Matthias Ebert plant krassen Ritt

Radsport, Rad, Race across Island, Matthias Ebert
Matthias Ebert aus Kempten startet am 23.Juni 2015 zum Race around Iceland in der Soloklasse. Das sind 1335 Kilometer auf der Ringstraße um Island. Das Zeitlimit beträgt 84 Stunden. Hier schildert er seine Beweggründe für das Extrem-Rennen….


Warum fährst du dieses Rennen?

Ich stelle mir jedes Jahr ein Ziel im Radsport und baue darauf meine Vorbereitung auf. Fahre ich zum 2. Oder 3.Mal das RATA (Race across the alps) versuche ich mich zu verbessern. Aber spannender ist es ein neues Rennen an zu gehen. In Ultracycling-Rennen geht man wie in allen Langstrecken-Sportarten mental und körperlich an die eigenen Grenzen. Ich versuche jedes Jahr diese Grenzen zu erhöhen. Bei jedem Rennen muss ich meinen inneren Schweinehund bezwingen, der mir zuflüstert, es reicht – hör auf, leg dich hin.

 

Was reizt dich an einem Radrennen auf Island?

Island ist eine tolle Insel. Gletscher, Vulkane, Geysire alles ist hier vorhanden. Ich habe mehrmals dort Urlaub gemacht. Früher schon mit dem Rad, allerdings als Tourist mit Fahrrad und Zelt. Ich freue mich in der Nacht auf Island zu radeln, während dessen es nicht dunkel wird.

 

Wie gehst du an ein so langes Rennen heran?
Die Vorbereitung begann bereits im letzten November, dank der Unterstützung durch das Fitnessstudio Fetzer+Pfund in Kempten die sehr begeistert waren von diesem Projekt, durfte ich unter Professionellen Bedienungen mein Training beginnen. Die Hauptgrundlage begann mit knapp 8 Std. in der Woche auf dem Ergometer und wurde bis zu den ersten Straßenkilometern (Anfang März) stetig erhöht. Bei Langstreckenrennen werden auch die Nackenmuskeln stark beansprucht, deshalb habe ich parallel nach bzw. vor den Einheiten eine zusätzliche Session am Gerät absolviert. Durch das Diagnostikzentrum Kempten was perfekter Weise in einem Gebäude ist, habe ich exakte Trainingswerte zur Steuerung bekommen durch eine Leistungsdiagnostik. Mit diesen Werten Trainiere ich seitdem, um ideale Trainingsreize zu setzen. Eine weitere Leistungsdiagnostik unmittelbar vor Island wir mir dann sagen ob ich meine Hausaufgaben gemacht habe.

Wie bereitest du dich speziell auf Island vor?
Das Rennen hat eine Länge von 1350km und 10000Hm. Die Steigungen und die Höhenmeter sind nicht das Thema. Anspruchsvoll sind die Länge des Rennens und vor allem das Wetter. In Island ist auch im Sommer alles möglich. Von Sturm bis zum Schneefall. In der Vorbereitung fahre ich öfters bei Schlechtem Wetter einige Stundenaus um mich mental darauf einzustimmen. Auf der Straße sind rund 6000Km bis zum Rennbeginn geplant auf flachen strecken mit Wind und Wetter um die Insel zu simulieren.

Hast du eine Strategie für das Rennen?
Beim Race around Iceland ist das Wetter die große Unsicherheit. Von Sonne, sogar Hitze zu Sturm mit Schneeschauer ist alles möglich. Vor allem der Wind kann sehr heftig sein. Habe ich Rückenwind, will ich solange wie möglich ohne Pause im Sattel bleiben. Ich hoffe nach 60 Stunden das Ziel zu erreichen.

Wie hast du mit dem Radsport begonnen?
Ich kam über Brevet-Radrundfahrten zum Ultracycling-Radsport. Brevets sind Radrundfahrten von 200, 300, 400 und 600km Länge. Man fährt sie am Stück ohne Zeitnahme. Man muss nur innerhalb eines Zeitlimits das Ziel erreichen. Hat man in einem Jahr alle Distanzen geschafft, hat man sich für das große Brevet Paris-Brest-Paris über 1200km qualifiziert, das alle 4 Jahre stattfindet. Die Einzelbrevets bin ich schon alle gefahren, nur Paris-Brest-Paris steht noch aus.

 

So ein Rennen kann man nicht alleine durchführen. Wie wirst du unterstützt?
Ich habe ein Super-Team, das mich unterstützt. Fünf Freunde begleiten mich während des Rennens auf Island. Es ist toll was die leisten. Sie bereiten meine Anziehsachen vor, warten mein Bike, geben mir das Essen und muntern mich auf, wenn es mal nicht so toll läuft. Während eines Rennens haben wir viel Spaß und darauf freuen sich alle und alle freuen sich auf Island. Die materielle Unterstützung dagegen hält sich sehr in Grenzen, neben unserem neu gegründeten Cycling Team www.sust-cycling.com erhalte ich weitere Unterstützung von regionalen Sponsoren wie F&P medical Fitness und von der Ferienwohnung meiner Eltern. Der Großteil des finanziellen Aufwandes muss selbst finanziert werden. Um das Budget von ca. 6.500 Euro aufbringen zu können hat sich jedes Teammitglied bereiterklärt seinen Flug und Unterkunft selbst zu zahlen, was unglaublich ist! Ohne dies wäre dieses Projekt nicht finanzierbar gewesen.

 

 

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