Extremsportler Hannes Zacherl: Everest-Tour in den Allgäuer Alpen

Hannes Zacherl aus Füssen ist für seine Extremtouren bekannt. Foto: Elisa Hipp
Hannes Zacherl aus Füssen ist für seine Extremtouren bekannt. Foto: Elisa Hipp

Von Elisa Hipp

Mit Tourenski und Mountainbike hat Extremsportler Hannes Zacherl aus Füssen jeweils schon 8848 Höhenmeter am Stück erklommen. Genau so hoch ist der Gipfel der Mount Everest. Jetzt will er in Laufschuhen die berühmte Zahl zurücklegen – und zwar in der heimischen Bergwelt.

Füssen Mit dem Mountainbike hat Hannes Zacherl den Mount Everest erklommen. Mit den Tourenski auch schon. Zu Fuß noch nicht. Doch das soll sich jetzt ändern. Im September will der 47-Jährige in den Tannheimer Bergen den nächsten Versuch wagen. Über den Breitenberg, den Aggenstein und das Gaishorn soll es zum Beispiel gehen – insgesamt eben 8848 Höhenmeter. „Ich habe keine Lust, daraus eine große Veranstaltung zu machen“, sagt der Extremsportler. „Das ist mit einer lockeren Gruppe viel lustiger. Man kann auch schöne Erlebnisse ohne Startnummer haben.“

Hannes ZacherlVor genau 13 Jahren startete Zacherl mit vier weiteren Sportlern die „allererste Geschichte in dieser Art“: Ausnahmetouren, meist verbunden mit Spendenaktionen. Die fünf Läufer „rannten“ die ganzen Tannheimer Berge ab: 14 Gipfel, etwa 12 000 Höhenmeter, an die 60 Kilometer. „Und dann ist das alles losgegangen“, sagt der 47-Jährige. Vor elf Jahren organisierte er zum Beispiel mit drei weiteren Sportlern den „Extreme Mountain Run“. Zehn Läufer versuchten sich an 70 Kilometern und 5000 Höhenmetern in den heimischen Bergen. Sieben kamen an.

Was heute immer mehr zur Normalität wird, war damals noch eine Rarität: „Da hat es noch keinen Trailrun gegeben, in ganz Deutschland nicht, glaube ich“, erzählt Zacherl. Das ist auch das, was ihn, der seit 25 Jahren Extremsportler ist, besonders fasziniert: dass sich aus Ausnahmen ernsthafte Sportarten entwickelten. „Wenn du vor 15 Jahren so etwas wie den Zugspitz Ultratrail gelaufen bist, hat man dich für balla-balla erklärt. Heute ist es hip“, sagt er. Woran das liege? „Da steckt eine Wirtschaft dahinter“, sagt Zacherl: Die habe angefangen, zum Beispiel Mountainbike und Laufsport mehr zu fokussieren und zu bewerben. Das habe gefruchtet. Aber es sei ja auch schön, dass heute alle Schichten Spaß am Radeln und Bergsteigen haben, sagt er.

Die Everest-Höhe zu erklimmen jedenfalls hat es ihm angetan. Wenn man ihn nach den Aktionen fragt, die ihm besonders im Kopf geblieben sind, kommt die „Everest-Besteigung“ mit dem Mountainbike. 14 Mal erklommen die Radler die Südseite des Breitenbergs. „Wenn du so drüber nachdenkst: Das würde ich nie mehr schaffen“, sagt der Extremsportler. „Das ist vom Kopf her so anstrengend: Rauf, runter, rauf, runter. Aber es war schon witzig.“ Als nächstes fielen die 8848 Höhenmeter 2011 mit den Tourenski. 22 Mal lief der 47-Jährige zum Tiroler Stadl in Pfronten hoch – 9020 Höhenmeter.

Zu Fuß hat er es auch schon probiert, vor „zwei oder drei Jahren zusammen mit einem Spezl“. Aber dann passte das Wetter nicht und beide waren krank. Deshalb jetzt der zweite Versuch. Die Route will Zacherl noch festlegen, sein „Team“ aussuchen. Fest steht jedenfalls: Der Versuch findet wieder in den heimischen Bergen statt.

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