Honolulu-Marathon: Kaufbeurer finisht Rennen der besonderen Art

marathonDraußen ist es derzeit “ja it so des”, wie man im Allgäu so sagt. Deshalb gibt’s anbei  eine Geschichte, die von Sonnenschein und Urlaub erzählt. Der Kaufbeurer Thomas Lechner lief beim Honolulu-Marathon mit – und blieb dabei unter drei Stunden!  Dabei  haderte er mit seiner Ausrüstung – genauer gesagt: mit der Hose. Hier ist sein Bericht:

“Es war ein genialer Urlaub mit unterschiedlichsten Erlebnissen”, sagt Thomas Lechner. Zwei Wochen verbrachte der Kaufbeurer auf Hawaii. Mit entspannten Tagen am Strand, mit interessanten Erkundungstouren und einem kräftezehrenden Abschluss: dem Marathonlauf in Honolulu. Über 42 Kilometer geht es dabei, mitunter entlang des berühmten Waikiki-Beach, quer über die Insel.

Bei der 42. Auflage hatte es 22 Grad. “Ich war aber auch froh darüber, dass es dadurch keine Hitzeschlacht wurde”, meint Lechner. Er ergatterte einen Startplatz in der vordersten Reihe, direkt hinter den schnellen Kenianern. Fast die komplette Distanz über lief er in einer Gruppe von etwa zehn Läufern. Und war überrascht ob seiner starken Durchgangszeiten. Gut 42 Minuten benötigte er für die ersten zehn Kilometer, nach 1:29 Stunden war bereits die halbe Distanz absolviert. “Ich habe in der Vorbereitung keinen einzigen langen Lauf absolviert und habe daher ständig auf den Einbruch gewartet. Aber der kam nicht”, erklärt der Kaufbeurer weiter. Kleinere Probleme habe er lediglich auf den letzten acht Kilometern gehabt, als es eine lange Steigung zu bewältigen gab. Die Beine, meint er, seien immer schwerer geworden.

Noch größere Probleme machte ihm allerdings seine Laufhose. Lechner muss auch heute noch darüber lachen, wenn er die Geschichte erzählt. “Die Hose ist aufgrund der Nässe und weil das Kordelband nicht richtig saß, ständig gerutscht. Ich war die ganze Zeit des Rennens damit beschäftigt, wie ich das mit dieser blöden Hose hinbekomme”, sagt er. Gleichzeitig versuchte er aber auch, den Anschluss an die Gruppe zu halten. Nach 28 Kilometern riss die Kordel endgültig. “Ich habe mir dann einfach die Hose vom Leib gerissen und bin in der Unterhose weitergelaufen”, erklärt Lechner.

Am Ende hatte er sogar noch Zeit, kurz vor dem Ziel stehen zu bleiben, und die Zeitanzeige samt seiner Laufzeit von 2:58,56 Stunden mit der Kamera festzuhalten. “Ich habe die magische Drei-Stunden-Marke geknackt. Das war der Wahnsinn”, sagt er. Auf Platz 76 der Männerwertung kam er als einer von 21816 Läufern ins Ziel, in der Altersklasse M40-44 wurde er sogar Zehnter. Und er war damit der beste von 110 deutschen Teilnehmern. Lechner: “Ich bin voll an meine Grenzen gegangen. Aber das hat sich gelohnt.”

Mit Dr. Georg Vetterlein-Parbel war in Honolulu ein weiterer Kaufbeurer am Start. Er lief die Strecke in 4:23,27 Stunden und wurde damit 2092. bei den Männern und 116. in seiner Altersklasse (M60-64). (ses)

Der Hawaii-Marathon

Der Honolulu-Marathon ist eine der größten Laufveranstaltungen der Welt. Er findet seit 1973 im Dezember in Honolulu auf Hawaii statt. Anfangs waren es gerade einmal rund 150 Teilnehmer, inzwischen sind weit über 20 000 Frauen und Männer am Start.

(Die Langfassung des Artikels erschien vor Kurzem in der Allgäuer Zeitung, Ausgabe Kaufbeuren).

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