Niels Bubel: Mein Berlin-Marathon, Teil 3 – vom Reichstag bis zum legendären Wilden Eber

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Sauschnell vorbei geht’s für die meisten Marathonis am Wilden Eber. Unser Kolumnist Niels Bubel legte auf seiner Fotoreportage eine Zwischenstation an der Bronze-Plastik ein.

Die Allgäu-Berliner-Kooperation geht weiter: Im dritten Teil seiner Reportage stellt Euch der Berliner Spitzenläufer Niels Bubel die Highlights des Berlin- Marathons von Kilometer 6,5 bis 28 vor. Folgt dem 25-jährigen auf seinem Weg von Reichstag, über Rathaus Schöneberg (hier sprach schon John F. Kennedy…) bis zum Wilden Eber.

6,5 km – Reichstag – Geschichtsträchtiges Wahrzeichen von Berlin

Berlin Marathon, Niels Bubel, ReichstagAuch wenn man den imposanten Bau nach gut 6 Kilometern kaum wahrnehmen wird, wird jede Läuferin und jeder Läufer vor und nach dem Marathon von seiner Silhouette beeindruckt sein. Das Reichstagsgebäude steht an der Ostseite des Platz der Republik, der zum Start und Zielbereich des Berlin-Marathons gehört. Einige hundert Erschöpfte werden sich nach dem Überlaufen der Ziellinie auf der weiten Wiese von den Qualen erholen. Seit 1999 tagt dort im Plenarsaal der Deutsche Bundestag. In den 90er Jahren wurde er zum Regierungswechsel nach Berlin modernisiert, nachdem er in den 60er Jahren nach den schweren Beschädigungen während des zweiten Weltkrieges neu aufgebaut worden war. Hinzu kam die weit sichtbare Glaskuppel, die ein Besuchermagnet geworden ist. Das Gebäude wurde zwischen 1884 und 1894 als Versammlungsort für den Reichstag des Deutschen Kaiserreiches gebaut. 1933 wurden Teile durch Brandstiftung vier Wochen nach der Wahl Adolf Hitlers zum Reichskanzler beschädigt. An der Ostseite verlief von 1961 bis 1989 die Berliner Mauer. Daran erinnert heute nur noch ein Pflaster-Streifen und die Hinweisschilder des Berliner Mauerweges. Auf dem Mauerweg wird 2014 von der LG Mauerweg Berlin wieder der 100Meilen-Berlin-Lauf veranstaltet. (http://www.100meilen.de/).

23 km – Rathaus Schöneberg – Hier sprach J. F. Kennedy zu Berlin

Kurz nach der Hälfte des Marathons erreicht man das Rathaus Schöneberg. Nach der Erbauung war es von 1914 – 1920 das Rathaus der Stadt Schöneberg. Es war nach dem zweiten Weltkrieg bis zur Wiedervereinigung Tagungsort des Berliner Berlin Marathon, Niels Bubel, Rathaus SchönebergAbgeordnetenhauses und Sitz des Regierenden Bürgermeisters. Seit 1950 hängt im 70 Meter hohen Turm die Freiheitsglocke. Sie trägt die Inschrift: “That this world under God shall have a new birth of freedom.” Sie läuetet jeden Tag um 12 Uhr und an besonderen Tagen. Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, John F. Kennedy, hielt am 26. Juni 1963 auf dem Platz vor dem Rathaus seine berühmte Rede. Dabei sprach er die berühmten Worte: “Ich bin ein Berliner!”. Das Rathaus ist heute für den Großbezirk Schöneberg-Tempelhof zuständig. Wegen seiner Holzverkleidungen und der gutbürgerlichen Innenausstattung in den Innenräumen diente das Rathaus Schöneberg in der Vergangenheit immer wieder als Filmkulisse. Auf dem weiteren Weg Richtung Wilder Eber durchläuft man bei Kilometer 27 am Breitenbachplatz den südlichsten Punkt der Marathon-Strecke.

28 km – Wilder Eber – die traditionelle Stimmungs–Hochburg

Berlin Marathon, Niels Bubel, Wilder EberDen Platz am wilden Eber erreicht man kurz hinter Kilometer 28. Nachdem man den leichten Anstieg in der Lentzeallee überwunden hat, wird man hier von einer tobenden Kulisse erneut motiviert. Vor der letzten großen Streckenänderung durchlief man an diesem Punkt den kritischen Punkt zwischen Kilometer 30 und 35. An dem Verkehrskreisel in der Nähe des Grunewalds wird deshalb traditionell richtig für Stimmung gesorgt, um den Mann mit dem Hammer zu vertreiben. Hier hat der Rundfunk Berlin-Brandenburg für seine Live-Übertragung immer Reporter und Kameras positioniert. Auf dem Platz steht der “Wilde Eber”. Die Bronzeplatik wurde in den 1920er Jahren von Paul Gruson geschaffen. Keine 500 Meter entfernt, in der Pücklerstraße 17, wohnt der Bundespräsident Joachim Gauck. Setzt man seinen Weg durch den Ortsteil Schmargendorf fort, erreicht man an der nächsten Ecke das Roseneck. Von hier geht es weite Teile bis zum Kurfürstendamm abwärts und man kann es richtig Rollen lassen, solange es die Beine noch zulassen.

Unser Autor Niels Bubel, 25, ist amtierender Berlin-Brandenburgischer Meister. Der Student der Medieninformatik kennt den Berlin-Marathon aus dem Effeff. Bei der 40. Auflage wird er die deutsche Spitzenläuferin Irina Mikitenko 30 Kilometer als Pacemaker begleiten. Sein Saisonhöhepunkt ist die deutsche Marathon-Meisterschaft am 13. Oktober in München. Sein Ziel: Eine Zeit von 2:22 Stunden. Mit Trainingslagern im Allgäu hat er sich darauf vorbereitet. Die Region ist ihm ans Herz gewachsen. Schließlich lernte Bubel als Bub bei uns Skifahren!

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