Bernadette Käferlein: „Ich wusste gar nicht, dass ich gewonnen habe“

Bernadette Käferlein, Memmingen,

Für Bernadette Käferlein läuft es derzeit richtig rund: Die Ottobeurer Triathletin hat sich in ihrer Altersklasse (45 bis 49 Jahre) für die Triathlon-Weltmeisterschaft qualifiziert. Die 44-Jährige, die für den TV Memmingen startet, siegte beim Mitteldistanz-Triathlon in St.Pölten/Österreich souverän mit 16 Minuten Vorsprung vor der Konkurrenz. Kurios: Von ihrem Sieg erfuhr sie erst später!  Jan-Mirco Linse erzählt Euch die ganze Geschchichte.

Mit ihrem Triumph in St. Pölten sicherte sich die Hobby-Sportlerin einen Startplatz für die Mitteldistanz-WM (1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren, 21,1 Kilometer Laufen), die am 30. August in Zell am See/Österreich stattfindet. Bereits im vergangenen Jahr hatte Käferlein ihr Ticket für die Weltmeisterschaft gelöst, doch sie verzichtete auf den Start. „Leider hat die WM damals in Kanada stattgefunden und es war relativ schnell klar, dass das für mich nicht machbar ist. Ich habe zwei Kinder und natürlich einen Beruf“, sagt die hauptberufliche Übersetzerin heute.

Bernadette Käferlein

Umso größer sei die Freude gewesen, als sie die Norm dieses Jahr erneut schaffte: „Ich habe natürlich gehofft, dass ich mich noch einmal qualifizieren kann, aber man weiß ja nie, wie’s läuft. Ich habe mich wahnsinnig gefreut, als ich in St. Pölten in meiner Altersklasse gewonnen habe.“

Kurios: Als Käferlein ins Ziel kam, wusste sie nicht, dass sie gewonnen hatte. „Ich kann mich nur noch schemenhaft erinnern: Ich bin durch das Ziel und habe gehört, wie der Stadionsprecher vom zweiten oder dritten Platz gesprochen hat. Erst zwei Stunden später hat mir meine Tochter geschrieben, dass ich gewonnen habe – da war ich schon wieder im Hotel“, erzählt Käferlein.

Triathlon habe sie vor etwa 15 Jahren erstmals ausprobiert. Damals sei sie einige Male auf der Sprint-Distanz angetreten, erinnert sich Käferlein: „Wettkampfmäßig mache ich das erst seit zwei Jahren wieder“. Die WM-Qualifikation im vergangenen Jahr schaffte die Ottobeurerin gleich mit ihrem ersten Mitteldistanz-Triathlon überhaupt. „Damit hätte ich damals nie gerechnet. Aber ich bin schon immer viel geschwommen, geradelt und gelaufen. Ich brauche meinen Sport als Ausgleich“, verrät die Mutter einer 14-jährigen Tochter und eines sechsjährigen Sohnes. Dass sie sich dabei für die Weltmeisterschaft qualifiziert habe, sei „eine super Zugabe“.

Bernadette KäferleinDie 44-Jährige trainiert ungefähr zehn Stunden in der Woche: „Aber das ist sehr schwierig. Ich könnte auf Anhieb gar nicht sagen, wie lange ich genau trainiere. Ich muss da spontan sein: Ich habe keine festen Zeiten, in denen ich Sport mache.“

Was sie sich für die Weltmeisterschaft vorgenommen hat? „Das habe ich mich auch schon gefragt“, sagt sie lachend. „Es wäre natürlich schön, wenn ich es unter die besten Zehn schaffen würde, aber das wird schwer. Da sind die Besten der Besten dabei“, erklärt sie. Das Abschneiden hänge auch davon ab, ob ihr die Strecke liege: „Aber eigentlich geht es für mich nur darum, dabei zu sein. Das ist wirklich toll.“

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