Unterwegs mit dem Team Lebenshilfe: “Wie lange dauert die Party noch?”

Benefizlauf “Wann geht’s endlich los?” Die Mitglieder vom Team Lebenhilfe können den Start zum  8. Benefizlauf in Kempten zu starten. Kein Wunder, dass das Gruppenfoto für allgaeu-ausdauer.de wenige Minuten vor dem großen Knall der Böllerschützen eher zur lästigen Pflicht gehörte. “Jetzt aber schnell. Die anderen sind ja schon unterwegs”, rufen Horst und Ramona, die zu den besten Behindertensportlern in Kempten zählen und es kaum erwarten können, dem langen Zug der Waltenhofener Delegation mit 600 Teilnehmern zu folgen.  Schnell noch in die Kamera gegrinst und dann geht es ab. Während Basti und Rolf als einzige Biker die lange Strecke in Angriff nehmen, macht sich der Großteil der Gruppe auf den Weg über 6 Kilometer (walking) oder 10 Kilometer (joggen) – und ist dabei schneller als wir dachten…

IMG_8043Zustande gebracht hat sie Betreuer Florian Dupp, der uns auf Facebook einlud, uns gemeinsam mit den ingsgesamt 30 Startern der Lebenshilfe ins Getümmel zu stürzen. “Habt’s ihr die Füße gscheit eingeschmiert?”, begrüßt uns Horst schon von Weitem. Nein, das haben wir nicht. Aber das werden wir bald schon bereuen. Als fataler Fehler erweist sich schon bald, dass wir unsere Kamera kurz nach dem Start mal eben kurz nach Hause bringen. Die 10-Kilometer-Läufer der Lebenshilfe ziehen in diesen Minuten schier uneinholbar davon.

Erst nach auf der Hälfte der Strecke sehen wir endlich die ersten weißen Trikots der Lebenshilfe-Läufer. “Na, seid ihr auch endlich da?”, begrüßt uns Ramona Gallwitz an der Trinkstation am Adelharzer Weg. Die 28-Jährige ist normalerweise als Snowboarderin aktiv und hat bei den Special Olympics schon manchen Erfolg verbucht. Heute joggt sie entgegen ihrer Vorliebe in konstantem Tempo auf der “gelben Runde” mit Start und Ziel am Residenzplatz, die Laufpapst Georg Hieble und seine Helfer beschildert haben. Warum sich Ramona ausnahmsweise für einen Laufeinsatz begeisterte, ist schnell erklärt: “Irgendemand muss ja aufpassen, dass sich der Flo nicht verläuft”, sagt sie grinsend und schaut auf ihren Betreuer Florian Dupp, der einen Rucksack voller Wasserflaschen und Riegel mit sich trägt. Reine Vorsichtsmaßnahme. Den Lebenshilfe-Sportlern ist die Verpflegung bis ins Ziel ziemlich schnuppe. Sie freuen sich über die Gesellschaft in der großen Kolonne von 1700 Teilnehmern, die auf insgesamt vier Strecken (6 km, 10 km, 20 km, 35 km) unterwegs sind. IMG_8072

“Das ist der Wahnsinn. So was hat man ja sonst nicht. Mei, ich bin so aufgeregt”, sagte beispielsweise Walkerin Marianne Tschugg schon beim Blick auf das große Starterfeld. In die Freude mischte sich freilich auch jede Menge Aufregung. “Was mach ich, wenn ich meine Startkarte verliere?”, machte sich Daniel große Sorgen um ein erfolgreiches Finish der gemeinsamen Aktion. Keine Sorge, versicherte Betreuer Florian Dupp: “Wir sind  alle als Team registriert.” Doch das konnte Daniel kaum beruhigen.

Erst im Ziel weicht die Anspannung wie eine Zentnerlast von ihm. Zumal er schon bald seine Kumpels Basti und Rolf  wiederentdeckt, die ihre Radtour erfolgreich bestanden. “Das war ein super Tag”, sind sich alle einig und haben sogar auf einmal jede Menge Spaß, als es um ein Abschlussfoto geht. Die gesamte Lebenshilfe-Crew versammelt sich hinter dem Banner von allgaeu-ausdauer.de und setzt zu einem Jubel an, den man sonst nur auf dem Fußballstadion kennt.

Gemeinsam wird das legendäre “wow, wow, wo-o-o-ow” aus dem Song “Seven Nations Army” von den White Stripes angestimmt. Spätestens ab diesem Zeitpunkt lautet die Frage nicht mehr: “Wann geht’s endlich los?” Sondern vielmehr: “Wie lange dauert die Party noch?” Schließlich hat sie sich das Team Lebenshilfe redlich verdient.

Benefizlauf

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