Mountainbike: Erstmals Allgäuer Frauen-Duo bei Transalp

Noch fehlen Mirjam Horn die Worte. „Im Moment kann ich mir nicht vorstellen, wie es ist, so viele Kilometer und Höhenmeter zu fahren“, sagt die 25-Jährige vom RSC Auto Brosch Kempten. Am heutigen Samstag (9 Uhr) startet sie in die bislang größte Herausforderung ihrer sportlichen Karriere: Mit Teamkollegin Jana Zieschank, 36, tritt sie beim berühmtesten Etappenrennen für Mountainbike-Duos an. Die 16. „Craft Bike Transalp“ führt in acht Abschnitten von Mittenwald zum Gardasee. Ein hartes Programm liegt vor den 1000 Bikern aus 35 Nationen: 675 Kilometer mit 20 000 Höhenmetern müssen bewältigt werden. Bislang hat sich kein Frauen-Gespann eines Allgäuer Vereins an diese Tortur gewagt.

Kein Wunder, dass die gebürtige Frankfurterin Jana Zieschank sowie die Kemptenerin Mirjam Horn der Pionierfahrt mit gemischten Gefühlen entgegenblicken. „Acht Tage lang Etappen mit teils über 3000 Höhenmetern abzustrampeln – das wird schon heftig. Aber ich denke mir einfach: Das wird schon gut gehen. Da fahren doch auch andere mit“, schiebt Horn die Zweifel beiseite. Immerhin hat sie zuletzt fünf Mal die Woche trainiert und etliche Rennen bestritten. Mut macht ihr zudem ihre Erfahrung bei der „Trans Germany“ vor zwei Jahren.
Das Rennen war nach „nur“ vier Etappen zu Ende – und Horn erzielte auf der Letzten davon ihre beste Leistung. „Die langen Strecken scheinen mir zu liegen“, sagt die Verwaltungsfachangstellte bei der Stadt Kempten, die seit fünf Jahren Mountainbike fährt. Mit Jana Zieschank hat sie eine erfahrene Partnerin gefunden. Die 36-jährige Business Managerin hat die „Transalp“ schon einmal (mit männlicher Begleitung) gemeistert. „Jede von uns muss alleine kämpfen“, sagt Horn. Pflicht ist, dass die jeweiligen Teammitglieder nahe beieinander fahren. Maximal 30 Sekunden Abstand darf zwischen ihnen liegen. Das macht den Wettkampf auch zu einer Herausforderung im zwischenmenschlichen Bereich. „Es soll schon Leute gegeben haben, die sich danach überhaupt nicht mehr verstanden“, schildert Horn. Doch davon geht sie in ihrem Fall nicht aus. „Wir sind beide sehr unkompliziert. Ich denke, das bekommen wir hin.“ Einen kleinen Unterschied gibt es freilich im Vorfeld: die Erwartungshaltung. Jana Zieschank gibt einen „Platz unter den Top 5“ als Ziel an. Novizin Horn ist zurückhaltender. „Hauptsache ohne Sturz ankommen. Und wenn wir dann noch unter den besten Acht wären, würde ich mich freuen“, sagt sie.

(Ausführlicher Bericht in der Allgäuer Zeitung von heute)

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