Triathlon: Thomas Reichl löst WM-Ticket

Thomas Reichl. Foto: Martin Riedel
Thomas Reichl. Foto: Martin Riedel

Früher war er Torhüter. Jetzt trumpft er als Triathlet auf. Thomas Reichl (33) vom RC Allgäu hat sich in seiner Altersklasse für die Triathlon-WM auf der halben Ironman-Distanz in Zell am See qualifiziert. „Ich bin einfach megahappy“, sagte der Industrie-Elektroniker nach seinem jüngsten Coup.

Die Quali für die WM in Zell am See am 30. August knackte Reichl beim Ironman 70.3 in St. Pölten. 4:25:48 Stunden benötigte er für 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen.  Damit belegte er den achten Platz in der Altersklasse 30 bis 34 Jahre – und darf nun zur WM!  „Darauf bin ich sehr stolz“, sagt Reichl über die bisherige Krönung seiner zweiten Sportkarriere.

Bevor er zum Ausdauersport kam, war er Fußball-Torhüter. Er spielte beim TSV Obergünzburg, später dann auch beim FC Memmingen II in der Landesliga und saß beim damaligen Bayernligisten als zweiter Keeper auf der Bank. Von 2009 bis 2012  stand er wieder bei seinem Heimatverein TSV Obergünzburg zwischen den Pfosten. Der frühere Schwimmer glänzte schon als Keeper mit guten Laufleistungen. „So einen Keeper habe ich noch nie erlebt: Der läuft im Training immer vor den Feldspielern statt hinter ihnen her, wie das andere Keeper machte“, sagte der damalige FCM-Torwart-Trainer Hans Bohnet einmal im AZ-Interview.

Ein erstes Ausrufezeichen als Ausdauersportler setzte Reichl gleich bei seinem ersten Marathon im Herbst 2009: Damals blieb er in 2:59,12 Stunden auf Anhieb unter der für Hobbyläufer magischen Drei-Stunden-Marke. Mittlerweile hat er schon drei Ironman-Wettbewerbe gefinisht und plant eine weitere Teilnahme am 28. Juni beim Ironman in Klagenfurt.

Sein derzeitiges Trainingspensum umfasst 20 bis 25 Stunden pro Woche. Oder in Kilometern ausgedrückt: 10-12 Schwimmen, 80-100 Laufen, 350-500 Radfahren.  „Das schöne daran ist, dass ich mir das Training einteilen kann wie ich will und es keine festen Zeiten gibt“, sagt Reichl, der meist zwei Mal am Tag trainiert.

Wenn es zeitlich passt, startet er teils auch mit Freundin Kerstin Petsch zu gemeinsamen Runden. Dass auch sie top in Form ist, bewies sie mit AK-Platz 13 in St. Pölten in 5:21:08 Stunden. Damit belegte sie den 62. Rang im stark besetzten Teilnehmerfeld. Während  Petsch am 29. August in Zell am See am Samstag beim „normalen“ Halb-Ironman starten wird, tritt Thomas tags darauf im WM-Wettkampf an. „So kann jeder den anderen im Wettkampf unterstützen“, freut sich Reichl auf den Saison-Höhepunkt.

Und was ist nun anstregender Fußball oder Triathlon?  „Das kann man so nicht sagen. Auch im Torwart-Training kann man sich abschießen“, sagt er aus Erfahrung. Dafür nennt er einen anderen Unterschied: „Im Fußball kann man sich schon mal verstecken. Als Ausdauersportler bist du im Wettkampf voll und ganz auf dich alleine gestellt“, sagt Reichl, dessen Marathon-Bestzeit mittlerweile bei 2:53 Stunden steht.

Damit dürfte der „Torwart-Rentner“ noch immer schneller sein, als so mancher aktiver Feldspieler…

 

 

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