Corinna Röhrle: Doppelt gut in Form

Corinna Röhrle

Ihr Aufschlag ist gefürchtet. Ihr Antritt mittlerweile auch. Corinna Röhrle (29) vom TSV Wiggensbach ist ein doppeltes Sport-Ass. Die langjährige Tennisspielerin mischt mittlerweile auch die Allgäuer Ausdauerszene als Läuferin mit starken Zeiten auf. „Mit Joggen habe ich vor elf Jahren so nebenher als Ausgleich zur Arbeit begonnen. Seitdem habe ich mich jedes Jahr ein Stück verbessert. Das macht den Reiz aus“, sagt die Verwaltungsfachwirtin, die bei der Stadt Kempten arbeitet.


Wenn sie von ihren Bestzeiten erzählt, staunen nicht selten auch die Männer: Über zehn Kilometer steht ihr persönlicher Rekord bei 40:42 Minuten, den Halbmarathon in Kempten (21,1 km) lief sie schon in 1:31 Stunden und ihren ersten Marathon (42,2 km) in München meisterte sie im Vorjahr in München in achtbaren 3:39 Stunden. Ihr bisheriger läuferischer Höhepunkt war aber zweifelsohne der Sieg beim neuen Illertrail (25,5 Kilometer) von Immenstadt nach Kempten im Juni. „So ein Rennen zu gewinnen, das ist schon der Hammer“, sagt Röhrle, die zu dieser Zeit noch mitten in der Tennissaison steckte. Inzwischen ist diese erfolgreich beendet: Als Aufsteiger schafften die Damen des TSV Wiggensbach den Klassenerhalt in der Bezirksliga und zählen damit zu den drei besten Frauen-Mannschaften im Allgäu.

Vor Beginn der Spielrunde war die Skepsis dagegen groß: Ausgerechnet die bisherige Nummer eins, Sarah-Kristin Fricke (20) verabschiedete sich in Richtung Studium in München. „Das war natürlich echt bitter“, erinnert sich Röhrle, die Kapitän der Mannschaft ist. Ans Aufgeben denken, ist nicht ihr Ding. Dieser Optimismus übertrug sich auch auf die anderen Spielerinnen. Mit der neuen Nummer eins Martina Wolkan und reichlich Kampfgeist schafften die Oberallgäuerinnen letztlich den Liga-Verbleib. „Wir sind eine super Mannschaft und das kommt nicht von ungefähr: Der Zusammenhalt wird in der ganzen Abteilung großgeschrieben“, erzählt Röhrle, die mit acht Jahren mit Tennis begann.

Loslassen und sich nur aufs Laufen konzentrieren, kommt ihr nicht in den Sinn. Zu sehr ist sie vom Zusammenspiel von Athletik, Technik und Taktik begeistert: „Im Tennis lernt man nie aus. Da kann man sich bis ins hohe Alter verbessern“, sagt sie.

Doch auch im Ausdauersport sieht sich die 1,80 Meter große Sportlerin aus Ermengerst noch längst nicht am Ziel. In diesem Sommer wagt sie sich vielmehr an eine neue Herausforderung: Sie nimmt am 16. August erstmals am Allgäu-Triathlon in Immenstadt teil und zwar als Schlussläuferin in einer Frauen-Staffel über die Olympische Distanz. Den Auftakt beim Schwimmen (500 Meter) macht ihre Tenniskameradin Mona Kunz, danach tritt Mountainbike-Ass Mirjam Horn (RSC Auto Brosch Kempten) für das Trio auf der Radstrecke (42,5 km) in die Pedale, ehe Röhrle für den Schluss-Turbo über 10,5 km Laufen sorgen will.
Übrigens: Genau wie Röhrle arbeitet auch Horn bei der Stadt Kempten, wo sich die beiden anfreundeten. Dass sie als Team funktionieren, haben sie auch schon sportlich bewiesen: Schon drei Mal gewannen die beiden die „Seelina Challenge“ für Läufer und Radler in Moosbach.

Nachdem sie im Magazin Allgäu-Running von den Staffel-Wettbewerben beim Allgäu-Triathlon gelesen hatte, war für Röhrle klar: „Da müssen wir hin!“ Einen Einzelstart kann sie sich dagegen (noch) nicht so recht vorstellen. „Ich bin keine gute Schwimmerin.“

Doch wer das Bewegungstalent Corinna Röhrle kennt, der weiß, dass sich daran schon bald etwas ändern könnte.

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