Christian Mangold: „Auf Hawaii treffen sich jedes Jahr 2000 Verrückte“

Christian Mangold vor seiner Abreise nach Hawaii. Foto: Benjamin Schwärzler
Christian Mangold vor seiner Abreise nach Hawaii. Foto: Benjamin Schwärzler

Triathlet Christian Mangold startet am 10. Oktober beim legendären Ironman Hawaii – zum zweiten Mal nach 2009. Jetzt schon ist der 44-Jährige vom Team Radsport Greiner (Lindenberg) zusammen mit Teamchef Manfred Greiner von Frankfurt aus via San Francisco auf die Südseeinsel geflogen. Mangold ist einer von drei Allgäuern, die heuer auf Hawaii dabei sind. Kurz vor seiner Abreise hatte der Scheffauer noch Zeit für ein Interview, das Benjamin Schwärzler von der Westallgäuer Zeitung mit ihm führte.

Macht Hawaii süchtig?

Christian Mangold: Der Wettkampf an sich ist im Vergleich mit anderen Rennen nichts Besonderes. Aber es ist halt Hawaii. Da treffen sich jedes Jahr 2000 Verrückte und es baut sich eine enorme Spannung auf. Das mitzuerleben macht unglaublich viel Spaß. Ich wollte nach 2009 unbedingt ein zweites Mal hin und manchmal auch mit dem Kopf durch die Wand, weil ich nicht richtig auf meinen Körper gehört habe. Jetzt hat es endlich geklappt. Es ist halt der Wettkampf, da will jeder Triathlet hin.

Wie sind Ihre Erinnerungen an 2009?

Mangold: Es hat ganz schön gewindet. Aber ich habe es genossen. Als ich vom Rad gestiegen bin, wusste ich, dass ich jetzt vier Stunden Zeit habe, um vor Sonnenuntergang zu finishen, was auf Hawaii ein wichtiges Ziel ist. Das habe ich geschafft.

Haben Sie sich speziell auf Hawaii vorbereitet?

Mangold: Angesichts der großen Hitze war es für mich der perfekte Sommer. Ich bin zum Beispiel auch mal ganz bewusst bei 38 Grad zehn Kilometer laufen gegangen, um meinen Körper an solche extremen Bedingungen zu gewöhnen. Allerdings ist das bei uns daheim hart, weil du ja kein Essen oder Trinken dabei hast. Auf Hawaii stehen alle eineinhalb Kilometer Stände, an denen du dich verpflegen oder erfrischen kannst. Und mein Fahrrad habe ich noch leicht modifiziert.

Wie sieht die letzte Woche vor dem Wettkampf aus?

Mangold: Beine hochlegen und schauen, dass die Form kommt. Kurz vor einem solchen Rennen wird nicht mehr viel trainiert, vielleicht insgesamt fünf bis sieben Stunden, um den Kreislauf in Schwung zu bringen. Es geht darum, entspannt ins Rennen zu gehen.

Wie viel trainieren Sie sonst?

Mangold: In der Regel etwa 20 Stunden pro Woche.

Welche Rolle spielt die Ernährung?

Mangold: Bei mir keine. Ich esse das, was mir schmeckt und gönne mir im Sommer auch mal einen Becher Eis. Ich bin schließlich kein Profi, der mit Triathlon sein Geld verdient. Ich bin der Meinung, dass der Körper immer das fordert, was er gerade braucht.

Wovor haben Sie auf Hawaii am meisten Respekt?

Mangold: Ich hoffe, dass mein Körper mitspielt. 180 Kilometer auf dem Rad sind keine Kleinigkeit. Und ich hoffe, mal einen Marathon ohne Rückenprobleme durchlaufen zu können. Aber das ist eigentlich Jammern auf hohem Niveau. Ich habe schon einige Ironmans gemacht und weiß, was ich kann.

Was ist Ihr Ziel? Beim letzten Mal waren sie 10:49 Stunden unterwegs.

Mangold: Die „9“ sollte vorne stehen. Die Platzierung spielt nur eine untergeordnete Rolle. Man muss sein eigenes Rennen laufen. Was die anderen machen, kannst du eh nicht beeinflussen. Ich habe mir zwar mal die Top Ten in meiner Altersklasse angeschaut, aber deren Zeiten sind schon eine ganz andere Dimension.

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