Steil, steiler, Limone Skyrace: In zehn Sekunden von 2000 auf 2700

Skyrace Limone

Stell Dir vor, dass Du an einem heftigen Rennen teilnehmen willst – und dann kurz vor dem Start erfährst, dass es noch gewaltiger wird. Genau das passierte beim Limone extreme, dem finalen Rennen der internationalen Skyrun-Serie in Limone am Gardasee. Simone Philipp berichtet.

Genau zehn Sekunden hat es gedauert, um zu realisieren, dass die Veranstalter des “Limone extreme”, des finalen Rennens der internationalen Skyrunningserie in Limone am Gardasee, mal eben noch nen Schippe draufgepackt hatten.

Etwas ungläubig standen mein Mann Anton (“Dodo“) und ich sowie die anderen Allgäuer Starter Rabea und Andy Brittain, Uwe Pfanzelt und Daniel Naschert am Infoboard. Waren doch die eigentlich geplanten 23 km und 2071 HM auch nicht gerade ein Sonntagsspaziergang. Wegen Schnees auf dem höchsten Gipfel wurde die Strecke kurzerhand um einen Kilometer und 700 (!) Hm geändert. Mal unter uns: Mir hätte das bisschen Schnee da oben nichts ausgemacht…

Skyrace Limone

Jedenfalls haben wir daraufhin noch schnell die Marschverpflegung um einen Riegel aufgestockt. Zur Sicherheit. Und dann ging’s um Punkt zwölf Uhr mittags, begleitet von den Kirchenglocken des kleinen Touristenörtchens am Gardasee, zunächst einmal zwei Kilometer relativ flach am See entlang, bevor man in einen Wanderpfad bergauf zum Punta Larici abbog. Schnell verengte sich der Weg zu einem engen und sehr steilen Steig, auf dem sich die insgesamt 580 Starter (507 Männer und 73 Frauen) in einer schier endlosen Schlange drängten. An Überholen war da kaum zu denken.

Ca. 1200 Höhenmeter und zwei Becher Tee später erreichten wir den Passo Rocchetta. Von dort aus ging es dann, zur Erholung sozusagen, zuerst einmal kurz flach und dann auf schmierigem Untergrund wieder bergab in Richtung Limone. Mit der Erholung war’s da also nicht weit her. Ging es doch schon gleich wieder in den nächsten Anstieg, der es mit 800 HM verteilt auf ca. 3 km echt in sich hatte. Zum Glück hatten wir die Stöcke dabei, mit denen man sich Meter um Meter nach oben schieben konnte. Etliche schwierige Felspassagen mussten aber auch einfach auf allen Vieren oder an Seilversicherungen bewältigt werden.

Sowohl mein Mann Dodo als auch ich hatten zwischendurch einen richtigen Hänger. Dodo: ” Mir hat es irgendwann einfach den Stöpsel gezogen. Ich hatte das Gefühl zu stehen und oben wurde mir dann schwarz vor Augen”.

Die Allgäuer Teilnehmer schwärmten von einem tollen Lauf.
Die Allgäuer Teilnehmer schwärmten von einem tollen Lauf.

Auch ich musste an Tempo total rausnehmen, da ich sonst vermutlich umgekippt wäre. Die Signale des Körpers waren eindeutig. Gel und zwei Becher Wasser an der nächsten Verpflegungsstelle wirkten Wunder! Der folgende Abstieg war zwar auch sehr steil, aber zumindest trocken. Zu diesem Zeitpunkt waren die ersten schon längst im Ziel. Dodo im Übrigen auch. Eine gemeine Vorstellung, lagen doch immer noch ca. sieben Kilometer, 700 Hm Anstieg und 500 Hm technisch echt anspruchsvoller Downhill vor mir, bevor ich den Zielbogen nach fast fünf Stunden überqueren konnte. Als 39. hatte ich mein Ziel, in die erste Hälfte der Finisherinnen zu laufen zwar knapp verpasst, war aber trotzdem stolz, zumal es sogar noch für den dritten Rang in der Altersklasse gereicht hat. Auch Dodo, der als 97. einlief, erreichte als Zweiter in der AK einen Stockerlplatz. Skyrace Limone

Unser Fazit: Dieses Skyrace ist anders als die Ultratrailläufe, die wir sonst machen. Es besticht durchdurch technisch anspruchsvolle steile Trails mit atemberaubenden Aus- und Tiefblicken auf den Gardasee. Trittsicherheit in alpinem Gelände und Schwindelfreiheit sind aber schon schon zuweilen erforderlich. Wir waren hier zum ersten, aber sicher nicht zum letzten Mal. Uwe, der uns auch einen Teil der Fotos schickte: “Ein geiles, aber hartes Rennen! Es war top organisiert. Jeder harte Meter wurde mit genialer Aussicht belohnt. Jeder war absolut mit seinem Ergebnis zufrieden.”
Und hier sind die weiteren Allgäuer Ergebnisse:Daniel Naschert:
4:16 Std., Platz 176, AK 93
Andy Brittain:
4:44 Std., Platz 281, AK 25
Uwe Pfanzelt:
4:44 Std., Platz 282, AK 13
Rabea Brittain:
5:05 Std., Platz 368, AK 5Dodo und Simone Philipp

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