Sonnenschein sorgt für Hochstimmung und Neo-Frage vor dem Allgäu-Triathlon

Hannes Blaschke beim Allgäu Triathlon
Da geht’s lang: Hannes Blaschke gibt beim Allgäu-Triathlon mit Start am (noch) idyllischen Alpsee die Richtung vor. Foto: Charly Höpfl

Der Wetterbericht sagt sommerliche Temperaturen voraus und sorgt für Hochstimmung bei den Allgäuer Triathleten. “Endlich mal wieder Sonnenschein beim Allgäu-Triathlon”, freut sich beispielsweise Axel Reusch auf den Saisonhöhepunkt der regionalen Ausdauer-Dreikämpfer am Samstag. Die 31. Auflage beginnt um 7.25 Uhr nach dem traditionellen Alphornblasen am Bootshafen. Spätestens dann steht auch fest, ob mit oder ohne Neo gestartet wird.  So sehr sich die Triathleten auf sommerliche Temperaturen freuen: nur in Badehose starten, wollen dann doch die wenigsten. Aktuell beträgt die Wassertemperatur (Stand: Heute, Donnerstag, 10.45 Uhr) 22,9 Grad. Das hieße, dass auf der Olympischen Distanz ohne Neo (Grenzwert hier: 21,9 Grad) geschwommen wird. Und auf der Mitteldistanz mit Neo. Denn der Grenzwert liegt hier genau bei 22,9 Grad.  “Ab 23 Grad wird auf beiden Distanzen ohne geschwommen”, informiert OK-Leiter Christoph Fürleger.

Axel Reusch nimmt es ohnehin, wie es kommt. Der 45-jährige vom TV Immenstadt startet mit insgesamt 750 weiteren Athleten in sein 22. Allgäu-Triathlon-Rennen. Damit ist er einer der lokalen Rekordhalter. Zudem ist er nach wie vor für schnelle Zeiten gut. Der mehrfache Ironman-Finisher (Bestzeit 8:57) zählt zu den Anwärtern auf den inoffiziellen Titel “bester Allgäuer” über die Mitteldistanz (2 Kilometer Schwimmen, 80 Kilometer Radfahren, 20 Kilometer Laufen).

Streitig machen könnte ihm diesen Alfred Ledermann, 38, vom RSC Auto Brosch Kempten, der sich im Vorjahr zum zweiten Mal für die Ironman-WM auf Hawaii qualifizierte und dort in seiner Altersklasse Platz 181 belegte.

Ganz vorne werden freilich andere erwartet. Beispielsweise der 25-jährige Johannes Moldan aus Würzburg, der im Vorjahr Platz zwölf bei der Ironman-Europameisterschaft in Wiesbaden belegte. Oder der tschechische Profi Tomas Mikas, 26, der in seinem Heimatland auf Platz zwei der Langdistanzbestenliste steht. Bei den Frauen läuft es auf ein spannendes Duell zweier früherer Gewinnerinnen hinaus: Nina Kuhn (Mainz, Siegerin 2011) und die Vorjahressiegerin Bianca Steurer aus Österreich gelten als heiße Kandidatinnen für Platz eins. Den Rang ablaufen könnte ihnen möglicherweise die neuseeländische Profi-Athletin Hayes Tamsyn. Unterschätzen sollte man auch Alexandra Hagspiel vom TV Immenstadt nicht. Ihr gelang zuletzt mit ihrem Sieg beim Zermatt-Marathon eine glänzende Leistung. Sofern sie diesen gut verkraftet hat, zählt sie zum Kreis der schnellsten Allgäuerinnen. .

Auf der olympischen Distanz (1,5 km Schwimmen, 42 km Radfahren, 10 km Laufen) dürfen die Zuschauer gespannt sein auf Lokalmatador Lukas Schüßler: Der 23-Jährige vom TV Immenstadt gewann im Vorjahr und befindet sich heuer erneut in blendender Verfassung.

Inwieweit ihm der frühere Spitzenathlet Lothar Leder, 42, gefährlich werden kann, wird sich auf der anspruchsvollen Radstrecke (eine Runde beim olympischen Triathlon, zwei Runden bei der Mitteldistanz) zeigen. Auch mit Tobias Baur vom RSC Kempten ist zu rechnen. Er startet etwas später mit den Teams der Bayernliga, die heuer erstmals im Rahmen des Allgäu-Triathlons zu Gast sind. Die besten Einblicke haben die Zuschauer am “Gänsehaut-Garant” Kalvarienberg sowie am Stimmungsnest in Martinszell (beim Gasthof Adler).

Das abschließende Laufen zieht die Fans auf den Marienplatz in Immenstadt und zum Ziel im Auwald-Stadion. Hochstimmung herrscht dann traditionell nicht nur bei den Triathleten, sondern auch bei den Zuschauern. Wenn der letzte Athlet im Ziel ist, dürfte sich diese auch auf die Veranstalter übertragen: Das Team um Hannes Blaschke, 52, erlebt heuer seine Feuertaufe, nachdem Allgäu-Triathlon-Erfinder German Altenried, 75, im Vorjahr zurücktrat. Die neuen Macher werden von einem bewährten Stamm von 700 Helfern unterstützt. Auch sie arbeiten auf Hochtouren.