1. Eiger-Ultratrail: Erst Gartenschlauch-Dusche, dann Platz zwei für Simone Philipp

„Härter als die Nordwand solo“. So warb der Veranstalter des 1. Eiger Ultratrails für den Lauf am Fuße des Eigermassivs. Und es war wirklich eine echte Herausforderung für die Läufer des TV Jahn Kempten. Barbara und Uli Guranti begaben sich die 101 Kilometer lange und mit 6700 Höhenmetern sehr anspruchsvolle Strecke. Simone Philipp trat beim „Panorama Trail“ über 51 Kilometer (3100 Höhenmeter) an – und schaffte mit Rang zwei die beste Platzierung des Trios.

Als um 5 morgens der Startschuss durch das verschlafene Örtchen Grindelwald hallte, machte sich das internationale Teilnehmerfeld bei angenehmen 12 Grad auf den Weg Richtung „Große Scheidegg“. Dort bot sich den Läufern bei strahlend blauem Himmel ein gigantischer Blick auf die Bergriesen des Berner Oberlandes „Eiger“, Mönch“ und „Jungfrau“ mit den vorgelagerten Gletschern. Auch für Simone Philipp, 42, die zwei Stunden später beim Panorama Trail aufbrach, war dies ein atemberaubender Moment. „Ich werde in solchen Augenblicken immer sehr demütig und bin einfach nur glücklich, dass ich so etwas erleben darf“, sagt sie. Die erste Teilstrecke über den First (2250 m), das Faulhorn (ca.2600 m) und die Schynige Platte (2000 m) hinunter nach Burglauenen mussten die Läufer beider Strecken bewältigen. Bei Temperaturen von bis zu 28 Grad boten etliche Restschneefelder eine willkommene Abkühlung.

Nach knapp 45 Kilometern trennten sich die Wege. Simone Philipp, die bis dahin an zweiter Stelle bei den Frauen lag, musste auf den letzten 6,5 Kilometern noch einmal alle psychischen und mentalen Kräfte zusammennehmen, um die mittlerweile aufgelaufene Drittplatzierte auf Distanz zu halten. „Ich war schon ziemlich platt, vor allem weil ich die Hitze gar nicht vertrage, aber ich wollte nicht aufgeben. Nach ein paar Schlucken Cola und einer Dusche unterm Gartenschlauch konnte ich irgenwie noch die letzten Kräfte mobilisieren und bis ins Ziel zweieinhalb Minuten rauslaufen.“ Nach 7:01:59 Stunden lief sie glücklich hinter der Siegerin Simona Morbelli (Team Salomon Italien) über die Ziellinie in Grindelwald.
Barbara und ihr Mann Uli, für den der Lauf ein besonderes Geburtstagerlebnis war, hatten zu diesem Zeitpunkt etwas über die Hälfte der Königsdisziplin hinter sich. Am späten Nachmittag musste die Strecke wegen eines heftigen Gewitters samt Hagel um wenige Kilometer verkürzt werden. Nach 18:12:08 Stunden empfing Simone Philipp eine stolze und überglückliche Barbara Guranti, die einen hervorragenden achten Platz bei den Frauen belegte. Etwa eine Dreiviertelstunde später konnte Guranti ihren Mann Uli (18:54:39/141. Platz) in die Arme schließen. Gemeinsam wurde ein „Wahnsinnserlebnis“ gefeiert.

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