Niels Bubel: „APM“-Streckenrekord als Tempotest für deutsche Marathon-Meisterschaft!

Voller Durchblick – auch in den Allgäuer Alpen: Senkrechtstarter Niels Bubel aus Berlin.

 

Sein Ziel steht fest: Niels Bubel aus Berlin peilt bei der deutschen Marathonmeisterschaft am 13. Oktober in München eine Zeit von 2:22 Stunden an. Eine Kostprobe seines Könnens gab er beim „Allgäu Panorama Marathon“ in Sonthofen. Der 25-Jährige stellte in 1:11:25 mal eben einen neuen Streckenrekord auf. Zum Allgäu hat er einen besonderen Bezug: Als Kind lernte er am Söllereck Skifahren. Seitdem kehrt er immer wieder in die Alpen zurück und fühlt sich rund um Oberstdorf heimisch. Zuletzt verbrachte er 22 (Trainings-)Tage in der Region. Höhepunkt war der „APM“ mit Tempotest, wie der Senkrechtstarter in seinem Beitrag für allgaeu-ausdauer.de schreibt.  Doch wie erlebte er sein Turbo-Rennen? Lest am besten selbst.

Nach 22 Tagen Allgäu pur geht nun meine zweite Vorbereitungsphase auf die Deutschen Marathonmeisterschaften am 13. Oktober in München zu Ende. Ich habe mich hier wieder sehr wohl gefühlt. Zwischen Oberstdorf und Sonthofen habe ich die tollen Bedingungen zum Laufen an der Iller genossen. In den drei Wochen konnte ich eine gute Grundlage legen. Neben der tollen Aussicht von der Berggipfeln war vor allem mein Halbmarathon-Rennen.

Ein besonderer Reiz in meinem Trainingslager sollte es sein. Ein Tempotest im angepeilten Marathontempo. Dazu wollte ich meinen Start beim Allgäu Panorama Marathon auf der Halbmarathondistanz nutzen. Dass dieser Landschaftslauf, der in Sonthofen am Fuße des Grünten gestartet wird, es vor allem im Marathon und auf der Ultradistanz in sich hat, war mir bewusst. Doch auch die 220 Meter Höhendifferenz auf der entschärften Strecke sollten mich auf der Strecke im Herzen des Allgäus auf die Probe stellen.

Es war für mich eine große Ehre, die niedrigste Startnummer 2000 im Halbmarathonfeld vom Organisator Axel Reusch zugeteilt bekommen zu haben. Dazu war ich in der Allgäuer Zeitung als Favorit angekündigt worden. Das ist für mich schon außergewöhnlich.

Ein ganz besonderes Gefühl, was mich auch nicht störte, da ich mich nicht verstecken wollte. Nachdem ich am Vortag des Rennens meinem Sponsor, dem Triathlonshop Sports-Block aus Immenstadt, auf der Laufmesse geholfen hatte, waren zwar meine Beine am Abend ganz schön energielos, ich traute mir aber dennoch zu, den Streckenrekord zu verbessern und ging nach einer ausreichend langen Nacht selbstbewusst an den Start. Um 09:15 Uhr brannte die Sonne schon ordentlich vom fast wolkenlosen Himmel. Nach dem Startschuss bestimmte ich die Geschwindigkeit. Zunächst hatte ich auf dem Radweg an der Iller zwei Verfolger.

Ich ließ mich nicht aus der Ruhe bringen und horchte in mich hinein, um das richtige Tempo zu treffen. Ich wollte nicht zu schnell angehen, um mir für die Höhenmeter nach der Wende auf dem Rückweg noch Körner aufzuheben. Da es aber auch auf dem Hinweg flussaufwärts, also leicht ansteigend, ging, musste ich auf dem Schotterweg mehr Druck als auf Asphalt machen, um überhaupt ins Rollen zu kommen. Den Allgäuer Alpen entgegenlaufend gelang mir das auch ganz gut, so dass ich mir auf den später Zweitplatzierten Kay-Uwe Müller erst 100, dann 200 und 300 Meter Vorsprung herauslaufen konnte. Nach einer unebenen, kurvigen Waldpassage und der zweiten Illerquerung folgte der Wendepunkt kurz vor dem Illerursprung bei Oberstdorf. Diese Ecke war ich in den letzten beiden Wochen sehr häufig abgelaufen. Doch auf dem Rückweg bei Rubi folgte ein mir unbekannter Abschnitt.

Zuerst ging es quer über eine typisch Allgäuer Bergwiese mit recht hohem Gras, wo sonst eigentlich die Kühe ihren Spaß haben. Dann ging es für alpine Verhältnisse sanft, für Berliner Verhältnisse recht steil den Berg zur Schöllanger Burg hinauf. Hier brannten meine Oberschenkel, die Lunge war am Limit und dennoch hatte ich das Gefühl, als würde ich wie eine Schildkröte vorankommen. Normaler Weise lohnt sich der Aufstieg, indem man anschließend die Aussicht genießen kann, aber dazu hatte ich nicht die Ruhe und stürzte mich auf der Stelle den Abhang auf der anderen Seite hinab nach Au. Hier erreichte ich wieder den Illerradweg und konnte den Schwung mit auf die verbleibenden sechs Kilometer zum Ziel nehmen. Der Sieg sollte mir nun nicht mehr zu nehmen sein. Ich fühlte mich in dem flachen Gelände wieder richtig wohl und folgte dem Führungsradfahrer parallel zu den weiten Flussbiegungen. Ich atmete einmal tief durch und genoss jetzt endlich die tolle Landschaft. Für die letzten 1000 Meter bekam ich noch einmal einen Schub. Hier hatte sich das kleine, aber lautstarke Team von Sports-Block.com postiert und feuerte mich kräftig an. Mit einem trockenen Hals, sonst aber über aus tollten Gefühl flog ich dem Ziel entgegen, wo mir Axel Reusch als erster zur guten Zeit von 1 Stunde und 11 Minuten gratulierte. Den Streckenrekord hatte ich damit um ca. 5 Minuten gesteigert. Nach rund 4 Minuten folgte Kay-Uwe Müller aus der Nähe von Schwäbisch Hall.

Nachdem ich das reichhaltige Obst-Büffet gestürmt und den Flüssigkeitsverlust ausgeglichen hatte, erfüllten mich die positiven Emotionen. Ich führte viele nette Gespräche, freute mich an der familiären Atmosphäre und bestaunte die eifrigen Läufer die nach und nach das Ziel nach dem anspruchsvollen Marathon und der Ultradistanz meist sehr freudestrahlend erreichten. Mir persönlich gab der Lauf für die nächsten Trainingseinheiten und die kommenden Wettkämpfe neue Motivation und ich freue mich immer mehr auf den näher rückenden Höhepunkt bei den Deutschen Marathon-Meisterschaften am 13. Oktober in München. Während ich mich von dem heutigen Lauf im angrenzenden Vergnügungs- und Wellnessbad erholte, war Axel Reusch im Ziel noch ganz eifrig beim Händeschütteln, honorierte damit die Leistung jedes Finishers auf sehr persönliche Art und Weise und rundete damit den Allgäuer Flair bei diesem einmaligen Erlebnislauf ab.

Dazu habe ich sehr von der Unterstützung des Skiinternats Oberstdorf und der Jugendherberge in Kornau profitiert. Sie alle motivieren mich immer wieder aufs Neue meine Ziele zu verfolgen und dafür täglich die Laufschuhe zu schnüren. Nun kehre ich mit einer großen Portion Selbstvertrauen und frischer Bergluft im Gepäck nach Berlin zurück. Dort sind zwei weitere Wettkämpfe geplant, bevor ich dann bereits am 2. September erneut nach Oberstdorf für weitere drei Wochen aufbrechen werde.

Wenn ihr mich auf meinem Weg begleiten möchtet, dann schaut doch mal auf meiner Internetseite niels-bubel.de vorbei. Würde mich freuen!  Servus und bis bald, seid alle schön fleißig und genießt die herrliche Natur

Euer Niels

 

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