Cook&Run: Das Erfolgsrezept von Richard Ringer

Richard RingerKartoffelgratin, Cook&Run
In unserer Serie Cook&Run fragen wir Spitzenathleten und Hobbysportler nach ihrem Lieblingsessen und ihren Ernährungstipps. Diesmal verriet uns der EM-Vierte über 5000 Meter, Richard Ringer (25) aus Friedrichshafen, sein kulinarisches Erfolgsrezept. Der Leichtathlet ist im Allgäu wohlbekannt. Vor vier Jahren hat er in 31:18 Minuten den seither gültigen Rekord beim Silvesterlauf in Kempten  über 10 Kilometer aufgestellt. Seine Leibspeise: Kartoffelgratin.

Von Anne-Sophie Weisenbach

Salamitaktik bedeutet, dass man mit sich mit kleinen Schritten einem großen Ziel nähert. Auf Richard Ringer trifft die Salamitaktik gleich doppelt zu. Zum einen hat er sich als Läufer buchstäblich Schritt für Schritt an die europäische Spitze über 5000 Meter herangekämpft. Zudem setzt er vor den Rennen auf seine ganz eigene Salamitaktik: „Am liebsten esse ich etwa vier Stunden vor dem Wettkampf ein Stück Brot mit Salami. Das hat sich bewährt“, verrät der 25-jährige Betriebswirt, der seit elf Jahren Leichtathletik betreibt.

Sein schlanke Figur (1,82 und 63 Kilo) hält er dank abwechslungsreicher Ernährung und der vielen Trainingskilometer. Zwei bis drei Mal pro Woche kommt bei ihm Fisch auf den Tisch. Salat und Fleisch gehören ebenso zu seinem Essenspaket wie ab und zu Pizza (einen Tag vor dem Rennen) oder auch mal eine Tafel Schokolade (zur Belohnung nach dem Rennen).

Auch als Koch für seine Kollegen vom VfB LC Friedrichshafen hat er sich schon Meriten verdient. Im Trainingslager, das die „Häfler“ in den Vorjahren an Ostern zwei Wochen an die Ostsee führte, servierte er sein Lieblingsgericht: Kartoffelgratins mit Käse, Sahne und Schinken. Für die „Renn-Rakete“, wie ihn die Allgäuer Zeitung nach seinem Sieg beim Silvesterlauf 2010 in Kempten bezeichnete, ist das genau der richtige Treibstoff.

„Nach einem harten Training ist das perfekt, um wieder die Speicher zu füllen“, sagt Ringer. Und das ist wichtig: Bis zu 200 Kilometer pro Woche laufen Ringer und Co. im Trainingslager und schenken sich dabei tempomäßig  richtig ein.  „Da kann man dann schon ziemlich viel essen, ohne auch nur ein Gramm zuzunehmen“, erzählt Ringer schmunzelnd.

Wir sind gespannt, in welche Sphären die Renn-Rakete noch aufsteigt. Für die Kochanregung mit dem Kartoffelgratin gibt’s von uns schon mal fünf Sterne. Es ist genau der richtige Lichtblick für nebelkalte Novembertage.

Und so funktioniert’s: Unser Rezeptvorschlag für Kartoffelgratin

Zutaten (für zwei Portionen nach einer Trainingseinheit :-))

1 Kilo festkochende Kartoffeln
2 Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
2 EL Mehl
0,5 Liter Milch (oder 0,5 Liter Sahne)
100 Gramm Schinken
150 Gramm Käse
Ordentliche Prise Muskatnuss
Prise Salz und Pfeffer
Wahlweise: 1 Lauch oder 1 Zuccini

1. Kartoffeln in einen Topf kochendes Wasser werfen und gute zehn Minuten kochen lassen.

2. Derweil die Soße zubereiten: Zwiebeln und Knoblauch hacken und andünsten, Speck mit anbraten. (Lauch/Zucchini mit in die Pfanne geben). Pfanneninhalt mit Mehl bestreuen und umrühren. Milch oder Sahne in die Pfanne gießen (dabei immer rühren). Soße andicken lassen und ordentlich würzen. Käse mit in die Soße geben.

3. Kartoffeln schälen und in Scheiben schneiden, eine Auflaufform ausbuttern.

4. Schichtarbeit: Die Auflaufform mit den Kartoffelscheiben auslegen. Ein Schwung Soße sorgsam darüber verteilen. Dann die nächste Schicht Kartoffeln. Dann noch mal Soße. Dann noch mal Kartoffeln. Und zum Abschluss eine erneute Schicht Soße.

5. Gratin bei 180 Grad ca. eine dreiviertel Stunde im Ofen backen.

Guten Appetit! 🙂

2 Gedanken zu „Cook&Run: Das Erfolgsrezept von Richard Ringer“

  1. Beruhigend zu hören, dass ihr Sportler euch auch hin und wieder Pizza oder Schokolade gönnt:)

    Aber wie sieht es mit der Menge an Fleisch bzw. Fisch aus- was davon sollte man in welchen Mengen nehmen um Gewicht zu verlieren und die Figur zu halten??

    Ich höre ja oft dass Fleisch nicht so gut sei… würde mich über Antworten freuen, bin nämlich weder Sport noch Ernährungsexpertin;-)

  2. Hallo Lucia, Deine Frage beschäftigt sicher Sportler genauso wie Nicht-Sportler – deshalb vielen Dank dafür. Wir machen demnächst ein Interview mit einem Ernährungsexperten – und werden sie gerne weiterreichen an jemanden, der sich wirklich damit auskennt.

    Einstweilen viele Grüße, Tobias

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