Axel Reusch: Mit Hammer-Rennen zur Hawaii-Quali 2016

Stolze Leistung: Axel Reusch mit seinem Support Cathrin Conradi.
Stolze Leistung: Axel Reusch mit seinem Support Cathrin Conradi.

Axel Reusch hat beim Ironman Lake Tahoe in den USA für ein Highlight aus Allgäuer Sicht gesorgt:  Der 47-Jährige aus Sonthofen wurde in 10:00:43 Stunden Elfter im Gesamtklassement und  Vierter in seiner Altersklasse. Damit qualifizierte er sich zum achten Mal in seiner Karriere für die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii. Herzlichen Glückwunsch dazu, Axel! Und hier lest ihr seinen Rennbericht:

Nachdem meine letzte Hawaii-Teilnahme schon ein paar Jahre zurück liegt (2007) und ich bei meinen letzten zwei Qualifikationsversuchen nicht erfolgreich war, stand ich heuer unter einem besonderen (selbstgemachten) Druck: die Quali sollte auf jeden Fall her. Gleichzeitig sollte mein Ironman nicht nur ein reiner Qualigeber sein, sondern auch für sich ein besonderes Erlebnis werden.

Deshalb habe ich mich für den Ironman Lake Tahoe entschieden. Eine harte Strecke in toller Landschaft, die meinen Fähigkeiten entgegen kommen sollte.
Wie ich mit der Höhe zurecht kommen würde, musste sich noch zeigen.

Da ich diesmal wirklich die Quali mit der Brechstange erreichen wollte, habe ich mich akribisch vorbereitet: Trainiert wie selten, viele Wochen zwischen 20 und 23 Stunden. Material optimiert. Regelmäßige Physio etc. Neben Beruf und Nebenbeschäftigungen wie den APM organisieren, war mir das eigentlich zuviel. Ironman ist ein dominierender Sport, da fallen andere Teile des Lebens leicht über die Kante.

Die Vorbereitung lief auch wegen des perfekten Sommers sehr gut. Zwei kleine Aufreger (3 Wochen vorher plötzlich doch muskuläre Probleme und 10 Tage vorher große Waldbrände) gab es noch zu überstehen, dann kam der 20. September und mein 24. Ironman Wettbewerb.

Beim Schwimmen habe ich mich wie geplant zurück gehalten. Der See war erfrischende 16*C warm, was aber dank erlaubter Neoprenhaube und Neoprenbooties erträglich war.

Die erste Stunde auf dem Rad (das ganze Rennen findet auf über 2000 Metern statt) am Morgen war empfindlich kalt: bei 5*C habe ich trotz Armlingen, Handschuhen und Weste ziemlich geschlottert. Danach wurde es bei wolkenlosem Himmel schnell wärmer.  Auch auf dem Rad fuhr ich zügig aber verhalten und habe jeglichen Krawall vermieden. Trotzdem kam ich im Feld gut voran, so daß ich als ca. gesamt 30. gewechselt habe.

Ich ging davon aus, daß es in meiner Klasse 7 Qualiplätze geben würde und ich fand es extrem unwahrscheinlich, dass unter der ersten 30 gleich 7 alte Säcke sein würden.

Ich bin also kontrolliert angelaufen, da ich dachte, das ein Sicherheitsschuss ohne Risiko mir auch die Quali bringen würde.

Beim Laufen wurde es dann richtig warm (25C-28C), was den an sich schon sehr anspruchsvollen Marathon auch nicht leichter machte.

Ich konnte ein paar kleine Tiefs am Anfang überstehen und mich halbwegs konstant ins Ziel bewegen. Bei vielen meiner Mitstreitern war das nicht der Fall. Schon auf dem Rad mit den  zwei  Pässen hatte ich den Eindruck, das Einige schon stehend K.o. waren. Dann ist es aber fast unmöglich noch einen Ironman-Marathon vernünftig durch zu laufen.

In der zweiten Hälfte konnte ich noch einige überholen und schließlich sogar noch bis auf Platz 11 vorlaufen (Lake Tahoe hat allerdings keine Profiklasse: Kein Preisgeld und keine Kona-Punkte). Dabei war ich schon ziemlich überrascht wie viele dabei aus meiner AK (die Waden waren mit dem Alter markiert) waren…

Die richtige Überraschung kam dann im Ziel und am nächsten Morgen: unter den ersten 11 waren 4 aus meiner Altersklasse. Es gab auch nur 5 Plätze. Das heißt, das ich am Anfang des Marathons deutlich außerhalb der Qualiplätze gelegen habe. Gut, daß ich das zu dem Zeitpunkt nicht wusste! Ob ich sonst so ruhig geblieben wäre, glaube ich eher nicht. Wie immer zeigte sich: Ein Ironman wird in den letzten 1 bis 1.5 Stunden entschieden.

Ich hatte ja schon immer das Talent mir Rennen aus zu suchen, wo ausgerechnet meine Klasse extrem stark besetzt ist. Die 2 Klassen über mir hätte ich gewonnen, in den 2 Klassen unter mir wäre ich jeweils 2. geworden.

Aber mit einer Kombination aus Dusel und Hartnäckigkeit habe ich es geschafft meine 8. Hawaii-Teilnahme zu sichern: Am 8. Oktober 2016 werde ich also wieder mit dabei sein in Kailua-Kona.

Swim 1:02
Bike 5:20
Run 3:26
Total inklusive Wechseln: 10:00:43

Von der Vorbereitung und Ausführung her sicher einer meiner besten Wettkämpfe. Ich bin sehr stolz und froh, das ich dann zumindest 2017 auch mal wieder weniger trainieren und andere Dinge im Leben machen kann.

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