Extreme Tour für einen guten Zweck

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Für einen guten Zweck wollten fünf Läufer im Allgäu die Höhe des berühmtesten Berges der Welt zurücklegen. Obwohl sie die Höhenmeter des Mount Everest  nicht ganz geschafft haben, kehrten sie als echte Heroes von ihrer  Gipfeltour zurück. Simone Philipp berichtet.

8848 ist für Hannes Zacherl aus Pfronten eine magische Zahl: Auf dem Mountainbike und mit Tourenski hat der 47-Jährige die Höhe des Mount Everest symbolisch bereits in je einer Tour erklommen. Gemeinsam mit vier weiteren Läufern wollte er das jetzt auch zu Fuß schaffen. Mit dem Ziel vor Augen machte sich sein Team bereit: Carsten Schneehage (39, Bad Feilnbach), Christoph Funke (24, Pfronten), Johannes Lang (43, Ottobeuren) und Anton Philipp (45) aus Weitnau-Rechtis.

Die Route in den Allgäuer und Tannheimer Alpen ausgewählt hatte Zacherl selbst. “Das ist schon eine verrückte Geschichte”, sagt er über das Projekt. “Aber wir wollten neben dem gemeinsamen Erlebnis auch einen Beitrag für das Projekt Nepalhilfe-Allgäu leisten.” Eine große Spende dafür bekamen sie vom Bergsportspezialisten “Mammut” aus Wolfertschwenden. “Spendenaktionen gibt es viele, jedoch fanden wir die Idee ,Projekt: Mount Ever Race‘ klasse”, lobt Falk Wacker von “Mammut”. Um Mitternacht starteten die Läufer in Pfronten. Bei sternenklarer Nacht und angenehmen Temperaturen ging es zunächst jeweils nord- und südseitig über den Breitenberg und den Aggenstein. Trotz Stirnlampen fiel es den Männern stellenweise schwer, den richtigen Weg zu finden. “Es war stockdunkel da oben”, berichten sie. Die nassen und glitschigen Wege durch den Tau bereiteten den Läufern immer wieder Probleme.

Bald war klar, dass es ein ehrgeiziges Projekt werden würde. Denn bei Tagesanbruch waren die fünf Läufer dem Zeitplan bereits hinterher. Im Laufe des Tages erklommen sie mehrmals die Gipfel des Brentenjochs, der Schlicke, des Breitenbergs sowie den des Aggensteins. Gezählt wurden dabei immer nur die bewältigten Höhenmeter im Aufstieg.

von links: Christoph Funke,Hannes Zacherl, Carsten Schneehage, Johannes Lang und Anton Philipp
Extrem-Bergsteiger für einen guten Zweck (von links): Christoph Funke,Hannes Zacherl, Carsten Schneehage, Johannes Lang und Anton Philipp. Foto: Simone Philipp

Nach etwa 15 Stunden zeichnete sich ab, dass das angestrebte Ziel bei Tageslicht nicht zu erreichen war. Ein paar der Läufer waren zudem körperlich und mental am Limit. Daher liefen nur zwei von ihnen weiter. Doch auch ihnen fehlten um 17.30 Uhr noch immer 1800 Höhenmeter bis zur Mount-Everest- Marke. Nach 62 Kilometern und 7300 Höhenmetern (entspricht der Höhe des Lagers 3 am Everest), entschieden sie, das Projekt abzubrechen.

Weil die mittlerweile nassen und glitschigen Trails auf der Nordseite des Breitenbergs einen schnellen Abstieg unmöglich machten, hätten sie nach eigenen Angaben mindestens vier Stunden für die verbleibende Differenz einplanen müssen.

Als gescheitert sehen sie das Projekt aber trotzdem nicht. Allen bleibt der Stolz auf die gemeinsame Leistung und die Erinnerung an ein außergewöhnliches Lauferlebnis in den heimischen Alpen. Und schließlich soll die magische Höhe des mächtigsten Gipfels der Erde beim “Mount Ever Race 2015” geknackt werden.

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