Zum Geburtstag viel Lauf: Antje und ihr Mega-Einsatz über 215 Kilometer

24-Stunden-Lauf, Weltmeisterschaft Turin, Antje Schuhaj

Stell Dir vor, Du hast Geburtstag und Deine Party besteht daraus, eine Runde nach der anderen zu laufen. Unsereins würden vielleicht noch ein paar andere Dinge einfallen. Aber für  unsere “eiserne Lady” Antje Schuhaj (mit Startnummer 260) war es das Non-Plusultra. Sie lief an ihrem Ehrentag bei der Weltmeisterschaft im 24-Stunden-Lauf in Turin mit und schwärmte von einem “Wahnsinnserlebnis”.

Als das Schlusssignal ertönte, wollte Antje Schuhaj nur noch eines: sich schnell hinsetzen. „Ich war wirklich alle“, erinnert sich die 47-jährige Extremläuferin, die völlig erschöpft auf einen Plastikstuhl sank. Bei der Weltmeisterschaft im 24-Stunden-Lauf in Turin war sie zuvor einen Tag und eine Nacht auf den Beinen – und legte exakt 215,9 Kilometer zurück. Ja, da hockst di nieder….

24-Stunden-Lauf, Weltmeisterschaft Turin, Antje Schuhaj„Es war ein unglaubliches Erlebnis. Obwohl ich körperlich total platt war, bin ich zugleich richtig aufgedreht gewesen“, sagte die Extremläuferin vom TV Kempten, die bei ihrer WM-Premiere den 19. Platz belegte. Zugleich wurde sie 15. in der Wertung der europäischen Läuferinnen. Insgesamt stürzten sich 337 Männer und Frauen aus 35 Nationen ins „Vergnügen“, dessen Spaß-Potenzial sich wohl nur Extremsportlern erschließt: Die Läufer wurden auf eine zwei Kilometer lange Strecke geschickt.

24-Stunden-Lauf, Turin, WeltmeisterschaftEin Anstieg mit sechsprozentiger Steigung außerhalb des Leichtathletik-Stadions erschwerte den „Kreislauf“ für viele. Nicht so für Schuhaj, die schon der deutschen 100-Kilometer-Nationalmannschaft angehörte und sich in den Bergen zuhause fühlt. „Ich habe viel rund um Kempten trainiert. Da legt man automatisch Höhenmeter zurück“, sagt die Mutter von zwei Söhnen, die schon zwei Mal zu Kemptens Sportlerin des Jahres gekürt wurde (2013 und 2008).  Neben den vielen Trainingskilometern, die sie in 15 Jahren als Ausdauersportlerin zurückgelegt hat, waren es wieder einmal ihre mentalen Fertigkeiten, die sie die Tortur überstehen ließen. “Ich bin halt eine Kampfsau”, sagt Antje schmunzelnd.

24-Stunden-Lauf, Weltmeisterschaft Turin, Antje SchuhajNeben der Unterstützung durch Partner Michael Baader baute sie auch die Unterstützung im deutschen Nationalteam auf. Egal ob Physiotherapeut Gerald Mexner oder die weiteren Laufkollegen: “Alle haben sich gegenseitig gepuscht.” Den Vogel schoss dabei Florian Reus aus Würzburg ab: Er holte sich mit 263,89 Kilometern den WM-Titel vor Pawel Szynal (Polen, 261,18 km) und Robbie Britton (Großbritanien, 261,14 km). Bei den Frauen gewann die US-Amerikanerin Katalin Nagy (244,49 km) vor ihrer Landsfrau Falbo Traci (239,74 km) und der Schwedin Maria Jansson (238,96). Beste Deutsche war Julia Fatton (9./226 Kilometer).

Mehr über Antje erfahrt ihr in der heutigen Ausgabe der AZ im Lokalsport Kempten.

 

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