Cook&Run: Wie Antje auch am Herd auftrumpft

Ausdauersport, Laufen, Antje Schuhaj

Von Anne-Sophie Weisenbach

Ernährung ist ein großes Thema im Ausdauersport.  In unserer neuen Serie  „Cook&Run“ werfen wir Sportlern beim Kochen einen Blick über die Schulter.  Was gibt’s vor einem Wettkampf? Was danach? Auf welche Rezepte schwören sie?  Wieviel Genuss gönnen sie sich? Wir lüften die Küchengeheimnisse von Assen und Hobbysportlern. Zum Auftakt haben wir Ultra-Läuferin Antje Schuhaj besucht.

„Hereinspaziert in die gute Stube!“ Mit offenen Armen empfängt uns Antje Schuhaj zum Auftakt unserer neuen Serie „Cook&Run“. Keine Frage: In diesem Haus ist die Tür sperrangel weit geöffnet für Gäste. Passt super: Denn wir wollen ja einen exklusiven Einblick gewinnen, was bei unseren Top-Ausdauersportlern im Kochtopf landet. Bei Antje ist unsere Spannung natürlich besonders groß. Sie ist schließlich als Duracell-Häschen in der Szene bekannt. Die 46-Jährige gehört auf den Ultra-Distanzen seit Jahren zur deutschen Spitze und hält unter anderem den Schwäbischen Rekord im – ja, ihr lest richtig – 100-Kilometer-Lauf. Diese Distanz meisterte sie schon in 8:28:58 Stunden. Vor 15 Jahren begann sie mit dem Laufen. Zu Spitzenzeiten lief sie im Training schon mal sechs Mal pro Woche 25 Kilometer. Da drängt sich die Frage auf: Kann jemand der XXL läuft, auch XXL genießen?

Die verblüffende Antwort: Ja! Und zwar vor allem, wenn die Energie zu einem späteren Zeitpunkt auch umgesetzt wird. Antje hat vorsichtshalber für den Morgen danach einen Long-Jogg mit ihrem Lebensgefährten Michael Bader angesetzt. Doch damit beschäftigt sich die Powerfrau noch kein bisschen, als sie uns in ihrer bunten Küche willkommen heißt. Zur Begrüßung gibt’s Aperol Spritz und im Kühlschrank warten  Radler und (Meck-)Katzen, um die sich die Männer im Laufe des Abends liebevoll kümmern.  Der Blick auf die Speisekarte und den stilvoll gedeckten Tisch beweist: Für Antje hat das Essen eine besondere Bedeutung. Die zweifache Mutter verrät gleich zu Beginn ihre Einstellung:

„Laufen ist mein Leben. Da bin ich auch ehrgeizig. Aber deswegen würde ich mich niemals kasteien. Ich liebe gutes Essen.“

Statt in langweilige Trainingspläne weiht sie uns sogleich in ihre Küchengeheimnisse ein. Paragraf eins: Der Thermomix macht seins! Dank seiner Hilfe werden innerhalb weniger Sekunden die Zutaten gehäckselt, gedünstet oder gegart. Dadurch spart man sich Zeit fürs Training – und hat in der Küche die Hände frei für einen Aperitif. „Mit diesem Gerät ist man einfach auf der Überholspur“, sagt Antje lachend – und kommt sofort in die (drei) Gänge.

Ernährung, Ausdauersport

 1. Gang: Feldsalat in Curryrahm

Cook&Run

2. Gang: Spaghetti mit Lachs und Basilikumpesto

Ausdauersport, Ernährung, Nachtisch, Antje Schuhaj
3.Gang: Mascarpone-Beeren-Traum

Wie ihr Euch anhand der Fotos vorstellen könnt: Das Essen war genial – und es ist in einer abgespeckten Zwei-Gang-Variante sogar vor Wettkämpfen geeignet, wie uns die Expertin erzählt.  „Der Salat und die Lachsnudeln sind meine perfekte Mahlzeit am Vorabend von einem Rennen“,  sagt Antje, die es wissen muss: die zweifache „Sportlerin des Jahres der Stadt Kempten“ leistet auf den langen Strecken schier unglaubliches. Bei der deutschen Meisterschaft im 24-Stunden-Lauf belegte sie im Vorjahr beispielsweise den zweiten Platz mit 203 gelaufenen Kilometern!!!
„Kohlenhydrate am Vorabend geben mir immer ein gutes Gefühl. Der Fisch ist natürlich wegen seines Eiweißgehalts wichtig“, erzählt uns Antje. Am Morgen vor dem Rennen kommt bei ihr Weißbrot mit Nutella oder Honig auf den Tisch. Spartanischer fällt die Ernährung dann während eines 100-Kilometer-Laufs: Ab Kilometer 15 nimmt Antje alle 10 Kilometer ein Power-Gel, alle 15 Kilometer eine Salztablette, verrät sie uns. Sie trinkt mit Wasser verdünntes Ultra-Sport-Pulver im Wechsel mit Traubenschorle. Die harten Geschütze fährt sie erst ab Kilometer 75 auf: Dann wechselt sie auf Cola.

Kein Wunder, dass sie sich nach einer solchen Tortur auch mal etwas besonderes gönnt. „Den Mascarpone-Beeren-Traum-Nachtisch, den ich für Euch gemacht hab, würde ich mir normalerweise für nach dem Rennen aufheben – zur Belohnung!“ Gut für uns: Wir schenken uns das Rennen – und genießen das wunderbare Abendessen im Hause Schuhaj/Bader. Zwischen Salat (kannst Du den immer für uns machen?), Nudeln mit Lachs (perfekt auf den Punkt), besagtem Nachtisch (hurra, es gibt eine dritte Portion…) und einem kleinen Glaserl Martini (was kann es anderes geben, wenn der Sponsor den gleichen Namen hat?) erfahren wir vom gebürtigen Oberbayern Michael, dass die Allgäuer auch in angrenzenden Landstrichen Eindruck machen. Michael über seine Erfahrungen als Läufer:

„Als ich in Garmisch von meinen Trainingskilometern erzählt habe, meinten alle: Wow! Hier im Allgäu sagen alle nur: Na und?“

Und weil ihm das keine Ruhe lässt, setzt er gleich am nächsten Tag einen drauf: Gemeinsam mit Antje läuft er 25 Kilometer – mit einem ebenso nahrhaften wie tollen Essen als Treibstoff!

Hier eine (kurze) Beschreibung für alle, die Antjes Menü nachkochen wollen:

  • Feldsalat in Curryrahm – vier Portionen:
    Walnüsse (40g) hacken, jeweils eine Zehe Knoblauch  und eine Zwiebel schälen & hacken – anschließend andünsten, halben Apfel häckseln und mit in die Pfanne werfen. Currypulver (2TL), saure Sahne (halber Becher), Schuss Obstessig,  Salz und Pfeffer mit in den Topf geben und rühren. Mit Salat anrichten.
  • Spaghetti mit Lachs und Basilikumpesto – vier Portionen:
    Cocktailtomaten (250) mit einer gehackten Zehe Knoblauch andünsten, dann aus der Pfanne nehmen. Lachs (400g) in Würfel schneiden und anbraten, in der Pfanne mit Salz und Pfeffer würzen. Nudeln aufsetzen. Lachs mit einem guten Schuss Weißwein ablöschen, Tomaten und Knoblauch wieder in den Topf geben. Basilikumpesto (halbes Glas) dazugeben und köcheln lassen. Mit Nudeln anrichten.
  • Mascarpone-Beeren-Traum – vier Portionen:
    Amarettinis (200g) mit Espresso und Amaretto beträufeln. Quark (200g), Mascarpone (200g) und Milch (100ml) verrühren. Zucker (100g) einrühren. In einer Schüssel oder mehreren kleinen beginnen zu schichten: Mascarpone-Masse, dann Kekse, dann eine Schicht gefrorene Himbeeren. Für einige Stunden ab in den Kühlschrank.

3 Gedanken zu „Cook&Run: Wie Antje auch am Herd auftrumpft“

  1. Sehr unterhaltsam 🙂 Da wäre ich auch gern dabei gewesen. Ich hoffe die Männer haben sich nicht nur um die Meckatzen gekümmert, sondern schön mitgeholfen 😉 Grüssle an die Kochtruppe! Freu mich auf Nachschlag 🙂 🙂

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