Wer jubelt beim Halbmarathon in Kempten?

Halbmarathon Kempten
Stimmung garantiert. Beim Halbmarathon in Kempten geht’s am Sonntag ab 13.30 Uhr rund. Archiv-Foto: Ralf Lienert

Kaum zu glauben, aber wahr: Beim Halbmarathon am Sonntag in Kempten ist noch kein Favorit in Sicht! Die kenianischen und äthiopischen Läufer und Läuferinnen, die in den vergangenen Jahren stets die Siegprämie in Höhe von 250 Euro gewannen, lassen Kempten diesmal womöglich links liegen. „Bislang hat sich noch kein Afrikaner angemeldet und ich glaube nicht, dass das noch in den nächsten Tagen passiert“, sagte mir Organisator Joachim Saukel heute Nachmittag. Im Klartext: Diesmal könnte der Weg frei sein für regionale Top-Läufer. Doch bei den Männern sind ausgerechnet die besten Allgäuer der Vorjahre laut Saukel nicht am Start. Steffen Wittmann (Kempten) plagt seit längerem eine Verletzung und Andreas Sterzinger (Immenstadt) habe per E-Mail mitgeteilt, dass er sich im Training verletzte. Doch wer sind dann die Favoriten? Mehr darüber lest ihr in der  AZ vom Donnerstag.

Für alle, denen es nicht ums Gewinnen, sondern ums Durchkommen geht, haben wir derweil Tipps für den HM zusammengetragen. Sporttherapeut Michael Hiemeyer, zugleich Trainer und Manager  beim Team Laufsport „b_faster“, erklärt, auf was Einsteiger und Hobbyläufer achten sollten. Seine Tipps lest Ihr hier:

Halbmarathon KemptenDie Zeit bis zum Start: Den letzten Testlauf empfiehlt Hiemeyer für  Donnerstag. Distanz: drei bis sechs Kilometer; dabei 3×2 Minuten im geplanten Wettkamptempo sausen, um den Rhythmus zu verinnerlichen. „Am besten die Wettkampfklamotten anziehen, um zu schauen, ob alles passt“, empfiehlt Hiemeyer. Am Freitag und Samstag rät er zur Trainingspause, damit der Körper ausreichend Kraft tanken kann. Wichtig für den Wettkampftag: Etwa zwei Stunden vor dem Start vor Ort sein, um sich entspannt auf das Ereignis einzustimmen und um Zeit fürs Aufwärmen (15 Minuten locker laufen) zu haben.

Ernährung: „Nur keine Experimente, sondern lieber essen, was man kennt und gut verträgt“, lautet die Formel für die verbleibenden Tage bis zum Start. Am Samstag rät Hiemeyer zu kohlenhydratreicher Nahrung (etwa Nudeln). Für Sonntag empfiehlt er, die letzte größere Mahlzeit vier Stunden vor dem Start einzunehmen, damit der Körper nicht während des Rennens mit Verdauen beschäftigt ist. Bewährt habe sich, etwa eine halbe Stunde vor dem Start eine kleine Mahlzeit (Banane oder Sportler-Gel) sowie 0,25 bis 0,5 Liter Wasser zu sich zu nehmen. Auf den Flüssigkeitshaushalt sollte auch im Rennen geachtet werden: „Am besten an jeder Getränkestation anhalten und zugreifen“, sagt Hiemeyer. Insgesamt acht Mal passieren die Läufer auf dem Halbmarathon-Rundkurs die Proviantstellen. Zwischen Kilometer acht und zwölf empfiehlt Hiemeyer ein weiteres Gel. Ab Kilometer 15 auch einen Schluck Cola, um sich noch einmal zu pushen.

Tempo-Einteilung: „Lieber die ersten beiden Runden langsamer loslegen und auf den letzten beiden Runden steigern, als umgekehrt“, mahnt Hiemeyer. Der Start im Pulk verleitet Neulinge häufig zu übertriebenem Tempo, für das sie später bitter bezahlen. Eine gute Orientierung stellen die Ballonläufer dar, die exakte Zielzeiten (1:30, 1:45 oder 2 Stunden) anstreben. Allerdings geht es in ihrem Windschatten oftmals hoch her, da viele Läufer versuchen, Anschluss zu halten. „Klüger ist es, sich ein paar Meter hinter das Rudel zurückfallen zu lassen, den Ballonläufer aber nie aus den Augen zu verlieren“, sagt Hiemeyer, der vor allem Halbmarathon-Neulinge davor warnt, sich zu hohe Ziele zu stecken.
Wichtiger sei der Spaßfaktor: „Mit einem Lächeln auf den Lippen läuft’s besser. Laufsport ist Leidenschaft – und eine Kulisse wie in Kempten ist ein Genuss“, sagt der Experte.

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