Michi Schnetzers Langlauf-Kolumne: Lieber Rakete als Gurke!

Michael Schnetzer
Nicht immer präsentiert sich das Wetter so traumhaft wie auf diesem Foto von Aapo Laiho. Doch mit richtigem Material und richtiger Taktik lassen sich auch schwierige Wetterbedingungen meistern, meint unser Experte Michael Schnetzer. Der Sieger über 35 Kilometer-Skating gibt Euch Tipps für den nächsten Marathon.

So schön wie auf dem Foto kann das Wetter im Tannheimer Tal sein. Ganz anders war das noch am vergangenen Wochenende beim Ski-Trail 2014. Aber bei gutem Wetter kann ja fast jeder einen Ski-Marathon laufen! 😉 Von daher erstmal Chapeau an alle Finisher, die sich den schweren Bedingungen gestellt und sich durchgekämpft haben. Stellt ein Ski-Marathon an sich schon eine große Herausforderung dar, so verlangt ein Lauf bei Schneegestöber und widrigen Wetterbedingungen, wie sie am Sonntag vorherrschten, den Athleten alles ab. Deshalb ist es besonders wichtig, einige Tipps und Tricks zu beherzigen, damit die Marathon-Tour nicht zur Tortour wird. Unser Experte Michael Schnetzer, der das Rennen über 35 Kilometer in 1:49:26 gewann, erklärt wie man sich dagegen wappnen kann. Der Winter dauert schließlich noch ein bisschen 🙂

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Wo geht’s lang? Der Ski-Trail stellte Mensch und Material vor besondere Herausforderungen. Foto: Charly Winkler

Material Ein entscheidender Faktor, der bei solch langsamen Neuschneebedingungen wie am Sonntag besonders zum Tragen kommt, ist das Skimaterial. Hier werden die Unterschiede zwischen „Rakete“ und „Gurke“ gigantisch groß. Mein Ski war gutes Mittelmaß, im Vergleich zu den zwei tschechischen Läufern, die mit mir in der Spitzengruppe waren.

Mein Tipp Ski mit relativ feinem Neuschneeschliff, Swix HF 8 (oder Flourwachs mit gleichem Temp.bereich) einbügeln, Jet Stream Bloc einbügeln, Holmenkol Paste einkorken und anschließend eine 0,5er Struktur drüber. Die ersten zwei Schritte reichen weitgehend aus…;)

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Trüb und kalt war’s beim Ski-Trail. Bei so einem Wetter muss man auf die Ernährung besonders achten. Foto: Charly Winkler

Ernährung Zweiter entscheidender Faktor bei so einem „Schneegestöberrennen“ ist der Energie- und Wärmehaushalt des Körpers. Zusätzlich zur ohnehin schon hohen körperlichen Belastung durch das Laufen, verlangt einem Wind und Schneetreiben buchstäblich alles ab. Um nicht auszukühlen, müssen vom Körper ständig extra Energiereserven bereitgestellt werden. Dadurch kann es schneller als normal zum so gefürchteten „Hungerast“ kommen.

Mein Tipp: Vor und während des Rennens viel trinken, am besten warme, konzentrierte Kohlehydratgetränke, evtl. kleine Snacks/Banane. Außerdem: Wetterangepasste Rennkleidung – ohne lange, warme Unterwäsche unter dem Rennanzug gehe ich bei so einem Wetter nicht an den Start!

Taktik: Der dritte Faktor, der bei einem Rennen mit so viel Gegenwind ins Spiel kommt, ist taktisch versiertes Laufen. Wer immer alleine im Wind läuft, arbeitet sich unnötig auf. Ähnlich wie bei der Tour de France ist Windschattenlaufen angesagt. Am besten geht das, indem man den Schritt des Vordermanns/-frau aufnimmt. Dadurch lässt sich enorm viel Kraft sparen, die man am letzten Berg oder im Zielsprint häufig noch gut gebrauchen kann. Natürlich sollte man sich in einer Gruppe sportlich fair in der Führungsarbeit abwechseln, so kann jeder davon profitieren.

Vielleicht könnt ihr den ein oder anderen Trick schon bei eurem nächsten Marathon anwenden, habt somit noch mehr Spaß am Laufen und seid noch schneller im Ziel.
Bis dahin viel Spaß im Training!
Euer Michi

 

 

2 Gedanken zu „Michi Schnetzers Langlauf-Kolumne: Lieber Rakete als Gurke!“

  1. Danke für die Tipps! Bin selber zwar nicht dabei gewesen, kenn aber einige die geflucht haben wg Wetter ich leit’s weiter 😉

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