Lauftipp der Woche: Gitti Schiebel entführt Euch an den Alpsee

Seeblick
Zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis: Der Blick auf den Großen Alpsee bei Immenstadt.
Gitti Schiebel
Gitti Schiebel

Gitti Schiebel kennt sich auf den Allgäuer Trails aus wie kaum jemand anders. Die Immenstädterin gehört im Ultra-Trail-Lauf zu den besten Damen Europas. Umso mehr freuen wir uns, dass sie unseren “Lauftipp der Woche” mit ihrer Lieblingsrunde bereichert. Es geht um den Großen Alpsee, wo Gitti einige Variationen kennt. Die Sommerbilder von der Strecke lassen das derzeitige Schmuddelwetter fast vergessen. Herzlichen Dank dafür!

Schon viele Male bin ich um den Großen Alpsee gelaufen und doch ist es immer wieder schön. Die Runde um den See lässt sich nämlich beliebig variieren. Ich kann mich möglichst ufernah halten (okay, das gelingt nur auf der einen Seeseite) oder ich kann sogar das Immenstädter Horn miteinbauen (dann ist es allerdings schon eine ziemlich erweiterte Seeumrundung mit Gipfelzugabe). Aber dazwischen gibt es ohnehin zahlreiche Möglichkeiten. Eine besonders interessante Variante der Seeumrundung ist die neue Wettkampfstrecke des Alpseelaufs. Etwa 25 sehr abwechslungsreiche Kilometer in einer großen Schleife um den See. Gestartet wird am Viehmarktplatz in Immenstadt.

Ausblick Siedelalpe
Ausblick Siedelalpe

Zum Warmlaufen zunächst flach am Freibad Kleiner Alpsee vorbei nach Bühl. Hier, unmittelbar nach dem Strandbad Hauser, beginnt der erste Anstieg auf einem schmalen Wanderweg nach Zaumberg. Weiter geht es zur Siedelalpe, wo uns wunderschöne Ausblicke auf den Alpsee und die Allgäuer Alpen erwarten. Nun über saftige Viehweiden hinunter nach Trieblings, kurzes Verschnaufen, der nächste Anstieg zur Alpe Schönesreuth wartet schon (wer es nicht eilig hat, eine Einkehr lohnt sich).

Alpe Schönesreuth
Alpe Schönesreuth

 

Ein herrlicher Tobelweg führt uns wieder fast auf Seehöhe hinab, aber auch dann geht es bereits wieder auf einem sehr versteckten Trail zum Gut Hochreute bergauf. Letztes Jahr sorgten hier die Teilnehmer des buddhistischen Sommercamps für eine stimmungsvolle und erfrischende Verpflegungsstation.

Ein kurzes Stück Asphalt und erneut befinden wir uns auf Seehöhe. Zurück zum Strandbad Hauser, unter der Eisenbahn-Unterführung durch und einige erholsame Kilometer am See beginnen. Am Ende des Sees angelangt, wird die Bundesstraße unterquert. Das zweite Teilstück der Umrundung startet. Wer möchte, kann sich beim Rodelwirt der Alpsee Bergwelt nochmals stärken.

Ergelweg
Toller Blick am Ergelweg.

Schattige Waldwege bringen uns jetzt in das kleine Dörfchen Gschwend. Nun haben wir schon einiges an Höhenmeter geschafft, ein bisschen Reserve sollte man aber noch haben. Die Strecke zweigt am großen Parkplatz links ab Richtung Wasserfälle (auch einen Abstecher wert), ein schöner Trail führt uns nach Rieder, auf dem Ergelweg geht es weiter Richtung Bühl. Jetzt ist es Zeit, die letzten Reserven locker zu machen.

Hornweg
Abwechslung ist Trumpf! Am Hornweg ist noch mal Konzentration gefordert.

Mein Lieblingsabschnitt, der Hornweg, erwartet uns. Am Fuß des Immenstädter Horns schlängelt sich dieser Waldweg mit viel Auf und Ab von Bühl nach Immenstadt. Wurzeln, Stufen, Steine, Brücken – hier ist nochmal Konzentration gefragt. Direkt am Engelfeld spuckt uns der Hornweg wieder aus und es sind nur noch wenige Meter zurück zum Viehmarktplatz. 25 km und 800 hm können ziemlich anstrengend sein. Aber vor allem ziemlich schön!

Alle Infos zur Veranstaltung „Naturparklauf um den Großen Alpsee“ am 27. Juli 2014 inkl. genauem Streckenplan findet ihr unter www.alpseelauf.de Es wird auch eine Kurzstrecke mit etwa 15 km angeboten.

Ich freu mich jetzt schon auf meine erste Frühlingsrunde um den See. Zuvor wäre allerdings noch etwas Winter mit ordentlich Schnee angebracht!

Gitti Schiebel

P.S. Die Runden um den Alpsee eignen sich auch hervorragend als Motivation! Lange Wettkampfstrecken teile ich mir gedanklich gern in kürzere Etappen à 15 km ein (etwa diese Distanz hat die „normale“ Seeumrundung). Wenn es bei einem Ultratrail zäh wird, motiviere ich mich deshalb oft mit „…nur noch zwei Runden um den See“, „…nur noch eine Runde um den See“, und schon wirkt die restliche Strecke gar nicht mehr so lang

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