Die Durchstarterin: Laura Zimmermann

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Laura Zimmermann ist derzeit die größte Triathlon-Hoffnung bei den Frauen im Allgäu. Die 24-Jährige wurde heuer in ihrer Altersklasse Europameisterin im Ironman 70.3 in Wiesbaden. Auch beim Allgäu-Triathlon in Immenstadt war sie erfolgreich und belegte Platz zwei über die Olympische Distanz. Zudem gewann sie den Halbmarathon (1:23:23) in Würzburg. Im nächsten Jahr will sie vielleicht sogar beim Halbmarathon in Kempten starten. Beim Silvesterlauf 2013  über 10 Kilometer war sie jedenfalls schon in Kempten dabei und belegte Platz zwei in 37:51 Minuten. Keine Frage: Das Laufen ist die große Stärke der Durchstarterin.

Als es Laura Zimmermann langweilig wurde, packte sie die Turnschuhe und stürmte in ein neues Leben. Das war vor acht Jahren. Die damals 16-jährige Gymnasiastin aus Marktoberdorf verbrachte vier Monate bei einer Familie in Australien. So sehr sie ihre Gasteltern auch mochte, mit einer Sache kam die Allgäuerin gar nicht klar: „Die haben ständig fernsehgeschaut.“ Untragbar für ein Energiebündel wie Laura Zimmermann. Die Schülerin war an Sport gewöhnt: Schwimmen, Turnen, Fußball, Tennis – all das machte ihr Spaß. In Australien war dagegen alles anders. Doch Laura Zimmermann machte das Beste daraus: Sie begann zu laufen.

Heute ist sie froh über die damalige Zeit. Denn sie entdeckte, welches Potenzial als Ausdauersportlerin in ihr steckt. Die mittlerweile 24-Jährige ist Europameisterin über die halbe Ironman-Distanz in ihrer Altersklasse (wir berichteten). Beim sogenannten Ironman 70.3 in Wiesbaden beherrschte sie vor Kurzem die Konkurrenz der 19- bis 24-Jährigen. In 5:01 Stunden bewältigte sie 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen. „Ehrlich gesagt, habe ich schon damit gerechnet, dass ich den Titel holen kann. Ich hatte bereits größere Rennen gewonnen – wenngleich das mein bislang größter Erfolg ist“, sagt die Studentin der Zahnmedizin an der Universität in Würzburg, die mit den Frauen des TSV Altenfurt in der ersten Triathlon-Liga startet. Bei der Weltmeisterschaft in Kanada erwischte Zimmermann wenige Wochen nach dem EM-Titel zwar einen „schlechten Tag“, wie sie selbst sagt, platzierte sich auf Rang acht aber in den Top Ten in ihrer Altersklasse.
Auffallend sind die enormen Laufzeiten. Am gravierendsten war das bei ihrem Altersklassen-Sieg beim Ironman 70.3 in Rapperswil (Schweiz) im Juni. Den abschließenden Halbmarathon lief sie in 1:22:08 Stunde – nach 1,9 km Schwimmen und 90 km Radfahren in den Beinen! Zum Vergleich: Der Allgäuer Leichtathletik-Rekord im Halbmarathon von Anneliese Weber (TSV Mindelheim) steht seit 20 Jahren bei 1:20:38 Stunden.

Und noch eine Orientierung: Die Schweizer Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig lief in Rapperswil nur eineinhalb Minuten schneller als Zimmermann. Die Allgäuerin hat ihre Form gründlich aufgebaut. Als Kurz- und Mittelstrecken-Läuferin trainierte sie auf hoher Frequenz, von der sie als Triathletin profitiert. Zum Ausdauer-Dreikampf kam sie vor vier Jahren als Studentin beim SV 05 Würzburg, wo sie auf eine „super Truppe von verrückten Menschen“ (Zimmermann) traf. Ihr Potenzial auf kürzeren Strecken stellte sie beim Allgäu-Triathlon mit Platz zwei über die Olympische Distanz (1,9/40/10,5) unter Beweis. Allerdings fühlt sie sich auf den längeren Strecken mittlerweile wohler. Mit dem Ironman will sie sich freilich noch etwas Zeit lassen: “Das mache ich, wenn ich alt bin”, sagt sie mit einem Schmunzeln.

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