Dieses Läufer-Gesicht muss man sich merken….

Mirco Berner
Überraschte heuer bereits mehrfach: Mirco Berner aus Kempten. Foto: Ralf Lienert

Dieses Gesicht muss man sich merken in der Allgäuer Läuferszene: Der 19-jährige Mirco Berner aus Kempten hat am Wochenende mit einem dritten Platz beim Rottachseelauf über 15  Kilometer in 55:19 Minuten überrascht. „Das war erstaunlich. Wir haben uns alle gefragt: Wer ist der Neue?“, erzählt Andreas Schuchard vom Organisationsteam.  Der „Neue“ hat tatsächlich eine erstaunliche Karriere vorzuweisen.  Der Fachoberschüler begann erst vor einem halben Jahr mit dem Lauftraining. Er gehört (bislang) keinem Verein an, sondern hat sich nach der Lektüre von zahlreichen Fachbüchern einen eigenen Trainings- und Ernährungsplan zusammengestellt.  Seinen Einstand gab der frühere Jugendfußballer der JFG Illerwinkel beim Kemptener Halbmarathon im Frühjahr in starken 1:26:11 Stunden. Doch damit nicht genug: Beim anspruchsvollen Voralpenmarathon in Kempten platzierte er sich über 30 Kilometer in 2:11:06 auf Platz sechs. Der Hammer folgte dann beim Marathon in München drei Wochen später am 12. Oktober: Berner stürmte bei seiner Premiere über 42,195 Kilometer in 2:47:37 Stunden ins Ziel!

Damit belegte er nicht nur Platz eins in der U 20, sondern lief zugleich die zweitschnellste Zeit, die jemals ein Allgäuer in dieser Altersklasse erreichte. Nur der damalige Leichtathlet Wolfgang Hoffmann vom TSV Buchenberg war vor 25 Jahren in 2:34:31 schneller. „Damit hätte ich nie gerechnet“, sagt Berner, der mittlerweile im Training Distanzen von teils über 40 Kilometer läuft. Pro Woche kommt er auf etwa 150 Kilometer.

„Ich liebe es, in der Natur zu sein. Außerdem ist mein Stil ziemlich ökonomisch und mein Körper kann sehr gut regenerieren“, sagt Berner. Auf der Fahrt zum Marathon nach München schloss er sich übrigens mit Bernhard Munz und Jörg Schreiber zwei erfahrenen (Ultra-)Läufern des TV Jahn Kempten an. „Die haben mir einige Tipps gegeben“, sagt Berner, der schon das nächste große Ziel anpeilt. Er will an einem Lauf über 100 Kilometer teilnehmen. Und zwar an nicht irgendeinem, sondern dem extrem anspruchsvollen Zugspitz-Ultratrail.  Am liebsten schon im kommenden Jahr.

Die Allgäuer Läuferszene wird seinen weiteren Karriereweg aufmerksam verfolgen…

(Einen ausfürlichen Bericht über Mirco Berner findet ihr in der AZ vom 23. Oktober).

17 Gedanken zu „Dieses Läufer-Gesicht muss man sich merken….“

  1. Bin immer wieder begeistert, was sich im Allgäu alles so bewegt! Da sind wir den Grosstästern halt schon a bisle voraus 🙂 Von Mirko werden wir hoffentlich noch viel hören bzw. lesen! Weiter so!!! Grüssle RG

    1. Kann dieses bornierte „Mia san mia vom Lande“ echt nicht mehr ab.
      Einige Allgäuer/innen leiden an einer sehr bedenklichen Wahrnehmungsverzerrung, sie halten sich tatsächlich immer noch für den Nabel der Welt in Zeiten der Globalisierung.
      Die Top 100 der AK 20 in Deutschland wird eindeutig von sog. „Großstädtlern“ dominiert (vgl. ebd.) und „die zweitschnellste Zeit eines Allgäuers in dieser Altersklasse“ reicht doch immerhin für Platz 448 auf der Marathon-Bestenliste der AK 20 im Jahre 2013. Mithin (bei allem sportlichen Respekt für die Leistung als solche) eher eine Aussage für das dürftige Leistungsniveau der Allgäuer in dieser Altersklasse…….!!!

  2. 19 Jahre. Läuft seit einem halben Jahr. 150km in der Woche. Will 100km laufen. Alles klar. 🙂

    Da gibt es zwei Möglichkeiten:
    Von dem Herrn hört man bald gar nichts mehr.
    Er wird in 10 Jahren Weltmeister.
    Chancen schätze ich 80/20 ein.

    😉

    Im Ernst: Gibt es da keine verantwortungsvolle Bezugsperson im Umfeld, die solche Heißsporne vor sich selbst beschützt?

  3. Da muss ich dem Axel absolut recht geben! Mit 19 Jahren hat man auf 100 Km noch nichts zu suchen! Absolute Selbstzerstörung …
    Ich kann dir nur einen Tipp geben Mirko: Verheiz‘ dich nicht! Aber lernen musst du selber – du wirst deine Erfahrungen sammeln! 😛

    Auch ich lerne – back to the roots und zurück auf die Straße 🙂 … Straßenjahr 2014 … persönliche Ziele in greifbare Nähe rücken!

  4. das sich jemand Ziele setzt, ist doch super – auch in jungen Jahren. Ich finds besser als wenn die „Jugend von Heute“ nur vorm PC rumsitzt 😉 Bin selbst zwar noch nie 100 km gelaufen (und habs au ned vor :-)), aber ich denk, das ist doch – wenn man gesund ist -keine Frage des Alters, oder?! Wichtig ist, das man/frau das will!

    1. Gegen Ziele habe ich ja nichts (und generell darf natürlich jeder selber entscheiden was er tut).

      Aber: Die Erfahrung lehr einfach, das es der langfristigen athletischen Entwicklung abträglich ist, wenn Jemand zu früh die Umfänge steigert und zu früh lange Strecken angreift.

      Wenn Jemand deratiges Talent wie Mirko hat (und das ist ja offensichtlich) dann ist es einfach schade, wenn er nie in den Bereich des persöhnlichen Potentials kommt, weil er sich zu früh verschlissen hat (orthopädisch und psychisch).

      Von Trainingsbeginn bis zum Leistungspeak sind es ca. 20 Jahre… 🙂

  5. Danke Axel für Deinen Kommentar. Das gleiche habe ich seit gestern mit Tobi S. diskutiert. Ich sehe das ganz genauso. Was will er denn da noch an den Umfängen steigern. Hinzu kommt die Gefahr von Schäden (Meniskus, Sehnen,…).

  6. Mir erscheint es auch vernünftiger, sich langsam an die großen Umfänge heranzuwagen. Allerdings gebe ich auch zu bedenken: Es gibt keine Patentrezepte, dafür immer wieder Ausnahmen, die sich von vermeintlichen Lehren abheben.
    Denken wir nur an Faris Al Sultan, der mit mittlerweile 35 Jahren immer noch top in Form ist. Hätte das jemand für möglich gehalten, als er mit (16!) seinen ersten Marathon lief und mit 19 (!) den ersten Ironman bestritt? Wohl kaum….

    1. Ausnahmen gibt es immer (es sollen auch schon Raucher 100 Jahre alt geworden sein). Das Problem ist nur: Verlasse ich mich auf mein Glück und gehe davon aus eine Ausnahme zu sein oder maximiere ich meine Erfolgsaussichten indem ich mich möglichst richtig verhalte?

    1. Das kommt immer auf verschiedene Gesichtspunkte an:

      1. Welche Ambitionen habe ich, was möchte ich erreichen?
      2. Laufe ich auf Leistung, Platzierung, Streckenrekorde oder einfach nur aus Spaß an der Sache selbst und mit dem Ziel: Durchkommen?
      3. Habe ich bereits auf Kurzstrecken orthopädische Probleme?
      4. Wie lange, wie oft und wieviel Km laufe ich in der Woche?

  7. Ich finde die obige Diskussion – ehrlich gesagt – etwas überkandidelt, zumindest auf Grundlage der Berichterstattung. “die zweitschnellste Zeit eines Allgäuers in dieser Altersklasse” reicht doch immerhin für Platz 448 auf der Marathon-Bestenliste der AK 20 im Jahre 2013.

    Mithin (bei allem sportlichen Respekt für die Leistung als solche) eher eine Aussage für das dürftige Leistungsniveau der Allgäuer in dieser (und anderen!) Altersklassen des Laufsports…….!!!

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