Rekordkraulerin Fritzi Wachs: “Halt die Klappe und schwimm…”

Friderike WachsSie ist wieder aufgetaucht – und steuert bereits neue Ziele an. Nein, die Rede ist ausnahmsweise nicht von Schnappschildkröte Lotti, die derzeit am Oggenrieder Weiher (Ostallgäu) für Aufregung sorgt. Sondern von Langstreckenschwimmerin Fritzi alias Friderike Wachs. Die 47-Jährige hat beim Zürichseeschwimmen für Furore gesorgt. Die gebürtige Sächsin, die seit 20 Jahren im Allgäu lebt, gewann in der Neopren-Klasse ab 40 Jahre und stellte nach 26,4 Kilometer in 8:14:22 Stunden sogar einen neuen Rekord in dieser Klasse auf. Eine allzulange Verschnaufpause hat sie sich nach ihrem Triumph freilich nicht gegönnt, verriet sie im Gespräch mit allgaeu-ausdauer.de

“Ich habe bereits am zweiten Tag nach dem Event mit dem Training begonnen – diesmal aber Lauftraining. Am 13. Oktober will ich den Marathon in Köln mitmachen. Laufen ist bislang meine schwächste Disziplin. Aber die brauch ich, um mein großes Ziel zu verwirklichen: Ich will einmal einen Ironman finishen”, sagt die Controlling-Mitarbeiterin bei der Lebensmittelverpackungsfirma Huhtamaki in Ronsberg.

Ihre Leistungen beim Schwimmen am Zürichsee “kontrollierten” ihre Begleiter Gabi Seling und Norbert Dingler – und sie fanden offenbar die richtigen Worte, um Fritzi zu einem erfolgreichen Abschluss anzutreiben. Nach überstandenem Sturm auf Höhe Meilen (14 Kilometer) musste sich die Wahl-Allgäuerin vor allem gegen Ende noch einmal richtig quälen. “Für mich waren die letzten Kilometer ab dem Küstnachter Horn sehr schwierig. Ich konnte das Ziel nicht richtig sehen und hab’ geflucht”, erinnert sich Friderike Wachs. Doch die Flucherei hatte schnell eine Ende. Dafür sorgte eine Ansage von Paddlerin Gabi: “Halt die Klappe und schwimm weiter….”

Denkwürdiger Tag: Friderike und ihre Begleiter.

Fritzi hielt sich daran. Sie zog ihren Neo aus, in dem es ihr längst zu heiß war und konnte ihr Glück im Ziel am Züricher Ufer kaum fassen. “Das war ein absolut geiles Gefühl. Der Oberhammer! Acht Stunden sind eine lange Zeit, aber wenn ich zurückschaue, kommt sie mir viel kürzer vor. Das ist schon erstaunlich”, sagt die Hobbysportlerin, die Mitglied bei der DJK Kolping Kempten (Laufabteilung) und beim ASV Hegge (Triathlon) ist. Bis ins Teenager-Alter war sie als Schwimmerin aktiv und profitiert noch heute von der damals gelernten Technik. Nach einer langen Pause fing sie erst vor 13 Jahren nach und nach wieder mit dem Schwimmen an, um sich auf einen Triathlon vorzubereiten. Inzwischen hat sie einige Ausdauer-Dreikämpfe bestritten. Heuer startete sie bereits in Moritzburg und beim Allgäu Classic über die Mitteldistanz in Immenstadt. Zugleich trainierte sie für das Zürichseeschwimmen und kraulte pro Monat bis zu 70 Kilometer. Viele davon im Niedersonthofener See oder im Rottachspeicher.

Angst vor den traditionellen Wasserlebewesen in unseren Breitengraden hat sie keine. Aber auf eine Begegnung mit Schnappschildkröte “Lotti” kann sie verzichten. “Sobald ein Begleitboot neben mir ist, würde es mir nicht so viel ausmachen. Aber alleine im Wasser hätte ich dann doch meine Bedenken”, sagt Friderike Wachs, die im Namen aller Oberallgäuer Schwimmer darauf hofft, dass “Lotti” die Landkreisgrenze nicht überschreitet…