Hawaii-Drama: Triathlet Berger bestreitet zweiten Ironman innerhalb einer Woche

Ironman Mount Tremblant (0)
Profi Dominik Berger aus dem Kleinwalsertal belegte beim Ironman im kanadischen Mount Tremblant den achten Platz. Das Spitzeneregebnis reichte allerdings nicht aus, um das ersehnte Hawaii-Ticket zu lösen. Foto: Berger

Es soll ja Menschen geben, die ihre Heimatgemeinde als gelobtes Land bezeichnen. Man mag darüber als Außenstehender den Kopf schütteln. Aber im Endeffekt haben sie es vergleichsweise gut: Ihr gelobtes Land ist meist bequem mit dem Auto zu erreichen. Anders ist das beim Stamm der Triathleten: Ihr gelobtes Land liegt auf Hawaii – und es ist verdammt hart, dorthin zu kommen. Erst Recht, wenn man als Profi an der Ironman-Weltmeisterschaft am 12. Oktober teilnehmen will. Um dieses Ziel zu erreichen, nimmt Dominik Berger aus dem Kleinwalsertal nun eine Tortur in Kauf, die schon beim Schreiben weh tut.  Der 30-Jährige bestreitet innerhalb von einer Woche seinen zweiten Ironman (3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren, 42 Kilometer Laufen)! Warum er sich das antut? Lest am besten selbst.

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Dominiks Vater Helmut Berger hat in seiner Altersklasse bereits das Startrecht für die Langdistanz-WM erkämpft. Foto: skinfit

Noch vor wenigen Tagen herrschte Hochstimmung bei der triathlonbegeisterten Familie Berger in Hirschegg. Helmut Berger, der Vater von Dominik, hatte bei der Triathlon-Europameisterschaft in Wiesbaden über die Ironman-Halbdistanz das Glück des Tüchtigen. Der 56-Jährige qualifizierte sich mit einem 12. Platz in seiner Altersklasse für den Klassiker auf Hawaii. Er profitierte letztlich davon, dass neun der vor ihm platzierten Triathleten bereits für Hawaii qualifiziert waren und zwei weitere ihr Ticket nicht lösten. Soweit also Friede, Freude, Iron-Kuchen. Zumal er sich mit seiner Leistung wahrlich nicht verstecken musste: In 5:19 Stunden meisterte der Senior 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21 Kilometer Laufen. Eine Steilvorlage für Sohnemann Dominik, der vergangenes Wochenende in Mount Tremblant in Kanada sein eigenes WM-Ticket für Hawaii endgültig unter Dach und Fach bringen wollte.

Zuvor hatte er mit drei starken Resultaten den Weg auf der Road to Hawaii geebnet: Im April war er Achter beim Ironman South Africa (8:43:53 Stunden), im Mai 15. beim Ironman Texas (9:07:31) und im Juli kam er mit neuer persönlicher Bestzeit (8:32:23) beim stark besetzten Ironman in Frankfurt als 17. ins Ziel. Eine ähnliche starke Leistung in Kanada müsste reichen, so lautete die Rechnung im Hause Berger.

Doch daraus wurde nichts. Zwar gelang Dominik in 8:44:24 als Achter das erhoffte Top-Resultat. Aber das reichte nicht aus für einen Startplatz unter den besten 50 Triathlon-Profis der Welt.

Das Hawaii-Drama geht in die nächste Runde!

“Nur ein Platz und 30 Punkte bei 4280 Punkte trennen ihn von der offiziellen Qualifikation”, erklärt sein Vater. Die letzte Hürde will Dominik mit einer weitern Ironman-Teilnahme am Sonntag in Whistler/Kanada nehmen. “Ein knallhartes Unternehmen, das sich Dominik hier vorgenommen hat. Doch das spricht für seine Hartnäckigkeit. Er ist ein Vollblutsportler”, meint Helmut Berger. Der Ironman in Mount Tremblant habe gezeigt, wie nah er sich an der Weltspitze bewegt.

Als Achter kam Dominik nach 3,8 Kilometer Schwimmen (48:06 Minuten) in Tuchfühlung zu den Favoriten aus dem Wasser. Beim Radfahren machte er einige Plätze gut, ehe er bei Kilometer 150 den Anschluss an die Dreier-Spitze verlor. Nach 4:38 Stunden wechselte er mit 1:53 Minuten Rückstand auf den Führenden als Vierter auf die Laufstrecke. Beim abschließenden Marathon zogen zwar vier  Konkurrenten an ihm vorbei, doch mit einer Zeit von  3:13 Stunden war er vollauf zufrieden und zunächst überglücklich über das Resultat.

Nur die Krönung blieb im voerst versagt. Der achte Platz reichte noch immer nicht für die langersehnte Qualifikation.  Den “Kona-Code” will Dominik Berger nun mit seinem zweiten Ironman innerhalb einer Woche knacken…