Niels Bubel: Mein Berlin-Marathon, Teil 4 – vom KaDeWe bis zum Brandenburger Tor

Berlin Marathon, Niels Bubel, Brandenburger TorWir biegen auf die Zielgerade ein! Im vierten und letzten Teil unseres großen Berlin-Marathon-Specials zeigt Euch der Berliner Spitzenläufer Niels Bubel die markanten Punkte von Kilometer 35,5 bis 42,195: KaDeWe, Potsdamer Platz, Gendarmenmarkt und – natürlich! – Brandenburger Tor. Hier werden am Sonntag zehntausende von Läufern ihr Runner’s High genießen. Niels war schon vorher da…

35,5 km – KaDeWe – Das zweitgrößte Kaufhaus Europas

Berlin Marathon, Niels Bubel, kdwNach zwei Kilometern auf dem Kurfürstendamm erreicht man die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Die breite Einkaufsmeile der Westberliner Innenstadt geht hier in die Tauentzienstraße über. An ihrem Ende erreicht man den Wittenbergplatz. Auf der rechten Ecke befindet sich das bekannteste Kaufhaus Deutschlands – das KaDeWe. Das Kaufhaus des Westens ist für sein gehobenes Sortiment und seine Luxuswaren bekannt. Es wurde von Adolf Jandorf gegründet und am 27. März 1907 eröffnet. Im Laufe seiner wechselvollen Geschichte wurde das Kaufhaus des Westens viele Male aus- und umgebaut, fünfmal wechselte der Mutterkonzern und einmal brannte es im Zweiten Weltkrieg aus. Heute ist das KaDeWe mit 60.000 Quadratmetern Verkaufsfläche, was neun Fussballfelder entspricht, hinter dem Harrods in London das zweitgrößte Warenhaus Europas. Eine besondere Attraktion ist seit Ende der 1920er Jahre die Feinkostabteilung, die sogenannte „Feinschmeckeretage“. Nach einer Erweiterung ist sie seit 1978 die zweitgrößte Lebensmittelabteilung eines Warenhauses weltweit. 40- bis 50 tausend Besucher strömen jeden Tag durch die Eingangstüren.

38,5 km – Potsdamer Platz im Wandel der Zeit

Den Potsdamer Platz erreicht man über die Potsdamer Straße. Hinter dem Landwehrkanal läuft man auf die moderne Skyline zu. Zuerst passiert man jedoch den Berlin Marathon, Niels Bubel, Potsdamer PlatzKilometer 38. Hier liegt rechts die Staatsbibliothek und links die Neue Nationalgalerie und die Philharmonie. Kurz danach erreicht man die Schlucht zwischen den Hochhäusern. Nach dem Fall der Mauer wurde der Platz von Grund auf neu bebaut und war lange Zeit die größte Baustelle Europas. Ich kenne diesen Platz noch als kargen und sehr tristen Ort. Nun ist er Anziehungspunkt für viele Touristen geworden. Man findet hier im neuen Zentrum von Berlin zahlreiche Geschäfte, Restaurants und noble Hotels. Bis zum Zweiten Weltkrieg war der Potsdamer Platz vor dem gleichnamigen Fernbahnhof mit seinen vielen sich kreuzenden Straßenbahn- und Omnibuslinien und einer der ersten Lichtzeichenanlagen auf dem Kontinent einer der verkehrsreichsten Plätze Europas und ein beliebter Treffpunkt der politischen, sozialen und kulturellen Szene Berlins. So hat sich der Kreis der Geschichte wieder geschlossen. Und es wird in der Umgebung immer noch fleißig weiter gebaut. Auch der Kreis der Marathon-Strecke steht nun vor der Vollendung. Es fehlt nur noch ein kleiner Abstecher durch den ältesten, historischen Stadtkern von Berlin.

40,5 km – Gendarmenmarkt im historischen Zentrum Berlins

Berlin Marathon, Niels Bubel, GendarmenmarktAm Gendarmenmarkt hat man den Kilometer 40 bereits passiert und gleichzeitig die historische Mitte Berlins erreicht. Der Platz, in dessen Zentrum sich das Konzerthaus befindet, wird oft als schönster Platz Berlins bezeichnet. Das ist natürlich Geschmackssache. Ich fühle mich an diesem Ort auf den Fall immer um mindestens 500 Jahre in die Vergangenheit zurück versetzt. Die Ursprünge von Berlin und Cölln, das sich auf der Spreeinsel, wo das Nikolaiviertel und der Berliner Dom zu finden sind, gehen in das 13. Jahrhundert zurück. Der Gendarmenmarkt, der ursprünglich Linden-Markt genannt wurde, entstand ab 1688 nach Plänen von Johann Arnold Nering als Teil der Friedrichstadt, die Kurfürst Friedrich III., der spätere König Friedrich I. in Preußen, Ende des 17. Jahrhunderts anlegen ließ. In diesem historischen Viertel siedelte sich ein Großteil der französischen Einwanderer an, denen der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg mit dem Edikt von Potsdam im Jahre 1685 den Schutz ihrer religiösen Freiheit und volles Bürgerrecht zugesichert hatte. Die eigentliche Gestalt erhielt der Platz unter Friedrich II. mit den beiden identischen Kuppeltürmen neben den Kirchen, dem Deutschen und dem Französischem Dom. Sie wurden in den Jahren 1780–1785 nach Plänen von Carl von Gontard errichtet. Nachdem man den Gendarmenmarkt fast ein mal umrundet, überquert man die Friedrichstraße und biegt wenig später auf die Straße Unter den Linden in. Nun befindet man sich auf der Zielgeraden und hat das Brandenburger Tor vor Augen.

42 km – Brandenburger Tor – Symbol für die Wiedervereinigung Deutschlands

Das Brandenburger Tor, das zum Ende des 18. Jahrhunderts errichtet wurde, bildet mit dem Pariser Platz den Abschluss der Straße Unter den Linden. Auf der Westseite des Tores liegt der Platz des 18. März, an dem die Straße des 17. Juni beginnt, die den Berlin Marathon, Niels Bubel, Brandenburger TorTiergarten durchquert. Von hier sind es nur noch 200 Meter bis zur Ziellinie. Das Brandenburger Tor markierte die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin. Es war bis zur Wiedervereinigung Deutschlands Symbol des Kalten Krieges und wurde nach 1990 zum Symbol der Wiedervereinigung Deutschlands und Europas. Das Bauwerk besteht aus Elbsandstein. Es ist 26 Meter hoch und 66 Meter breit. Auf der Spitze werden die Läuferinnen und Läufer erneut von der Siegesgöttin Viktoria empfangen. Sie thront auf einem Wagen, der von vier Pferden gezogen wird, und lenkt die Quadriga stadteinwärts. Durch die breiten Tore sucht man sich nun den kürzesten Weg und kann die letzten Meter vor den Zuschauertribünen mit müden Beinen aber einem inneren Lächeln genießen. Der Marathon ist nun vollbracht.
Unser Autor Niels Bubel, 25, ist amtierender Berlin-Brandenburgischer Meister. Der Student der Medieninformatik kennt den Berlin-Marathon aus dem Effeff. Bei der 40. Auflage wird er die deutsche Spitzenläuferin Irina Mikitenko 30 Kilometer als Pacemaker begleiten. Sein Saisonhöhepunkt ist die deutsche Marathon-Meisterschaft am 13. Oktober in München. Sein Ziel: Eine Zeit von 2:22 Stunden. Mit Trainingslagern im Allgäu hat er sich darauf vorbereitet. Die Region ist ihm ans Herz gewachsen. Schließlich lernte Bubel als Bub bei uns Skifahren!

4 Gedanken zu „Niels Bubel: Mein Berlin-Marathon, Teil 4 – vom KaDeWe bis zum Brandenburger Tor“

  1. Danke Niels für die tolle Beschreibung von dem Marathon! Viel Spaß als Hase am Sonntag!
    Hach ja, da fällt mir auf, dass ich seit 20 (!!!) Jahren nicht mehr in Berlin war……
    Viele Grüße aus dem Allgäu
    Ingrid

  2. Richtig gute, interessante und informative Geschichte, dazu dann noch ein top „Hase“ gestern beim Rennen, viel Glück für München am 13. Oktober!

  3. Hallo Nils, super Job, geile Mütze und informative Reportage, kleine Ergänzung zur Homestory: In der Hasenheide kann man übrigens superbillig „Runners High“ kaufen.

    Wie fandest Du die Sambatruppe gestern am Hermannplatz, die haben Session gemacht bis der Bus kam, das nennt man Support!

    Viele Grüße aus Neukölln
    Spämmi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.