Allgäuman: Gestatten, wir sind die Allgäuwomen

Die erfolgreichen Allgäu-Thais (von links) Franziska Fleschutz, Joanna Hartmann, Daniela Sibilla, Silvia Perri, Susanne Fleischmann.
Die erfolgreichen Allgäu-Thais (von links) Franziska Fleschutz, Joanna Hartmann, Daniela Sibilla, Silvia Perri, Susanne Fleischmann.

 

 

Was für eine Sau(s)erei! Fünf Frauen aus dem Oberallgäu stürzten sich als einziges weibliches Team in die Schlammschlacht am Forggensee. Der erste „Allgäuman“-Wettbewerb verlangte den „Allgäu Thais“ aus Dietmannsried alles ab: Bei dem Lauf über 15 Kilometer mussten 30 Hindernisse überwunden werden. Bestens gerüstet durch regelmäßiges Thaibox-Training stürmten zwei der hart gesottenen Frauen sogar unter die Top 10 bei knapp 100 Starterinnen: Susanne Fleischmann (45) belegte nach 1:46:48 Stunden den fünften Platz; ihre Teamkollegin Daniela Sibilla (41) wurde mit nur einer Sekunde Rückstand Siebte. „Wenn wir loslaufen, dann mit Ehrgeiz. Aber dass es soweit nach vorne geht, hätten wir nicht gedacht“, freute sich Susanne Fleischmann, die ihre Trainingspartnerinnen zur Teilnahme überredet hatte.

So kamen auch Johanna Hartmann (19 Jahre/45. Platz), Franziska Fleschutz (18/77.) und Silvia Perri (47/78.) ins Ziel. „Alle waren danach wohlauf. Es war ein Riesenspaß“, sagt Fleischmann. Die Marathon-Finisherin mit Bestzeit von 3:41 Stunden war nach dem Rennen begeistert: „Es war genau wie die Veranstalter es versprochen hatten: nass, kalt und dreckig“, sagt sie lachend. Im Ziel gehörte zu ihren ersten Gratulanten ein „harter Hund“ mit Promi-Status: Thomas Berthold (50), Fußball-Weltmeister von 1990!

Der frühere Abwehrspieler blies am Forggensee ebenfalls zur Attacke im Pulk von insgesamt über 600 Startern. Doch er fand schon bald seine Meister(innen) – nämlich die „Allgäu Thais“: „Der ist bei uns im Windschatten gelaufen“, erzählt Susanne Fleischmann, die mit Partnerin Daniela Sibilla den einstigen Profi aber bis zum Schluss auf Distanz hielt. Über zweieinhalb Minuten Vorsprung betrug der Vorsprung der Boxerinnen. Erschöpft von den Strapazen, zu denen auch vier Märsche durch das eiskalte Lech-Wasser gehörten, beglückwünschte Berthold die Mädels und fügte achselzuckend hinzu: „So fit bin ich wohl auch nicht mehr…“

Als kräftezehrend haben alle Beteiligten die langen Kilometer durch den Forggensee-Schlamm in Erinnerung: „Das ist, wie wenn man mit Pattex-Kleber an den Schuhen durch die Gegend läuft“, sagt Susanne Fleischmann schmunzelnd. Auch das „Holzprügel-Hindernis“ verlangte alles ab: Dabei mussten Scheite mit einem gefühlten Gewicht von 30 Kilogramm einen Buckel hinauf und wieder herunter getragen werden. „Das war für uns Frauen schon arg heftig“, sagt Fleischmann, die dank Liegestütze-Einheiten im Boxtraining sicher nicht zu den zartbesaiteten gehört.
Andererseits hatten die Allgäu Thais als Frauen-Mannschaft auch einen Vorteil: Die gefürchteten Krampusse, welche die Teilnehmer in den Schlamm zu drängen versuchten, ließen sich vom weiblichen Charme umgarnen: „Die haben wir überlisten können und sind friedlich an ihnen vorbei gezogen!“ Vielleicht war das auch besser so – und zwar für die Krampusse.

Mehr von den Erlebnissen der “Allgäu Thais” lest ihr in der AZ

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