Henrik Wickel auf dem Ultra-Trip: 49-Jähriger will 330 Kilometer laufen

Henrik Wickel
Will einen krassen Trip meistern: Henrik Wickel.

Kaum sind die Transalpinis wieder zu Hause, da hastet ein Allgäuer Ultraläufer tagelang durch die Berge. Henrik Wickel heißt der gute Mann. Der 49-Jährige Sozialpädagoge aus dem Kreuzthal nimmt als einziger Allgäuer am Extremlauf “Tor des Geants” in Italien teil. Ein Abenteuer, an der Grenze zwischen gut und böse. Oder, wie er es selbst nennt: Ein “Highway to Hell”. Am Sonntag brachen 700 Starter in Courmayeur auf. Spätestens bis kommenden Samstag (16 Uhr) müssen sie das Ziel am selben Ort erreichen. Wenn alles gut geht, dann haben sie 330 Kilometer, 24 000 Höhenmeter und 25 Pässe über 2500 Meter Höhe bewältigt.  Und zwar nonstop! “Der Rundweg führt über die beiden  großen Höhenwege des Aostatals zu Füßen von Mont Blanc, Monte Rosa, Matterhorn und Gran Paradiso”, erklärt Wickel. “Die Schnellsten kommen nach etwa 80 Stunden ohne Schlaf ins Ziel – keine Ahnung wie”, meint der Extremsportler.

Der Allgäuer bevorzugt beim Rennen mit Blick auf die “Türme der Riesen” (gemeint sind die 4000er) eine etwas moderatere Taktik: “Meine Planung sieht vor, an den sechs Basisstationen unterwegs jeweils etwa drei bis vier Stunden zu schlafen beziehungsweise dies zumindest zu versuchen. Entscheidend werden aber sicher der jeweils vor Ort aktuelle physische und psychische Zustand oder auch die Wettersituation sein. Improvisieren wird in jedem Fall angesagt sein.”

Dass ihm der Kopf an der Verpflegungsstation einfach in den Suppenteller fällt, wie das bei dem Ultra-Lauf schon vorgekommen sein soll, hält er übrigens für eine “nicht wirklich aufbauende Perspektive”.

Seine Devise: “Um zu wissen, ob es möglich ist, muß man es ja zumindest versuchen. Danach weiß ich sicher mehr, ob es geht, wie es geht oder im dümmsten Fall vielleicht auch, warum es nicht geklappt hat und was man hätte anders oder besser machen können”, sagt der Sozialpädagoge bei der flexiblen Jugendhilfe der Diakonie in Kempten.

Er hofft darauf, dass ihm seine Trailrun-Erfahrungen, die er u.a. beim Transalpine Run sowie bei den Four Trails oder dem Zugspitz-Ultra gesammelt hat, eine Zielankunft nach spätestens 150 Stunden ermöglichen.

Seit Anfang des Jahres hat er pro Woche 60 bis 110 Kilometer hauptsächlich im Gebirge abgespult. Unter den 700 Teilnehmern befinden sich 15 Deutsche. Bislang habe noch kein Allgäuer den Lauf gemeistert. Deshalb muss “halt in diesem Jahr ein echter Kreuzthäler Amateur mal den Anfang dort machen”, sagt der selbsternannte “isirunner”, der sich über  “moralische Unterstützung in jeglicher Form” freut.

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