Schwimmen: “Nessi” fischt sich Gold und gibt Tipps für Triathleten

Foto: Hermann Ernst

Wo “Nessi” auftaucht, lauert Gefahr. Und zwar für die Konkurrenz. Schwimm-Talent Vanessa Geist vom TV Kempten 1856 ist eigentlich Rückenspezialistin. Doch nun überraschte die 17-Jährige aus Waltenhofen bei der bayerischen Junioren-Meisterschaft in Burghausen mit einem Sieg über 200 Meter Brust in neuer persönlicher Bestzeit von 2:50,01 Minuten. Im Interview mit allgaeu-ausdauer.de macht die Fachoberschülerin allen Spätstartern und (wasserscheuen) Triathleten Mut: “Ich bin eigentlich nicht so das Talent und musste mir alles erarbeiten”, sagt sie. Mit viel Fleiß und dem richtigen Training könne es schnell aufwärts gehen.

Dein Spitznahme lautet “Nessi”.  Fürchtet sich die Konkurrenz vor Dir wie vor dem gleichnamigen Ungeheuer?

Vanessa: Wie der Spitzname genau entstand, weiß ich nicht mehr. Aber irgendwie hatte es mit dem Ungeheuer zu tun. Es verbringt ja auch die meiste Zeit im Wasser und kann vermutlich ziemlich gut schwimmen…

Wann hast Du selbst damit angefangen?

Vanessa: Vor neun Jahren. Aber ich war und bin eigentlich nicht so das große Talent und musste mir alles erarbeiten. Ohne meinen Trainer Erik Hanold, bei dem ich seit vier Jahren schwimme, wäre ich nie so weit gekommen. Schon erstaunlich, was er aus uns herausholt. Vor allem im technischen Bereich kann er fast zaubern.

Brustschwimmen kann ja eigentlich fast jeder. Dennoch hört man von Schwimmern immer wieder, dass 200 Meter Brust eine sehr schwierige, wenn nicht sogar die schwierigste Strecke ist.  Warum?

Vanessa: Klar, Brustschwimmen können viele. Aber das Ganze mit hohem Tempo zu schaffen, ist generell technisch sehr schwierig. Außerdem ist es sehr hart, 200 Meter durchzuziehen. Es ist takisch eine große Herausforderung, nicht zu schnell, aber auch nicht zu langsam zu starten. Außerdem hat man die Gegner fast direkt im Visier. Bei meiner Spezialdisziplin Rücken ist das natürlich anders. Außerdem fand der Wettbewerb auf der 50 Meter-Bahn statt. Das ist noch anstregender als auf der Kurzbahn, wo man bei Wenden und Tauchzug Kraft spart.

Wie lautet Dein Tipp für Triathleten, die gerne besser schwimmen wollen?

Vanessa: Ich denke, die Vielseitigkeit ist wichtig. Also nicht nur Kraul trainieren, sondern auch Brust oder Rücken oder, wer kann, auch mal Schmetterling. Wir trainieren auch immer alle Lagen. Das kann ich jedem nur empfehlen. Denn das Training ist abwechslungsreicher und es werden verschiedene Muskeln beanspruchen.

Nicht jeder beherrscht die richtige Technik. Was empfiehlst Du speziell fürs Kraulschwimmen?

Vanessa: Da fällt mir ein Fehler bei Anfängern häufig auf. Sie schauen beim Atmen Richtung Decke und drehen den Kopf teils sehr extrem. Das stört den Rhythmus. Besser ist es, den Kopf leicht schräg drehen und mit halb geöffnetem Mund zu atmen.

Wie oft hast Du zuletzt pro Woche im Wasser trainiert?

Vanessa: Sechs Mal die Woche im Wasser – so zwischen eineinhalb und zwei Stunden. Dazu kommen Joggen und Krafttraining.

Dein Ziele?

Vanessa: Im nächsten Jahr will ich mein Fachabitur bestehen und danach wahrscheinlich eine Ausbildung bei der Polizei absolvieren. Sportlich gesehen will ich den Sprung unter die besten zehn in Deutschland schaffen.

P.S.: Zusammen mit TVK-Trainer Erik Hanold, der unter anderem schon am Olympia-Stützpunkt in Hamburg den Nachwuchs trainierte, plant allgaeu-ausdauer.de  für den Herbst ein halbtägiges Schwimmseminar für Triathleten. Maximal 14 Personen können daran teilnehmen. Weitere Details folgen auf dieser Seite.

 

 

 

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