Die Krehls in Aktion: Geschwister-Trio läuft hoch hinaus

Rennen Valentin Krehl - Bild vom Veranstalter
Valentin ist der älteste der drei Krehl-Geschwister. Nicht nur als Läufer macht er Dampf. Der 23-jährige hat auf Allgäu Ausdauer einen Startplatz für den Radmarathon im Tannheimer Tal über 230 Kilometer gewonnen. Foto: TSV Oberstdorf
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Sofie und Emil Krehl. Foto: Gitti Schiebel

Sie sind schnell und scheuen keine Herausforderung. Die Geschwister Valentin (23), Emil (21) und Sofie (18) Krehl aus Rottach zählen zu den großen Talenten im Allgäuer Ausdauersport. Zuletzt traten sie beim knüppelharten Nebelhornberglauf in Erscheinung. Gitti Schiebel hat die Drei in luftiger Höhe getroffen.

„Es läuft sich um einiges leichter, wenn die Umgebung schön ist“, so beschreibt Sofie Krehl aus Rottach ihre Motivation zur Teilnahme am Nebelhorn-Berglauf in Oberstdorf. Und mit einer schönen Umgebung kann der Traditionslauf, der seit 15 Jahren vom TSV Oberstdorf veranstaltet wird, wahrlich aufwarten. Wer vergangenen Sonntag die Strapazen des Anstiegs auf das 2224 m hochgelegene Nebelhorn hinter sich gebracht hatte, wurde bei herrlichem Sonnenschein mit dem legendären 400-Gipfel-Blick belohnt. 331 Finisher des „härtesten Berglauf Deutschlands“ konnten dieses Panorama genießen.

Sofie Krehl war nicht zum ersten Mal auf dem Nebelhorn. Die 18-jährige ist erfolgreiche Langläuferin des SC Oberstdorf und besucht die Oberstufe des dortigen Skigymnasiums. In der vergangenen Saison wurde sie Deutsche Juniorenmeisterin im Sprint und hat an der Junioren-Weltmeisterschaft teilgenommen. Gemeinsam mit ihrer Trainingsgruppe stehen Läufe aufs Nebelhorn öfters auf dem Programm. Dann allerdings „im Skigang“, d.h. es wird als spezifisches Langlauftraining mit Stöcken den Berg hochgelaufen. Auch im Sommer sollen die Wintersportler Wettkämpfe in ihr Grundlagentraining einbauen. Ein Blick in die Ergebnisliste des diesjährigen Nebelhorn-Berglaufs zeigt, dass sich unter den Top-20 zahlreiche Langläufer befinden. Weltcup-Läufer Philipp Marschall (Rhöner SV) als Vierter, der Kombinierer Johannes Rydzek (SC Oberstdorf) als Dreizehnter oder der Untermaiselsteiner Michael Schnetzer (Allgäu Outlet Raceteam) auf Rang 16.

Auch Sofie Krehl, die im Sommer für das Allgäuer Nachwuchsteam LaufsportSaukel b_faster startet, war im Feld der 53 Frauen als Fünfte weit vorne mit dabei. Mit ihrer Zeit von 1:26:25 Std. gewann sie ihre Altersklasse der weiblichen Jugend souverän. Damit zeigte sie sich sehr zufrieden, zumal sie sich momentan eben nicht in einer wirklichen Wettkampfphase befindet. „Mir ist es eigentlich immer gut gegangen, aber die Hitze hat mir zu schaffen gemacht, die bin ich einfach nicht gewohnt.“ Nicht nur aus diesem Grund wird Sofie ihren Schwerpunkt weiterhin auf den Wintersport legen. In der nächsten Saison hat sie die Chance, den Sprung in den B-Kader zu schaffen, um sich nach dem Abitur ganz aufs Langlaufen konzentrieren zu können.

Der Grundstein für die sportliche Karriere der sympathischen Athletin wurde bereits in frühester Kindheit gelegt. Die ganze Familie Krehl ist sportbegeistert. So verwundert es nicht weiter, dass auch Bruder Emil beim Nebelhorn-Berglauf am Start war. Auch der 21-jährige Student begann mit dem Langlaufen beim SC Rettenberg und wechselte später nach Oberstdorf. Seine aktive Zeit als ambitionierter Wintersportler beendete er allerdings, als er nach dem Abitur auf Auslandsreise ging. Mittlerweile studiert Emil Krehl Wirtschaftsingenieurwesen in Innsbruck und geht nur etwa einmal die Woche Laufen. Freilich macht er darüber hinaus weiteren Sport. Beach-Volleyball beispielsweise. Oder viele Skitouren im Winter. Damit lässt sich auch erklären, warum Emil, ebenfalls LaufsportSaukel b_faster-Athlet, beim Kanzelwandtrail in einem sehr stark besetzten Starterfeld hervorragender Neunter wurde.

Die Vorbereitung für den Nebelhornlauf hingegen verlief für den Nachwuchssportler nicht ganz so optimal. „Derzeit mache ich einen Ferienjob in einer Schlosserei, das ist teilweise knochenhart, abends bin ich immer sehr müde.“ Mit einer Laufzeit von 1:18:13 Std. kam Emil als 30. an der Gipfelstation der Nebelhornbahn an. „Ich hatte zwar eine 1:15 angepeilt, aber ich bin zufrieden mit meiner Einteilung.“ Bis zum Steilstück am Latschenhang konnte der junge Ausdauersportler joggen, danach ist er in einen Wechsel aus Gehen und Laufen übergegangen. In der Kombi-Wertung des Allgäu-Walser Berglauf Cups, bestehend aus Kanzelwandtrail und Nebelhorn-Berglauf, schaffte er es mit der drittschnellsten Gesamtzeit aufs Podium. Für die nächsten Monate muss Emil Krehl allerdings auf Berge verzichten. Für ein Auslandssemester wechselt er bis Ende Januar an eine Uni in Hongkong.

Den familieninternen Wettkampf am Nebelhorn indes gewann der Älteste der drei Krehl-Kinder. Valentin (23 Jahre) meldete kurzerhand am Veranstaltungstag nach, als er von der Teilnahme seiner beiden Geschwister erfahren hatte. Angesichts der guten Form Emils meinte er, „ich bin froh, dass ich vor meinem kleinen Bruder im Ziel war“. In 1:10:06 Std. wurde der Student Gesamtzwölfter. Ein mehr als respektables Ergebnis, schließlich war die nationale Berglaufelite am Start.

Wenn der komplette Nachwuchs am gleichen Rennen teilnimmt, dann sind auch die Eltern nicht weit. Uschi und Gerald Krehl standen – wie zahlreiche andere begeisterte Zuschauer auch – an der Strecke, um die Läufer auf ihrem anstrengenden Weg zum Nebelhorngipfel anzufeuern. Besonders laut natürlich bei ihren eigenen Kindern.

Ergebnisse Nebelhornberglauf in Oberstdorf:
15. Nebelhorn-Berglauf (10,2 km – 1405 hm):

Frauen: 1. Monica Carl (LG Welfen/W40 1.) 1:22,01 Stunden; 2. Gerti Ott (Sportbuck.com/W50 1.) 1:25,15; 3. Alexandra Hagspiel (TV Immenstadt/W30 1.) 1:25,32; 5. Sofie Kehl (LaufsportSaukel b_faster/JUG W 1.) 1:26,25; 6. Sabine Zulauf (TV Jahn Kempten/W50 2.) 1:27,06; 8. Carola Dörries (LG Kaufbeuren/Laufsport Saukel/W 1.) 1:30,53; 9. Sabine Sigel (TVI/W50 3.) 1:32,32; 10. Sabine Kraus (Sportbuck.com/W50 4.) 1:32,53; 12. Karoline Eimansberger (Allgäu Outlet Raceteam/W40 3.) 1:32,57; 17. Daniela Ruppaner (Allgäu Outlet Raceteam/W 4.) 1:39,55; 19. Petra Paule (Team NO NAME/W35 1.) 1:40,43;

Männer: 1. Stefan Hubert (SV Sömmerda e.V./M 1.) 1:01,32; 2. Benedikt Hoffmann (TSG Heilbronn/M 2.) 1:02,19; 3. Korbinian Schönberger (Regensburg/M30 1.) 1:05,03; 6. Thomas Göpfert (FC Unterkirnach/M35 1.) 1:08,10; 7. Dr. Alexander Hirschberg (TV Jahn Kempten/M30 3.) 1:08,17; 12. Valentin Krehl (LaufsportSaukel b_faster/M 5.) 1:10,06; 13. Johannes Rydzek (SC Oberstdorf/M 6.) 1:10,16; 14. Michael Laur (SVO LA Germaringen/M 7.) 1:10,28; 15. Constantin Pade (Team DYNAFIT/M 8.) 1:11,39; 16. Michael Schnetzer (Allgäu Outlet Raceteam/M 9.) 1:12,00; 19. Frank Kauper (TV Immenstadt/M45 2.) 1:13,33; 20. Peter Pulfer (Allgäu Outlet Raceteam/M50 2.) 1:14,08.

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