APM: Startplatzgewinner Steffen Wittmann überrascht sich selbst mit Marathon-Sieg!

Steffen WittmannEin wieder mal unglaubliches Laufwochenende liegt hinter mir – dank Allgäu-Ausdauer durfte ich über die Marathondistanz beim Allgäu-Panorama-Marathon in Sonthofen an den Start gehen. Nach einer harten Trainingswoche bin ich ohne Trainingsreduzierung an den Start gegangen. Für mich als mittelmäßigen Bergläufer galt es möglichst locker über die Hörnerkette zu kommen um dann am Ende noch möglichst locker ins Ziel laufen zu können…

Steffen Wittmann

Als ich am Vortag die Startliste studierte und einige hochkarätige Namen sah, so war dich doch sehr erstaunt, wer sich da alles an das Wagnis Marathon herantraut – u. a. Stefan Stahl, den ich bisher mehr von Kurzstreckenrennen und aus der Crosslaufserie kannte. Da der Marathon für mich als Long-Run-Ersatz diente, stand für mich das gute Durchkommen im Vordergrund – ohne auf der letzten Rille einzulaufen. Schließlich steht für mich der Saisonhöhepunkt mit dem BMW-Berlin-Marathon am 27. September erst noch an. In Sonthofen angekommen traf ich bereits viele bekannte Gesichter und da die Zeit bereits sehr knapp war, zog ich mich schnell um und startete in ein kurzes Warm-Up. Und schon traf ich meinen persönlichen Favoriten Stefan Stahl, der hier seinen Marathoneinstand gab. Nach einem kurzen Wortwechsel wurden wir auch schon in den Startblock gerufen – mit Florian Lorenz stand ein weiterer Marathondebütant unerwartet an der Linie, aber umso mehr freute es mich, dass sich ein Läufer aus dem b_faster-Team mal auf diese Distanz waagte.
Meinen Respekt an Stefan und Flo, sich einen Bergmarathon für einen Start auf die Langstrecke auszusuchen.

Um 08:00 Uhr schickte uns dann endlich Hannes Nägele auf die Strecke. Das Tempo war zu Beginn recht gemäßigt, so dass man sich gut unterhalten konnte. Relativ schnell zerbröckelte das Feld und wir bildeten eine fünf-Mann-Gruppe. Bereits im ersten Waldstück zum Hüttenberger Eck schaltete ich schnell einen Gang zurück und lief meinen eigenen Rhythmus, so dass ich kurzzeitig Anschluss zu Flo und Stefan verlor, nach knapp 700 m konnte ich jedoch wieder aufschließen. Auf dem Weg zur Ofterschwanger Weltcup-Hütte machte sich Timo Minges auf und davon. So liefen Flo, Stefan und Ich gemeinsam bis zum Weiherkopf mit einem Abstand von knapp 30 Sekunden auf Timo Minges. Das Panorama am Weiherkopf war herrlich und so konnten wir auch immer wieder die Blicke schweifen lassen.

Nach dem kurzen Trail-Downhill am Weiherkopf konnte man sich bis zum Berghaus Schwaben ein wenig erholen, leider verlor Flo ein paar hundert Meter später den Anschluss. Unterhalb des Riedberger Horns kam die letzte Kuppe bevor wir bergab in Richtung Grasgehren liefen. Inzwischen hatten Stefan und Ich einen richtig netten „Hoigarta“ über „Wie vertreibe ich die Kühe von der Strecke?“ oder „Wenn ich mich nach der Arbeit hinhock, isch’s vorbei mit Laufen!“ 😉

Am Grasgehren war richtig gute Stimmung – danke Antje Schuhaj! Kurz vor Kreuzung des Riedbergpasses mussten wir tatsächlich eine Kuhherde umgehen, die den kompletten Trail blockierte, bevor es weiter zur Schönberg-Alpe ging in einen der letzten kurzen Anstiege. Hier musste ich kurz 50 m in den Gehschritt wechseln, da sich meine Adduktoren kurz versuchten zu verkrampfen. Stefan war so freundlich und ging das kurze Stück mit bevor wir Kilometer 21 wieder im Laufschritt passierten. Endlich ging es wieder auf Asphalt zurück – Timo Minges war das ganze Lochbachtal sichtbar und wir kamen immer wieder ein paar Meter näher – für uns als Straßenläufer Erholung pur!

Im Tal angekommen querten wir den Hirschsprung bevor der letzte Anstieg auf den Herrenberg anstand – ein kurzer knackiger Wiesentrail, steiler als erwartet! Wir erreichten Obermaiselstein und so langsam begann dann auch endlich der Marathon mit Kilometer 33. Ich versuchte das Tempo auf meine normale Marathonpace zu ziehen und so konnten Stefan und Ich kurz vor Kilometer 35 an Timo Minges vorbeiziehen. Das Tempo weiterhin zügig aber nicht am Anschlag und so liefen wir noch bis Kilometer 37 zusammen. Da ich von Stefans Qualitäten auf kurze Distanzen wusste und dass er selbst ein Taktiker ist, erhöhte ich kurzzeitig das Tempo für ein paar hunder Meter und mir gelang es tatsächlich eine kleine Lücke zu reißen, die dann doch sehr schnell groß wurde.

Die letzten Kilometer waren nur noch Kopfsache und als der Abstand groß genug war drosselte ich das Tempo wieder etwas – schließlich war der Berlin-Marathon immer im Hinterkopf. Am letzten Illerübergang zuckten doch tatsächlich nochmal kurz die Adduktoren und ich ging nochmal 2-3 Meter, schnappte mir aber dann gleich an der nächsten Verpflegung nochmal eine Cola und so konnte ich die letzten Meter als auch den Zieleinlauf in vollen Zügen genießen! Für mich ein absolut überraschender Gesamtsieg nach 03:23:24 Stunden bei 1500 Höhenmeter!

Ohne den Startplatz von Allgäu-Ausdauer wäre ich hier dieses Jahr wahrscheinlich nicht gestartet und hätte diesen Erfolg nicht mitnehmen können – Danke! Tilo Minges holte Stefan nochmals ein und wurde Zweiter. Großen Respekt an Stefan Stahl, der einen wahnsinnig tollen ersten Marathon gelaufen ist – Hut ab! Es hat wirklich wahnsinnig Spaß gemacht mit dir zusammen zu laufen – danke für die guten Gespräche 😉 da vergehen die Kilometer wie im Flug. Auch Flo wurde noch respektabler Siebter – eine klasse Leistung für ein Debüt auf einer solch schweren Strecke. Ich hoffe der Muskelkater ist bzw. war nicht ganz so schlimm, dass ich euch mal wieder auf der Langstrecke antreffen darf!

Ein Gedanke zu „APM: Startplatzgewinner Steffen Wittmann überrascht sich selbst mit Marathon-Sieg!“

  1. Herzlichen Glückwunsch an Euch alle! Es ist mir ein Rätsel wie man sich bei dem Tempo noch gemütlich unterhalten kann 🙂
    Viel Glück für Berlin!

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