PTL: Ein Laufabenteuer der extremen Art

Roman Weber (Volkratshofen bei MM),  Wolfi Steinhauser  (Wiggensbach),  Christian Batscheider (Wiggensbach)
Roman Weber (Volkratshofen bei MM), Wolfi Steinhauser (Wiggensbach), Christian Batscheider (Wiggensbach)

Ein Allgäuer Lauf-Trio wagte sich an ein extremes Lauf-Abenteuer: Roman Weber, Wolfi Steinhauser und Christian Batscheider starteten beim La Petite Trotte à Léon (PTL) am Mont Blanc. Schier unglaublich, was die Jungs da erlebten und vor allem: durchlebten. Hier ist ihr Bericht:

„Nach einjähriger Vorbereitungszeit machten sich Christian, Wolfgang und Roman vom Laufteam Sportbuck auf den Weg nach Chamonix, um dort am PTL 2014 teilzunehmen. Beim La Petite Trotte à Léon (PTL) handelt es sich um einen außergewöhnlichen Gebirgslauf. Gestartet wird in 2er und 3er Teams, die überwiegend autark (fast selbstversorgend) eine Strecke von 300 km und 28.000  Aufstiegshöhenmeter zu bewältigen haben. Gestartet wird in Chamonix und in einem weiten Bogen über die Schweiz, Italien und Frankreich wird der Mt.-Blanc umrundet. Innerhalb 141 Stunden müssen alle 3 Läufer gemeinsam die 26 Pässe, bis zu 3000m Höhe, überwinden.

Die nicht markierte, teils hochalpine, weglose Strecke musste durch die vom Veranstalter gestellte Wegbeschreibung selber gefunden werden. Dazu verwendeten die Teams GPS-Geräte und die entsprechenden Karten.

Vor ca. 1 Jahr wurden wir auf diesen Lauf, der zur UTMB-Serie gehört, aufmerksam. Faszinierend fanden wir die Distanz, die zu überwindenden Höhenmeter, gepaart mit einer unmarkierten Strecke und der alpinen Region um Chamonix, die uns in 3 Länder führte.

Wichtig für die Gruppenzusammensetzung war uns, die 100% Ehrlichkeit, Offenheit und der Zusammenhalt. Während mehreren Nachttrainingsläufen mit Biwak tasteten wir uns an das Rennequipment von ca. 10 kg heran.

Zusammen mit 105 Teams fand am Montag der Start in Chamonix statt. Bis zu unserem ersten 3stündigem Schlafstopp nach 38 Stunden Laufzeit waren bereits 550 Höhenmeter zu verzeichnen. Zwischen Verkaufsregalen eines Tankstellenkiosks erholten wird uns von einem 14stündigen stürmischen Dauerregen.

Bis zu Kilometer 215 am 4. Tag verlief im Team alles hervorragend. Doch dann musste Christian aufgrund massiver Knieprobleme den Laufbeenden. Dieser Ausfall musste kompensiert werden, da die Aufgaben im Team fest verteilt waren. Es blieb allerdings nicht viel Zeit über den Verlust von Christian nachzudenken, da kurze Zeit später der schwierigste Streckenabschnitt folgte. In der Nacht musste bei 5 Metern Sicht, starkem Regen und Schneefall ein Pass überschritten werden. Das Vorankommen war zudem durch steile Geröllfelder und einer Gletscherbegehung erschwert . Die anschließende kurze 2stündige Schlafpause war wohl verdient. Dank des vom Veranstalter mitgegebenem GPS-Sender, wurde von der Rennleitung bemerkt, dass wir uns kurz vor Ende des Rennens abseits des gedachten Weges befanden. Telefonisch wurden wird dann vom Veranstalter darauf aufmerksam gemacht und auf den richtigen Weg zurück geleitet.

In Chamonix erwartete uns bereits Christian mit den bereits gelegten Allgäuer-Lederhosen, mit denen wir dann den letzten Kilometer unter dem Beifall durch die Fußgängerzone ins Ziel liefen.

Von den 106 gestarteten Teams kamen 51 Teams innerhalb des Zeitlimits in Chamonix an. Das Laufteam Sportbuck belegte einen hervorragenden 33. Platz und wurde somit auch noch das beste deutsche Team beim PTL 2014.

Da wir während der Laufzeit von 138 Stunden nur 15 Stunden geschlafen hatten, war zuerst einmal Erholung angesagt. Blasen und Schlafmangel vergehen. Ein wunderschönes Berg- und Teamerlebnis bleibt!“

3 Gedanken zu „PTL: Ein Laufabenteuer der extremen Art“

  1. Respekt vor der Leistung, aber wenn man sich mit den Lorbeeren des „besten deutschen Teams beim PTL 2014“ schmücken will (obwohl es gar keine Rangliste gibt), muß man auch die vorgegebene Strecke gelaufen sein. Weshalb fehlen denn die gesamten Zwischenzeiten von Col de la Fenetre, Col du Joly, Mont Joly und Tresse? Durch das Tal auf der UTMB-Strecke ist die (erzielte) Zeit vom Col d’Enclave zum Col de Tricot machbar, über den Mt. Joly wohl kaum. Hut ab vor jedem, der das Ziel erreicht, aber eine Rangliste gibt es beim PTL deshalb nicht, weil nicht alle die selbe Strecke zurücklegen.

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