Cook&Run: Gitti Schiebel und ihr Glückskuchen

Ausdauersport, Ernährung, Gitti SchiebelWir kennen sie als Trailläuferin, die ans Limit geht. Doch für Allgäu Ausdauer zeigt sich Vorzeige-Runnerin Gitti Schiebel von ihrer buchstäblich süßesten Seite.

Von Anne-Sophie Weisenbach

Gitti Schiebel setzt als Trail-Läuferin Maßstäbe. Viermal belegte sie beim Transalpine Run einen Podestplatz: 2007, 2010, 2012 und 2013. Die Krönung war der Sieg mit Partnerin Ildiko Wermescher vor zwei Jahren. Zudem glänzte Gitti mehrfach im Europacup der Ultramarathonis und nahm an der Ultra-Trail-WM teil. In diesem Jahr lief sie neuen Damen-Rekord beim Ultra-Trail (69 km, 3000 Höhenmeter) im Rahmen des Allgäu Panorama Marathons in Sonthofen in 7:39:00 Stunden. (Ihr Partner Christian Stork führt übrigens die Bestenliste bei den Männern seit 2009 in 6:24:47 an.)  Die 38-Jährige vom TV Immenstadt war sofort dabei, als wir ihr von der neuen Serie Cook&Run erzählten. Und sie lüftet gleich mal ein Geheimnis. Zu ihrem sportlichen Erfolgsrezept gehört eine Süßspeise. Ihr Glücksbringer ist ein Rübli-Kuchen!

Glückskuchen, Gitti Schiebel„Ohne den geht gar nichts“, sagt die schnelle Gitti, die schon viele Extrem-Wettkämpfe gemeistert hat. Ihre Erfolge setzen eine gehörige Portion Disziplin, Talent und Fleiß voraus. Doch auch die mentale Komponente ist wichtig. Wer im Wettkampf 100 Prozent geben will, muss an sich glauben. Und da spielen oftmals kleine Dinge eine Rolle. Kein Wunder, dass deshalb viele Sportler auf Talismänner und Rituale vertrauen. Golf-Profi Tiger Woods trägt am letzten Turniertag beispielsweise immer ein rotes Hemd und  Eishockey-Spieler lassen sich in den Play-Off-Spielen Bärte wachsen. Bei Gitti kommt das Glücksgebäck ins Spiel.

Gittis GlückskuchenAm Tag vor dem Wettkampf backt sie ihren berühmten Rübli-Kuchen. Kurz vor dem Rennen nascht sie dann das eine oder andere Stück – und tankt somit Kraft und Energie für die sportliche Herausforderung. Ein echter Kick, denn ansonsten verzichtet sie in den Tagen vor dem Rennen auf Süßes. „Der Kuchen ist nahrhaft, liegt aber nicht schwer im Magen“, erklärt Gitti und fügt augenzwinkernd dazu: „Außerdem weiß man ja nie, was einem auswärts Frühstück angeboten wird.“ Da verlässt sich die Power-Frau schon lieber auf ihr eigenes Erfolgsrezept (siehe unten). Nur einmal, bei einem Europacup-Rennen 2013 in Schwäbisch Gmünd, verzichtete sie auf das Backwerk – und bekam prompt die Quittung: „Da bin ich bei Kilometer 30 ausgeschieden“, erinnert sich Gitti reumütig.

IMG_1657Längst hat ihr Glückskuchen auch bei ihren Begleitern Kultstatus erreicht, was wir nach einer Kostprobe sehr gut nachvollziehen können…  🙂  Weiterer Vorteil: „Der Kuchen ist relativ leicht gemacht“, sagt Gitti, die sich ansonsten nicht übermäßig lange in der Küche aufhält. „Ich bin nicht so der Hausfrauen-Typ. Meine Freizeit verbringe ich lieber mit Sport“, sagt die frühere Bank-Angestellte und angehende Lehrerin lächelnd. Ihre Ernährung beschreibt sie als „abwechslungsreich mit wenig Fleisch“.

Ihre Ausdauer hat sie auch schon häufig beim TV Immenstadt bewiesen, beispielsweise im Orga-Team von Frauen- und Alpseelauf. Oder auch als Berichterstatterin für die Allgäuer Zeitung, für die selbst nach kräftezehrenden Rennen noch in die Tasten haut. Sie ist eben eine echte Macherin. Eine, die sich ungern bremsen lässt. So auch beim APM über die Langdistanz von 69 Kilometern. Da gönnte sie sich nach dem Zieleinlauf als erstes einen herzhaften Biss in einen Bratwurstsemmel – und ließ sich den Sieg so richtig schmecken. Später gab es natürlich auch noch ein Stück süßes. Gitti Schiebel und ihr Glückskuchen sind einfach eine unschlagbare Kombination.

Und hier ist das Rezept für Gittis Glückskuchen (in einer kleinen Form gebacken):
Gittis Glückskuchen100g weiße Schokolade
3 Eier
100g Karotten
Prise Salz
75g weiche Butter
80g brauner Zucker
100g gemahlene Mandeln
25g Semmelbrösel
1/2 TL Zimt oder gemahlener Koriander
Fett für die Form

Kouvertüre häckseln und im Wasserbad schmelzen, Karotten schälen und fein reiben, Ofen auf 175 Grad vorheizen, Form einfetten.
Eier trennen, Eiweiß mit Salz steif schlagen und dann kalt stellen, Butter mit Eigelb schaumig schlagen – dann Schokolade bis auf einen EL einrühren. Mandeln, Semmelbrösel und Zimt dazugeben. Eiweiß unterheben. Teig in de Form füllen und 35 Minuten backen.
Restliche Schokolade noch einmal verflüssigen und den abgekühlten Kuchen damit schlierenartig überziehen.

Lässt sich ohne Glasur auch gut einfrieren.

 

 

8 Gedanken zu „Cook&Run: Gitti Schiebel und ihr Glückskuchen“

  1. Auch als Nicht-(Ultra-)Läufer bin ich schon in den Genuss von Gittis Glückskuchen gekommen. Er ist wirklich seeeeehr lecker!
    Und Gittis Zeitungsberichte lese ich auch immer sehr gern. Man merkt einfach, dass sie weiß, wovon sie schreibt! Bitte mach weiter so!

  2. Danke für das feine Rezept! Das werde ich am Wochenende gleich ausprobieren und den Kuchen als Belohnung für den Longjogg bereitstellen 🙂 Mach weiter so Gitti! Wir brauchen mehr Powerfrauen wie Dich…. Grüssle, RG

  3. mmmmhhh, dann ist meine Variante mit gemahlenen Haselnüssen und Mandeln (50/50) und stinknormalem Mehl wohl überholt… Dann muss ich mal Tobi biepsen welcher besser schmeckt 😉

  4. Hab auch schon viel mit Kürbissen probiert… aber Kuchen?! Nimmst du da Kürbis mit rein oder Kürbis statt Rübli? Würd mich jetzt echt interesaieren 🙂 Danke und Grüssle RG

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