Startplatzgewinner Valentin: “Das war sicher nicht mein letzter Radmarathon!”

Valentin Krehl
Zogen den Radmarathon im Tannheimer Tal gemeinsam durch: Franz Bayrhof (links) und unser Startplatzgewinner Valentin Krehl. Foto: privat

Was für ein Ritt! Unser Startplatzgewinner Valentin Krehl hat den Radmarathon im Tannheimer Tal über 230 Kilometer in einer Zeit unter sieben Stunden bestanden. Der 23-Jährige kam nach 6:54:36 Stunden ins Ziel – total platt, aber voller Tatendrang, wie er in seinem Rennbericht schreibt:

Nachdem ich den Startplatz gewonnen hatte, kam ich leider nur noch sehr wenig zum Training, da  sich Prüfungen im Studium ankündigten. Mein schlechtes Gewissen konnte ich aber doch noch nach einer Woche Rad-Abstinenz durch eine lockere Heimfahrt am Freitag von Augsburg ins schöne Allgäu beruhigen…

Der Sonntag brach an und für mich eine völlig ungewohnte Situation. Einen Radmarathon hatte ich noch nie bestritten, dementsprechend nervös stand ich am Start. Durch meinen Freund und Trainingskollegen Franz Bayrhof hatte ich aber einen erfahrenen Radfahrer an der Seite. Die Zeit bis zum Start wurde ausgiebig zur Taktikbesprechung genutzt…

Diese ging von „Erste Gruppe bis zum Hahntennjoch und dann voll drüber und mal schauen was die Beine sagen“ bis zu „Gemütlich ans Hahntennjoch rollen und dann Teilnehmer für Teilnehmer aus den vorderen Gruppen aufsammeln“. Dabei hatten wir immer im Hinterkopf, dass es leider mit dem Hahntennjoch nicht getan war. Arlbergpass und Flexenpass mussten auch noch bezwungen werden.

Pünktlich um 6 Uhr erfolgte der Startschuss und wir versuchten sofort in die vorderen Reihen zu fahren um Stürze aus dem Weg zu gehen. Es bildete sich recht schnell eine ca. 50 Personen große Gruppe. Hinter Pfronten wurden wir aber leider von allen vorherfahrenden Motorrädern inklusive Führungsfahrzeug fehlgeleitet und standen plötzlich auf einem Forstweg. Wir entschieden uns über die Felder zu fahren um wieder auf die Wettkampfstrecke zu gelangen. Motorräder und Führungsfahrzeug inkl. der Hälfte der Teilnehmer drehten auf demselben Weg um. Mein Alufahrrad hatte also doch noch Vorteile! Stunden später konnte ich am Heu in der Gangschaltung noch erkennen welcher Teilnehmer die „Crossvariante“ gewählt hatte 

An der ersten Verpflegungsstation oben auf dem Hahntennjoch hatte sich die vordere Gruppe schon in viele kleine Grüppchen zerteilt. Da wir schlussendlich die Taktik verfolgten, so lange wie möglich vorne dabei zu sein, befanden wir uns nach dem Anstieg nicht sehr weit hinter den Führenden. Auf der Abfahrt nach Lech schlossen wieder einige Grüppchen auf uns auf und somit wurde das Rennen bis St. Anton richtig schnell. Obwohl die Gruppe über 30 Teilnehmer zählte, gab es so gut wie nie Zeit sich ein bisschen auszuruhen. In St. Anton nutzten wir die Verpflegungsstation ausgiebig, da sich unser Riegelvorrat dem Ende neigte. Unsere Beine fühlten sich inzwischen überhaupt nicht mehr gut an.

Deswegen fuhr ab diesem Zeitpunkt auch jeder sein eigenes Tempo. Der Arlbergpass wird mir in sehr schmerzhafter Erinnerung bleiben. Nach der Verpflegungsstation war ich quasi stehend KO. und meine Übersetzung für diese Steigung in meinem Zustand definitiv zu groß. Zum Glück kam nach wenigen Kilometern eine kleine Gruppe von hinten an der ich mich festbeißen konnte. Diese arbeitete sehr gut zusammen und somit konnten wir dann, auf dem Weg vom Flexenpass bis zurück nach Weißenbach im Lechtal, einige Teilnehmer wieder einholen. Der Gaichtpass war, nach den heftigen Pässen zuvor, eine Wohltat und somit war mein erstes Finish bei einem Radmarathon nur noch Kür.

Es war eine super Erfahrung und es wird sicher nicht mein letzter Radmarathon bleiben! Nichtsdestotrotz werde ich die nächste Zeit Arlbergpass und Flexenpass meiden. Die Veranstaltung war, bis auf das Missgeschick des Führungsfahrzeuges, sehr gut organisiert. Im speziellen möchte ich mich für die aufmunternden Worte an den Verpflegungsstationen bedanken!!!

Außerdem bedanke mich bei Allgäu-Ausdauer für den Startplatz! Es hätte sonst wohl noch ein paar Jahre gedauert bis ich an einem Radmarathon teilgenommen hätte!

3 Gedanken zu „Startplatzgewinner Valentin: “Das war sicher nicht mein letzter Radmarathon!”“

  1. Hallo Valentin, schön, dass Du dabei warst! Der nächste Rad-Marathon Tannheimer Tal findet am 19. Juli 2015 statt! Schon mal rot im Kalender markieren!
    Viele Grüße
    das Rad-Marathon-Team

  2. Hey Valentin, Gratulation zu deiner Leistung beim Radmarathon. Deine Kollegen sind stolz auf Dich. Als nächstes organisieren wir dir einen Startplatz für einen Ultramarathon… So wie drauf bist machst du da auch noch mit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.