Team “Schnelle Allgaier”: Für Marathon-Einsatz einmal um die Welt

Allgäuer Delegation in der Hauptstadt: Die schnellen Allgaier stürzten sich beim Berlin-Marathon erfolgreich ins Getümmel.

Ein Lauf-Event jagt derzeit das andere. So startet am Sonntag (11 Uhr) der große Dreiländer-Marathon von Lindau nach Bregenz (war übrigens mein erster Marathon. Erinnere mich mit einem Schaudern daran, wie ich mit meinem Kumpel Ritchie viel zu schnell loslief und wir irgendwann mit Krämpfen auf dem Boden lagen, bis wir nach über 4 Stunden irgendwie ins Ziel humpelten. Wird uns nie mehr passieren :-)). Vor dem Start am Bodsensee sei jedoch eine kleine Rückschau erlaubt. Das Team “Die schnellen Allgaier” aus Memmingen hat uns nämlich einen Rennbericht vom Berlin-Marathon zugeschickt. Die Gruppe war mit 38 Läufern und Läuferinnen vertreten – und hat eine bemerkenswerte Bilanz vorzuweisen. In der achmonatigen Vorbereitung wurden insgesamt 48 000 Kilometer zurückgelegt, wie sie errechnet haben. Mit anderen Worten: Für Berlin ging es einmal um die Welt! Einen erstaunlichen Einstand legte in der Hauptstadt Thomas Walther in der Klasse M 50 hin: Er finishte seinen ersten Marathon als schnellster unter den schnellen Allgaiern in 2:50:37 Stunden! Respekt an ihn und alle anderen. Und hier geht’s weiter zum Bericht der Gruppe.

Bärenstark: Thomas Walther finishte seine Marathon-Premiere in 2:50 Stunden. Wie er das geschafft hat, muss er uns bei Gelegenheit verraten.

“Nach acht Monaten intensiver Vorbereitung und unzähligen Trainingskilometern (gesamt ca. 48 000 km) war es endlich so weit: 38 Läuferinnen und Läufer vom Laufteam „die schnellen Allgaier“ stellen sich der Herausforderung Berlin Marathon.

Von der Beschaffung der begehrten Startplätze für die 40. Auflage des Klassikers über gemeinsame Leistungsdiagnostik, professionelle Trainingspläne und -begleitung bis hin zu Wettkampfshirts, Hotel und Busbuchung gab das Orgateam, bestehend aus Christoph Eberhardt, Hubert Nägele, Peter Schwarzländer und  Wolfgang Singer alles für jedes Teammitglied. Um es vorweg zu nehmen: Es wurde ein unvergessliches Ereignis.

Three, two, one, zero: Tausende Luftballons steigen in den Himmel, vorne prescht die Elite auf der Jagd nach dem neuen Weltrekord davon, gefolgt von der ungeheuren Masse der Läufer, in der jeder seinen eigenen Traum verwirklichen will.  Ankommen in 6, 5, 4 oder 3 Stunden. Am liebsten mit persönlicher Bestzeit. Die Strecke ist für alle gleich lang: 42,195 km…

Läufer aus 119 Nationen feiern ein Lauffest ohne Gleichen, friedlich, fröhlich, positiv. Wie sähe die Welt aus, wenn wir alle Läufer wären!
Am Straßenrand jubelndes Publikum, Bands, Tanzgruppen, alles trägt zum Ziel, auch wenn die Beine schwerer werden.

Irgendwo auf der Strecke eine Lautsprecherdurchsage: „Neuer Weltrekord, 2:03:23“. Für die meisten Läufer jedoch beginnt der wahre Marathon erst bei Kilometer 30. Der Körper möchte stehenbleiben, der Kopf befiehlt weiterzulaufen bis das Ziel erreicht ist.

Kilometer 35: Gedächtniskirche. Allmählich wird es schwer. Dann der  Potsdamer Platz: Nur noch 3 Kilometer sagt der Verstand. Kilometer 41: noch zwei Kurven. Dann der Blick auf das Brandenburger Tor. Jetzt noch mal alles geben. Ab dem Tor noch 400 Meter. Alles schmerzt. Dann endlich das Piepen der Zielmatte. Freudentränen, hochgerissene Arme, pures Glück, Endorphine massenweise. Finishermedaillen werden überreicht, Glückwünsche ausgesprochen.

Nach Zielverpflegung, Massage, Dusche, Kleiderrückgabe geht es entlang der Laufstrecke zurück zum Hotel. Noch immer sind viele unterwegs. Im Hotel Schulterklopfen, strahlende Gesichter, leuchtende Augen, Umarmungen.

Ja, es hat sich gelohnt. 12 Läuferinnen und Läufer unserer Gruppe haben ihren ersten Marathon gefinisht. Viele haben eine neue Bestzeit erreicht. Alle haben ihr bestes gegeben. Jeder freut sich über die Leistungen des anderen. Die Zeiten reichen von 2:50:37 bis 5:57:41 Stunden.

Auf der Rückreise im Bus blicken wir vom Orga-Team in zufriedene, glückliche Gesichter von erfolgreichen Hobbysportlern, die schon wieder neue Träume träumen…”

5 Gedanken zu „Team “Schnelle Allgaier”: Für Marathon-Einsatz einmal um die Welt“

  1. Tja, lange Erfahrung im Kurz- und Mittelstreckenbereich, ein Trainingsplan, viele Trainingskilometer in unterschiedlichen Tempi, viele lange Läufe zwischen 30-35 km, Motivation, Trainingsbegleitung, super äußere Bedingungen.
    Im Namen der schnellen Allgaier
    Wolfgang

  2. GRATULATION zu den Leistungen und zur Organisation. Da nach ein paar Stunden die Startplätze vergeben waren war auch Schnelligkeit bei der Anmeldung erforderlich. Unter Lauftreff heißt es: Wir treffen uns am Sportplatz. Memmingen hat aber viele Sportplätze, welcher ?
    Vielleich kann ich mal mitlaufen, mein Ziel => Berlin 2015

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