Auf die Party, fertig, los: Marathoni und “Gifthüttenwirt” Bernhard Epple aus Kaufbeuren feiert 42,195sten Geburtstag!

Bernhard Bam Epple
Prost auf 42,195 Jahre! Bernhard “Bam” Epple (links) feiert nicht nur mit seinen Kumpels, sondern auch mit den Gästen der “Gifthütte”, in die er am 27. September auch die Allgäuer Läufer einlädt. Startnummern können schon jetzt reserviert werden…

Diese Chance bietet sich im Leben eines Marathonläufers nur einmal. Und Bernhard Epple, Wirt der Gaststätte „Gifthütte“ in Kaufbeuren und seit gut fünf Jahren passionierter Läufer, hat sie ergriffen. Am 27. September feiert er seinen 42,195ten Geburtstag – passend zur Marathonstrecke, die 42,195 Kilometer lang ist – und lädt alle Allgäuer Läufer ein, jetzt schon eine Starnummer für das Event zu ziehen. Paul Schöne hat sich mit “Bam” Epple über die kuriose Party unterhalten.

So wird auch die Feier als „Geburtstags-Marathon-Party“ deklariert. Ein ganz flacher Streckenverlauf, Live-Band Rob’n’Roll (nicht nur im Zielbereich) und Erfrischungsstelle an jeder Ecke sind ein paar Eckdaten der Veranstaltung, die der Flyer verrät. Jeder Teilnehmer muss im Vorfeld eine Startnummer kaufen, auf der der Name vermerkt wird. Schließlich sollen die Gäste auf der Feier auch wissen, wem sie es zu tun haben, erklärt Epple, der von allen nur „Bam“ (gesprochen: Bäm) genannt wird. Für das Geld gibt es Pastabüfett, Bier zum selber zapfen sowie alkoholfreie Getränke.

Bernhard Bam EppleDie Idee zu der Feier habe er „seit zwei Jahren irgendwo im Kopf“, sagt Bam. „Ich bin Wirt und habe einen Biergarten. Im Sommer Geburtstag feiern ist da schwer.“ Also feiert er nun nicht an seinem 42. Geburtstag, sondern schlägt noch 0,195 Jahre drauf und schon ist die Feier im Herbst. Zudem wird es „mal wieder Zeit für eine Party“, sagt Bam.
Gefeiert habe er früher viel, erzählt er. Tatsächlich ist der Wirt in der Allgäuer Gastronomieszene nicht unbekannt. Nach einer Ausbildung zum Chemisch-technischen Assistenten war er zunächst Geschäftsführer in der Kultdisco „GoIn“ bei Obergünzburg. Mit 23 eröffnete er die erste eigene Kneipe, das „Cafe City“ in Marktoberdorf. In der Ostallgäuer Kreisstadt betrieb er parallel auch im Dachgeschoss des „Papillon“ die Rockdisko „tech-NO“. Den Wortwitz musste man verstehen. „Da kamen immer wieder Techno-Buben rein und haben sich gewundert, dass kein Techno lief”, erzählt Bam. Zeitgleich hatte er noch das „Madhouse“ in Unterthingau. „Im City hat man jede Nacht gefeiert“, erzählt Bam. Viel Alkohol, viele Zigaretten. Und Gäste, die immer 20 waren, während er selber älter wurde.
Irgendwann, so erzählt der Wirt, zollte dieser Lebenswandel seinen Tribut. „Am Tag nach meinem 37. Geburtstag hatte ich 105 Kilo und habe mich gefühlt wie 150.“ Da kaufte er Laufschuhe und lief los. Erst nur 10 Minuten, dann immer mehr.
Lauftraining war er von einem halbjährigen Humanitäreinsatz der Bundeswehr in Kambodscha gewohnt. Da arbeitete er in einem Krankenhauslabor. Als er sich dann Jahre später entschloss, etwas für die Fitness zu tun, schien ihm Laufen ganz geeignet.
Zuerst habe er lediglich den Ranzen wegtrainieren wollen, sagt er. „Aber wenn ich was mach, mach ich’s gscheit.“ Sein erster Wettkampf war der Nikolauslauf 2008 in Marktoberdorf. Für die 10 Kilometer brauchte er 54 Minuten. Das Wettkampffieber war ausgebrochen. Bevor er jedoch zu weiteren Rennen antrat, prüfte er die Vorjahreslisten. „Bevor ich im letzten Fünftel lande, habe ich gewartet und weiter trainiert“, sagt er. Seinen ersten Halbmarathon lief er im Mai 2009 in München. Heuer, am 22. September, ist er beim Voralpenmarathon bei Kempten. Den Bundestag wählt er dann per Briefwahl, denn 50 Kilometer und 1250 Höhenmeter warten auf ihn. Vorjahreslisten prüft er mittlerweile nicht mehr.

Das härteste war für Bam der Alpsee-Lauf. Auf den 26 Kilometern habe er „alle Emotionen, die es gibt, durchlaufen“. Beim ersten Anstieg hätten die Knie gebrannt, er musste die Konkurrenz ziehen lassen. Dann habe er den Vordermann 15 Kilometer gejagt und im Schlusssprint noch erwischt.
Sein persönlicher Höhepunkt sei aber die bayerische Marathonmeisterschaft in Würzburg gewesen. Bei der Mannschaftsmeisterschaft lief er nicht nur erstmals unter drei Stunden. Er wurde bei den 40 bis 50-Jährigen mit Thomas Lechner und André Günzel auch bayerischer Marathonmeister.

Bernhard Bam Epple
Schindet sich und die alten Knochen: Bam ist auch im Winter als Läufer aktiv.

Immer wieder sieht man Bam zudem mit seinem „Team Gifthütte“ laufen. Die Gifthütte in Kaufbeuren, die er mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Eva Rummel betreibt, ist die letzte Station seiner bisherigen Gastronomenkarriere. Zuvor betrieb er seit 2004, nach zwei einjährigen Australienaufenthalten mit Eva den „Königswirt“ in Bertoldshofen. Das war ihm jedoch zu „lätschad“, wie er sagt. „Der Cut war zu groß von der Feierkneipe zu Rentnern Schweinsbraten auftischen“, erzählt er in seiner direkten Art. So entstand die Idee für die Gifthütte, Steakhouse und Bierbistro. „Das Konzept, dass wir hier umtreiben, hatten Eva und ich seit circa 2006 im Kopf.“ In Kaufbeuren fanden sie den passenden Laden: Leicht zu überblicken, mit Biergarten und akustischer Trennung zwischen Theke und Esstischen. Für Bam ist klar: ohne Evas Kochkünste und Engagement würde der Laden nicht laufen.

Dort wird er bald den 42,195ten feiern. Rund 50 der 140 Startnummern sind schon vergeben. So wie es aussieht, kommt Bernhard „Bam“ Epple also mal wieder zu einer richtigen Geburtstagsfeier.
www.gifthütte.com

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