Senkrechtstarter Mirco Berner: Der Transalp kann kommen!

Mirco Berner
Guter Dinge vor dem Start beim Transalp: Mirco Berner aus Kempten. Foto: Tobias Schuhwerk

Mirco Berner steht vor dem gewaltigsten Abenteuer seiner noch jungen Lauf-Karriere. Der 20-Jährige vom TV Jahn Kempten bestreitet mit Stephan Hugenschmidt aus Radolfzell den Transalpine Run von Ruhpolding nach Sexten/Italien. Der achttägige Alpenlauf verlangt den 500 Läufern aus 30 Nationen alles ab. Knapp 300 Kilometer und 15 000 Höhenmeter liegen vor ihnen. Berner zählt zu den Senkrechtstartern der Szene: Grüner SmoothieSein dritter Platz bei den Salomon 4-Trails hat viele überrascht. Genauso wie sein Sieg beim Kemptener Halbmarathon im April 2014 in 1:13 Stunden. Der Allgäuer läuft schließlich erst seit etwa eineinhalb Jahren! Vor dem Start am Samstag hat Allgäu Ausdauer mit Mirco gesprochen. Über Strapazen, Salomon und grüne Smoothies.

Mirco, Du stehst mit Stephan an Nummer eins der Starliste. Seid Ihr auch am Schluss ganz oben?
Mirco: Das glaube ich nicht. Die Favoriten sind für mich ganz klar der Grieche Dimitris Theodorakakos, der auch die 4 Trails überlegen gewonnen hat, und sein junger Partner Alexandros Fotiadis. Dahinter können viele Teams auf den Podesträngen landen – vielleicht auch wir.

Für Dich ist es die erste Teilnahme am Transalp. Wie gehst Du die gewaltige Herausforderung an?
Mirco: Langsam. Vor allem die erste Etappe. Sonst schießt man sich ab. Wir wollen nicht einen Wahnsinnstag, sondern ein konstantes Rennen. Wenn die anderen Mal fünf Minuten vor einem liegen, ist das kein Grund zur Panik. Das kann man wieder reinlaufen. Das habe ich bei meinem dritten Platz bei den 4 Trails gesehen. Ich hoffe, dass ich beim Transalp durchhalte – und dass die Blasen nicht allzu schmerzhaft werden….

Mirco BernerNormalerweise bist Du als Läufer Einzelkämpfer. Jetzt bist Du Teil eines Zweier-Teams. Wie schwer fällt Dir die Umstellung?
Mirco: Ich habe schon gehört, dass das häufig für Transalp-Läufer ein Problem ist. Gerade zum Ende des Rennens hin. Aber ich mache mir da keine Sorgen. Unsere Aufgaben sind klar verteilt: Stephan macht das Tempo! Er ist der Erfahrenere von uns beiden und außerdem bergauf viel schneller als ich. Ich versuche mitzuhalten, aber ich werde mich nicht kaputtlaufen. Man muss sich sagen trauen, dass es einem zu schnell geht. Diesen Tipp haben mir erfahrene Läufer gegeben. Im Allgäu gibt es ja sehr viele davon wie etwa Thomas Miksch, Jörg Schreiber, Anton Philipp, Uli Morgan, Wolfgang Sieder etc. Da kann man sich schon viel abschauen. Für mich ist klar: An der Seite von Stephan bin ich das schwächere Glied in der Kette. Wobei: Wenn’s bergab geht, sieht’s anders aus… (lacht).

Wie ernährst Du Dich beim Transalp?
Mirco: Morgens gibt es Haferflocken mit Früchten. Pro Etappe nehme ich dann ein paar Riegel und eine handvoll Datteln mit. Und ich versuche während des Laufes zwei bis drei Liter Wasser zu trinken. Abends mache ich mir Reis, Kartoffeln und Gemüse oder Maroni. Ich vertrage kein Weizenmehl und keinen Zucker. Deshalb muss ich andere Wege gehen. Am liebsten würde ich mir ja einen meiner grünen Smoothies mixen. Doch mein Hochleistungsmixer ist definitiv zu groß, um ihn mitnehmen zu können

Was sind das für Smoothies?
Mirco: Alle möglichen Kombinationen aus Wasser, Gemüse, Obst und Kräutern. Zum Beispiel: 75 Gramm Spinat, 75 Gramm Mangold, 100 Gramm Petersilie, ein Löffel Ingwer, eine halbe Banane, Datteln und ein Stück Ananas vermischt mit einem Glas Wasser.

Grüner SmoothieOkay….
Mirco: Ich weiß, das klingt etwas komisch. Aber probier’s mal.
(Reicht mir ein Glas mit grüner Flüssigkeit, an der ich zögerlich nippe).

Schmeckt ziemlich abgefahren…
 Mirco: Da ist so ziemlich alles drin, was man braucht. Nur Chillies lasse ich weg. Die vertrage ich nicht.

Wie hast Du Deinen Partner Stefan kennengelernt?
Mirco: Bei meinem ersten Ultra-Europacup am Petit Ballon in Frankreich. Wir haben uns gleich gut verstanden. Ich denke, die Chemie stimmt. Das ist auch wichtig, denn man verbringt ja nicht nur im Rennen viel Zeit miteinander.

Mirco Berner, Salomon SchuheAuf welche Schuhe setzt Du?
Mirco: Ich laufe den neuen Sense Pro von Salomon, in dem ich mich sehr wohl fühle. Auch wegen der guten Dämpfung. Für den Bergsprint am fünften Tag über 6,4 km ziehe ich den Salomon S-Lab Sense 2 an, der noch leichter ist.

Du gehörst mittlerweile dem Salomon-Team an. Was hat sich für Dich dadurch verändert?
Mirco (lacht): Ich bekomme tolle Schuhe und Laufklamotten. Außerdem muss ich kein Startgeld beim Transalpine zahlen. Da ich demnächst mit meinem Studium (Technische Mathematik in Innsbruck) beginne, ist das eine große Unterstützung. Ich bin ja erst  am Anfang meiner Laufkarriere. Aber ich arbeite sehr hart daran, um mich weiter zu verbessern zu werden.

Viel Glück dabei und vielen Dank für das Gespräch!

P.S. Vorbericht zum Transalp mit den Allgäuer Teilnehmern folgt in der Allgäuer Zeitung.

 

Ein Gedanke zu „Senkrechtstarter Mirco Berner: Der Transalp kann kommen!“

  1. Auf gehts Mirco! Du gehst/läufst deinen eigenen weg. Das ist super! Auch wenn man/frau mich mit grünen Smothies jagen könnte 😉 viel Erfolg für ALLE Teilnehmer Grüssle R G.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.