Sonthoferin radelt 17 000 Kilometer für Rio

Angela Buhl ist in Fahrt. Foto: Denise Blitz
Angela Buhl ist in Fahrt. Foto: Denise Blitz

 

Allgäuer Ausdauer weltweit! Auf großer Tour begibt sich die Sonthoferin Angela Buhl (31). Sie will 17 000 Kilometer in neun Monaten radeln. Ihr Ziel ist Rio. Dort will sie ihren Bruder Philipp treffen, Deutschlands derzeit besten Segler. Von Denise Blitz

Das pinke Mountainbike steht eingepackt vor der Haustüre der Familie Buhl in Berghofen. Angela Buhl macht sich auf nach Vancouver. Auf dem Bike wird sich von der kanadischen Großstadt in Richtung Brasilien radeln. Die 33-Jährige hat für die lange Strecke einen triftigen Grund: Ihr Bruder Philipp, Deutschlands bester Laser-Segler, startet im Sommer bei Olympia. „Mein Ziel ist es, zur Eröffnungsfeier in Rio zu sein“, sagt Buhl.

Die Strecke hat die Architektin nur grob geplant. Zunächst will sie an der Westküste der USA entlang fahren: „Von Vancouver aus radle ich am Meer entlang bis nach Mexico. Am Wasser ist es nicht ganz so heiß“. Außerdem sei es deutlich einfacher, sich zu waschen oder baden zu gehen mit dem Meer in der Nähe. „Vor Ort werde ich sehen, wie gefährlich ich ein Land einschätze. Wo ich durchradeln kann oder wo ich nicht weiterkomme“, sagte die Sonthoferin.

Um die 17 000 Kilometer in neun Monaten zu schaffen, wird Buhl voraussichtlich 60 bis 70 Kilometer pro Tag radeln. Wobei Pausen zur Regeneration freilich nicht fehlen dürfen. Aber: „Die Distanz ist für mich machbar“, ist Buhl sicher. Trainiert hat sie das tägliche Radfahren bei der ersten Hälfte ihrer Weltreise nach Nepal, von der sie erst kürzlich zurückkehrte. Die Strecke durch Amerika ist also Teil zwei ihrer „großen Reise“. Nach Nepal war die 33-Jährige ebenfalls neun Monate unterwegs, wobei sie damals 9500 Kilometer bezwungen hatte. „Beim ersten Teil war mein Ziel, in den Rhythmus zu kommen. Ich wollte herausfinden, wie weit ich pro Tag kommen kann und meine Fitness darauf aufbauen“, sagt die Oberallgäuerin. Sportlich hat sie sich in den Wochen vor dem Abenteuer nicht mehr vorbereitet. „Ich musste viele organisatorische Dinge klären – einen Flug zu buchen, das Rad musste zur Reparatur und das Zelt gereinigt werden“, sagt Buhl.

Während ihres Trips durch Asien und Europa hat sie schon einiges gelernt: „Ich kenne meine Schlafrhythmen, genau wie mein Fahrtempo“. Dicke Kleidung wird sie von Amerika nach Hause schicken, um das Gewicht zu reduzieren, denn ihr Fahrrad wiegt beladen 60 Kilo. Auch eine separate Tasche für die Verpflegung wird die 33-Jährige an ihrem Rad befestigt haben. „Essen für einen ausgeglichenen Energiehaushalt zu finden, war nicht immer einfach. Vor allem in Indien und Nepal unterscheiden sich lokale Essgewohnheiten stark von unseren. Supermärkte gab es dort keine. Es gab nur Straßenstände“. Wie die Lage in Südamerika aussieht, kann Buhl nicht einschätzen. Mit einer von Grund auf positiven Einstellung bereist sie dennoch neue Länder: „Keine Angst, aber die nötige Vorsicht zu haben, ist das Wichtigste“.

Wer Buhl auf der Reise nach Rio begleiten will, kann auf ihrem Blog unter www.holario.de nachlesen.

Ein Gedanke zu „Sonthoferin radelt 17 000 Kilometer für Rio“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.