Niels Bubel: Mein Berlin-Marathon – Willkommen im Läufer-Mekka! Teil 1

Jiro Mochizuki
Gänsehaut-Moment: Der Start beim Berlin-Marathon. Foto: Jiro Mochizuki
Niels Bubel
Allgäu-Fan Niels Bubel schreibt für allgaeu-ausdauer.de über den Berlin-Marathon.

In wenigen Tagen steht Berlin Kopf: Der Berlin-Marathon feiert am Sonntag, 29. September, sein 40. Jubiläum. Als echter Berliner und aktueller Berlin-Brandenburgischer Halbmarathon-Meister (1:07:50 Stunden) ist es für mich eine Ehre, Euch die flache Weltrekord-Strecke mit ihren zahlreichen Höhepunkten vorstellen zu dürfen. Auch ich werde mit dabei sein. Bevor ich bei der Marathon-DM in München starte, bin ich beim BMW Berlin-Marathon als Tempomacher für die schnellsten Frauen am Start. Ich würde mich freuen, wenn ihr mich in einer vierteiligen Serie auf den 42,195 Kilometer und deren faszinierende Geschichte auf Berliner Boden durch die Millionenstadt begleitet.

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Der Streckenverlauf wurde uns von SCC Events freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Genau wie die Bilder auf diesem Blog-Beitrag. Vielen Dank hierfür!

Die Geschichte der Weltrekord-Strecke:
Vor 39 Jahren, am 13. Oktober 1974, führte die Strecke noch komplett durch den Grunewald. 286 Starter waren bei der Premiere des vom SC Charlottenburg organisierten Marathons dabei. Bereits 1977 konnte der erste Weltrekord gefeiert werden. Christa Vahlensieck lief im Rahmen der Deutschen Meisterschaften 2:34:48 Stunden. Erst 1981 wurde die Strecke dann in die Berliner City verlegt. Der Grund war die immer weiter wachsende Teilnehmerzahl. In der geteilten Stadt starteten 3486 Läuferinnen und Läufer. Das Ziel befand sich damals auf dem Kurfürstendamm. Das Marathon-Baby wurde schnell erwachsen: Wenige Tage vor der deutschen Wiedervereinigung rannten 1990 bereits 25.000 Läufer durch das Brandenburger Tor. Der erste Lauf durch Ost und West erregte weltweites Aufsehen. Aus 61 Ländern kamen die Läufer, 22.861 von ihnen erreichten das Ziel.

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Die Siegessäule. Foto: Jiro Mochizuki

1998 ging das größte Laufspektakel Deutschlands erneut in die Geschichte ein. Der Brasilianer Ronaldo da Costa durchbrach eine besondere Schallmauer. Er absolvierte den Marathon als Erster Mensch in einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 km/h und mehr. Der 28-jährige kam nach 2:06:05 Stunden zusammen mit 27.621 Läuferinnen und Läufern ins Ziel. Im Jahr darauf war der Weltrekord von Tegla Loroupe der Höhepunkt. Die Kenianerin lief 2:20:43 Stunden, nachdem zum ersten Mal in der Geschichte zwei Männer unter 2:07 Stunden ins Ziel kamen. Im Jahr 2001 blieb Naoko Takahashi, die 29-jährige Olympiasiegerin aus Japan, als erste Frau unter 2:20 Stunden. Mit 2:19:46 Stunden hält sie bis heute den Streckenrekord der Frauen. 2005 kam es zum fünften Weltrekord in Berlin mit einem Doppelschlag. Von einem Millionenpublikum an der Strecke angefeuert hatte der Kenianer Paul Tergat mit 2:04:55 Stunden die Nase vorne. Aber nur eine Sekunde dahinter folgte ihm sein Landsmann und Trainingspartner Sammy Korir.

Haile Gebrselassie krönte den Berlin-Marathon im Jahr 2007. Der Äthiopier verbesserte den Weltrekord auf 2:04:26 Stunden. Die Deutsche Irina Mikitenko lief gleich bei ihrem Debüt im selben Rennen 2:24:51 Stunden. Nachdem sie damit Zweitplatzierte wurde, stürmte sie 2008 zum Sieg und verbesserte den Deutschen Rekord unter die 2:20-Marke auf 2:19:19 Stunden.

Auch der Haile Gebrselassie kehrte an die Spree zurück und ließ sich von den jubelnden Zuschauermassen tragen. Er verbesserte den Weltrekord auf 2:03:59 Minuten. Seinen Sieg konnte Haile Gebrselassie auch 2009 wiederholen. Er knackte auch ein weiteres Mal einen Weltrekord. Aber nur den bis zum 30-Kilometer-Punkt. Danach bekam er Probleme und wurde langsamer. Mit seinem vierten Erfolg in Folge ist der Athiopier der erfolgreichste Berlin-Marathon-Gewinner.

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Patrick Makau hält die Berliner Marathon-Bestzeit seit 2011. Foto: photorun

2011 musste Haile Gebrselassie seine Marathon-Krone an Patrick Makau abgeben. Im direkten Duell war der Kenianer stärker und verbesserte den Weltrekord auf 2:03:38 Stunden. Mit dieser Bestzeit wäre Patrick Makau am 29. September um 8:45 Uhr (Achtung: nicht 9:00 Uhr) natürlich der Topfavorit an der Startlinie auf der Straße des 17. Juni gewesen. Doch er musste wegen einer Verletzung kurzfristig absagen. Spannung ist dennoch garantiert: Schließlich wird mit Wilson Kipsan der zweitschnellste Marathonläufer der Welt gemeinsam mit über 40 000 anderen Läuferinnen und Läufern auf die Sightseeing-Tour der ganz besonderen Art gehen – und (hoffentlich) genau wie sie ein erfolgreiches Finish am Brandenburger Tor hinlegen…

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Unvergleichlich: der Zieleinlauf am Brandeburger Tor. Foto: photorun

Unser Autor Niels Bubel, 25, ist amtierender Berlin-Brandenburgischer Meister. Der Student der Medieninformatik kennt den Berlin-Marathon aus dem Effeff. Bei der 40. Auflage wird er die deutsche Spitzenläuferin Irina Mikitenko 30 Kilometer als Pacemaker begleiten. Sein Saisonhöhepunkt ist die deutsche Marathon-Meisterschaft am 13. Oktober in München. Sein Ziel: Eine Zeit von 2:22 Stunden. Mit Trainingslagern im Allgäu hat er sich darauf vorbereitet. Die Region ist ihm ans Herz gewachsen. Schließlich lernte Bubel als Bub bei uns Skifahren!

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