Rennen scheint Dir besonders zu liegen….?

Verena: vielen dank! ob mir das rennen liegt kann ich jetzt so gar nicht sagen, eigentlich ist es mir fast zu kurz ;-). was ich aber sehr gerne mag sind steile anstiege und da hab ich das rennen auch glaub ich gewonnen. es war ja letztes und dieses jahr immer mein zweites rennen an einem wochenende. ich bin am freitag abend davor noch ein vertical race bei uns in tirol gelaufen und da ist es dann immer schon ganz schön hart bei einem so schnellen kurzen rennen….

Du zählst Du den besten Skimo-Athletinnen in Österreich. Wie sieht Dein Training aus: Eher nach Lust und Laune oder gibt es einen Plan? 

Verena Krenslehner-SchmidVerena: danke für die blumen 😉    ich trainiere schon nach einem trainingsplan und zwar aus dem einfachen grund weil ich mein training dann einfach besser strukturieren und planen kann. ich habe eine tochter, einen halbtagsjob und helfe auch noch manchmal im geschäft meines mannes. so muss ich familie, training und job unter einen hut bekommen. durch den trainingsplan weiß ich einfach im voraus wann und wieviel ich trainieren sollte und kann mir so fixe termine setzten und alles andere drumherum planen. anders ist es sonst kaum möglich. eigentlich habe ich ja mit dem skitourentraining angefangen als alternative zum rollentraining fürs mtb im winter (das mag ich leider gar nicht) und da ich zeitlich auch keine große möglichkeit habe wie viele kolleginnen auf trainingslager in den süden zu fahren hole ich mir meine kondition auf den ski. und weil das so gut lief hab ich angefangen  auch einige rennne zu laufen….
 Wie oft trainierst Du pro Woche und wieviel Stunden kommen dabei zusammen?

Verena: so  5-6 x die woche, je nach vorbereitungs oder wettkampfzeit so  zwischen 10 und 15 stunden.

Welchem Material vertraust Du?

Verena:
klamottentechnisch ist von anfang an maloja mein partner. ich liebe die sachen, da sie nicht nur chic aussehen, eine super passform haben,  sondern auch funktionell einfach top sind. ich bin ja schon mal 3-4 h auch bei regen und schnee unterwegs und da müssen die sachen funktionieren. da ich ja multisportlerin bin haben sie auch alles was ich brauche angefangen von radbekleidung im sommer  bis zu den laufklamotten im herbst und skimo im winter. mehr als perfekt für mich. Verena Krenslehner-Schmid
bei den skiern  ist hagen, eine österreichische firma meine erste wahl. der ski ist sehr leicht fährt sich aber auch im gelände perfekt was für individuals wichtig ist. und im sommer bin ich schon seit jahren mit bikes von conway (eine deutsche firma) unterwegs. bis jetzt hatte ich auch mit meinem radmaterial keinerlei probleme und es hat alles einwandfrei funktioniert. die sachen gibt es natürlich auch mit vielen wertvollen tipps  bei uns in vils in unserem kleinen, aber feinem laden mountain-rider 😉

 Wie siehst Du die Entwicklung von Skimo in den nächsten Jahren. Derzeit gibt es ja einen regelrechten Boom. Könnte die Disziplin zum Beispiel mal olympisch werden?

Verena: die  entwicklung ist wirklich enorm. ich bin seit ca. 20 jahren auf ski unterwegs und und habe die veränderungen wirklich live miterlebt. früher waren es halt ein paar  „wilde hunde“ die mit den ski im gelände unterwegs waren und einige exoten die belächelt wurden weil sie eine skipiste hochgerannt sind. mittlerweile ist es oft schon fast so, dass bei nicht so schönem wetter mehr skitourengeher die piste hochlaufen als runterfahren. der fittnessgedanke und die suche nach individuellem steht immer mehr im vordergrund. viele leute suchen halt  etwas was sie auch im winter fit hält. und das gefühl nach einer skitour was geleistet zu haben ist schon etwas tolles und das alles dann noch in traumhafter naturkulisse, was gibt es schöneres?  auf jeden fall wäre ich dafür, dass die disziplin  wieder olympisch wird.  gerade ein sprint oder vertical bewerb ist ja auch super interessant für die zuschauer und wirklich spannend, mit einer atmosphäre wie einem skirennen. bestes beispiel das allgäu vertical, da waren die fans wirklich hautnah dran und es herrschte eine tolle stimmung.  skimo ist ja eigentlich auch die urform des skifahrens….als es noch keine lifte gab hieß es ja erstmal hochstapfen um dann erst das runterfahren genießen zu können.

Welche Ski-Tour sollte auch ein Allgäuer unbedingt mal im Tirol unternehmen?

Verena: uih schwere frage, da gibt es ganz, ganz viele. schade ist, dass mir leider die letzten paar jahre oft die zeit fehlt so eine richtig schöne, lange tour in den lechtaler alpen zu machen. aber mein absolutes lieblings gebiet ist kaisers im lechtal. da gibt es einige wunderschöne touren und ich hoffe, dass es sich auch heuer noch mal ausgeht neben den ganzen wettkämpfen und dem training dort im gelände unterwegs zu sein.

Du bist auch erfolgreiche Mountainbikerin: Was sind Deine Saisonhighlights für 2016?Verena Krenslehner-Schmid

Verena: das werden sicher wieder meine lieblingsrennen wie das mtb festival in riva/gardasee. da konnte ich schon zweimal beim marathon mit dem zweiten platz aufs podest fahren und der sella ronda hero in wolkenstein. auch der iron bike in ischgl wird wieder  auf meinem rennkaldender stehen.  aber so ganz fix habe ich meine saisonsplanung noch gar nicht abgeschlossen….kommt auch drauf an wieviele skimo rennen es heuer noch werden….;-)

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